Pflastersystem bindet Schadstoffe aus dem Regenwasser

In den Freianlagen des Seydyard-Areals in Berlin wurde das Pflastersystem Cheops SV Enviro Plus verlegt, das Schadstoffe filtert, wodurch Regenwasser ortsnah versickern kann. Foto: Heinrich Niemeier GmbH & Co. KG

Regenwasserbewirtschaftung wird in Zeiten des Klimawandels und Starkregenereignissen nur immer wichtiger. Um Niederschlag ortsnah in das Grundwasser leiten zu können und nicht über Kanäle ableiten zu müssen, sind bestimmte Regeln beispielsweise die Schadstoffbelastung betreffend zu beachten. Für die Neubausiedlung "Seydyard" in Berlin-Zehlendorf und ihre Parkplätze und Anliegerstraßen fand man eine innovative Lösung. Bei der Flächenbefestigung kam das Pflastersystem "Cheops SV Enviro Plus" der Firma Heinrich Niemeier zum Einsatz. Es bindet Schadstoffe und reinigt somit das Regenwasser.

Regenwasser natürlich versickern

Unweit des Mexikoplatzes in Berlin Zehlendorf wurde das Neubauvorhaben "Seydyard" entwickelt. Auf gut 17000 m2 ehemaligen Bahngeländes entstand bis Ende 2014 ein Wohnensemble mit 40 Stadthäusern, welche mit privaten Gärten und gemeinschaftlichen Grünflächen abwechseln. Das dreieckige Gelände ist bewusst offen gestaltet und bildet mit altem Baumbewuchs sowie Sicht- und Schallschutzelementen eine in sich stimmige Einheit.

Großen Wert bei der Entwicklung legten die Planer auf einen hohen Grünanteil. So konnten nicht nur die wertvollen Bestandsbäume erhalten werden, auch einheitliche Straßen- und diverse Solitärbäume, Sträucher und Hecken sind gepflanzt worden. Umweltbewusst ist auch das Engagement, alle Häuser an ein eigenes Wärmenahversorgungssystem anzubinden, das effizienter zu betreiben ist, als 40 einzelne Heizanlagen. Außerdem kann fast das gesamte Regenwasser von Dächern, Wegen, Straßen und Plätzen auf natürliche Weise versickern. Dabei ist das Regenwassermanagement so ausgelegt, dass es auch den Anforderungen von Jahrhundertregenergüsse genügt.

Laut Robert Nolte, Planer aus dem Berliner Büro Huttereimann Landschaftsarchitektur GmbH, spielt die Art der Flächenbefestigung eine wichtige Rolle: "Um nicht alle an die Wegeführung angrenzenden Vegetationsflächen als Retentionsfläche auszubilden, sondern gestalten zu können, haben wir hier auf ein 'Ökopflaster' mit hoher Versickerungsfunktion gesetzt." Das Niederschlagswasser werde direkt auf der befestigten Fläche gereinigt und versickert, überschüssiges Wasser durch unterbrochene Bordsteine seitlich in zurückgehaltene Rasenmulden über die belebte Bodenschicht versickert. Möglich sei die Vorgehensweise jedoch nur, wenn das durch den Verkehr mit Schadstoffen verschmutzte Regenwasser vor der Einleitung in das Grundwasser in irgendeiner Form gereinigt und im Vorfeld durch die hohe Versickerungsleistung (nachgewiesener Abflussbeiwert) durch das Pflastersystem aufgenommen wird.

Fugenmaterial filtert Schadstoffe

Eine gute Lösung hierfür bot den Planern das Pflastersystem "Cheops SV Enviro Plus" von Heinrich Niemeier. Das innovative System bietet Vorteile für den Gewässerschutz ohne kostenintensive Vorbehandlung des Niederschlagswassers, denn es besitzt einen integrierten Schadstoff-Filter. Das spezielle Fugenmaterial "Cheops Clean" sorgt dafür, dass Schadstoffe wie Reifenabrieb, Straßenstaub, Öl, Treibstoff oder Schwermetalle auf der Betonpflasteroberfläche beim Versickern zurückgehalten werden. Der natürliche Wasserkreislauf bleibt so erhalten.

Unter Einsatz des Cheops SV Enviro Plus muss kein Einzelnachweis erbracht werden, es verfügt über eine Bauartzulassung, erteilt durch das Deutsche Institut für Bautechnik. Selbst Verkehrsflächen mit mittlerer bis stärkerer Verschmutzung können mit dem Pflastersystem hergestellt werden.

Die eingelagerten Schadstoffe bleiben auch bei Belastung mit Streusalz im Flächenbelag.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 02/2016 .

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