Ökonomisch betrachtet

Arbeit 4.0

von

Jobkiller Zukunft? Fabriken voller Roboter. Wirtschaftswunder. Zeitalter der Digitalisierung. Alle Welt spricht über große Veränderungen. Mediale Berichterstattung mit großen Aufmachern und spektakulären Schlagzeilen zu diesem Thema. Dabei wissen auch Experten noch nicht genau, wie sich die Arbeitswelt verändern wird. Gute Gründe für die Auseinandersetzung mit dem globalen digitalen Wandel. Was ist Arbeit 4.0? Der Begriff steht in Analogie zu den bisherigen industriellen Revolutionen. Arbeit 1.0 entspricht der ersten industriellen Revolution mit Einführung der mechanischen Produktionsanlagen mit Hilfe von Wasser- und Dampfkraft. Darauf folgte die arbeitsteilige Massenproduktion mit elektrischer Energie zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Die dritte industrielle Revolution setzte erstmalig Robotik ein. Arbeit 3.0 automatisierte die Produktion in fast allen technischen Bereichen von der Automobilindustrie bis zur Herstellung von Informationstechnologie und Gebrauchsgütern. Und nun steht mit Arbeit 4.0 die vierte industrielle Revolution bevor. Mit dem Einsatz von cyber-physischen Systemen, in denen Software, Elektronik, Sensoren und Antriebselemente, sogenannte Aktoren, zusammenarbeiten. Es entstehen Roboter mit neuen Qualitäten, die auf Basis von Algorithmen präzise und permanent mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Komplexe Prozesse werden zukünftig nicht mehr von Menschen gesteuert, sondern von Maschinen. Wir werden von Robotern links und rechts überholt, sie sind längst Teil unseres Alltags. Die helfenden Apps sind vielleicht im Alltag noch sehr willkommen. Was aber passiert an der Kundenfront in der Bank, wenn externe Algorithmen-Rechner einem keinen Kredit mehr geben? Dann ist die Interaktion zu Ende, man spricht nicht mehr miteinander. "Nichts ist so beständig wie der Wandel", heißt es bei Heraklit von Ephesus. Veränderungen begleiten unser Leben und prägen unser Handeln. Aber wer verändert wen und wer programmiert wen? Sind wir Getriebene oder Gestalter? Weltweit beschäftigen sich Studien mit diesen Fragen und setzen sich mit der fortschreitenden Digitalisierung und den Veränderungen in unseren Arbeitsbedingungen auseinander. Eine zuverlässige Prognose gibt es nicht. Die einen gehen von einem millionenschweren Verlust an Arbeitsplätzen aus, die anderen verlassen sich darauf, dass neue Stellen geschaffen werden und neue Berufe entstehen. Arbeit 4.0 ist bereits eine Tatsache - und sie wird unsere Welt verändern. Gärten und Außenanlagen können wir gestalten, die Rahmenbedingungen und die Zukunft nicht. Aufhören und weglaufen? Auf gar keinen Fall. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich auf die eigenen Stärken des Unternehmens und den Wert der handwerklichen landschaftsgärtnerischen Arbeit zu konzentrieren. Landschaftsgärtner schaffen Werte.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 10/2016 .

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