BGL will Flüchtlinge mit Lotsen-Modell in Arbeitsmarkt bringen

Bereits im ersten Quartal will der BGL GaLaBau-Betrieben und Flüchtlingen helfen, dass sie schnell Arbeit finden. Foto: Metropolico.org, CC BY-SA 2.0

Mit einem Lotsen-Modell will der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) die Integration von Flüchtlingen in den grünen Arbeitsmarkt erleichtern. Bereits im ersten Quartal dieses Jahres will der BGL seinen Mitgliedsbetrieben fachkundige Vertrauenspersonen an die Seite stellen, die nicht nur beraten, sondern auch als Schalt- und Schnittstelle zwischen den beteiligten Behörden, den Unternehmen und den Asylsuchenden fungieren sollen.

Hilfestellung geben könne der Lotse überall dort, wo die vorgesehenen Integrationswege, die zurzeit von der Bundesregierung erarbeitet werden, stocken. Das gelte beispielsweise für die Vermittlung von Sprachkursen, die Erhebung von Vorqualifikationen der Asylsuchenden und die notwendige Ansprache der Ausländerbehörden. Der Lotse könne auch bei der Auswahl für die GaLaBau-Betriebe geeigneter Flüchtlinge helfen, und ein Orientierungspraktikum oder eine anschließende Berufsausbildung mit den zuständigen Behörden und Jobcentern zu organisieren, erklärte der BGL.

Der BGL arbeitet gegenwärtig intensiv an der Umsetzung des Projekts und will sich auch mit den zuständigen Ministerien darüber beraten. Für die GaLabau-Betriebe und die Asylsuchenden könnte es für mehr Rechts- und Planungssicherheit sorgen. Gerade in der Anfangszeit stelle die komplizierte und sich ständig ändernde Rechtslage ein Problem für alle Beteiligten dar. Wenn die Hemmnisse für die Unternehmen des Garten- und Landschaftsbaus gemildert werden könnte, würde das zu vielen neuen Praktika, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Flüchtlinge führen.

In einem Positionspapier kritisiert der BGL die für Asylbewerbern gesetzlich vorgeschriebene Vorrangprüfung vor Eintritt in den Arbeitsmarkt als "zu restriktiv für den Bereich des Garten- und Landschaftsbaus". Sie behindere in den ersten 15 Aufenthaltsmonaten eine zügige Aufnahme von Flüchtlingen in Beschäftigungsverhältnisse. Die Vorrangprüfung sollte daher auch außerhalb der sogenannten Mangelberufe entfallen, soweit für die betreffenden Flüchtlinge eine Bleibeperspektive gegeben ist.

Nach Auffassung des BGL ist es zugleich sinnvoll, eine Aufenthaltserlaubnis zu Zwecken der Berufsausbildung und einer anschließenden Beschäftigung über einen Zeitraum von fünf Jahren zu ermöglichen. Das werde Betrieben und Asylsuchenden mehr Planungssicherheit geben und eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt signifikant erhöhen. cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 01/2016 .