Bundespräsident eröffnet Internationale Gartenausstellung 2017

Steinmeier lobt die Leistungskraft der Gärtner

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender gut gelaunt beim Eröffnungsrundgang. Mit dabei: IGA-Geschäftsführerin Katharina Lohmann (r.) ZVG-Präsident Jürgen Mertz (r.) und BdB-Präsident Hartmut Selders (hinten l.). Foto: Dominik Butzmann

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Berlin die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2017 eröffnet. Es ist die erste Gartenschau in der wiedervereinten deutschen Hauptstadt. Inmitten der Plattenbau-Siedlungen von Marzahn-Hellersdorf entstand ein 100 Hektar großes, neues Naherholungsgebiet mit einem bewaldeten Trümmerberg und einer Seilbahn.

Jetzt schauen Sie sich um: Ist es nicht beeindruckend, was in den vergangenen Monaten hier gewachsen ist?", fragte der Bundespräsident beim Eröffnungs-Festakt vor 5000 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. "Herzlichen Dank an alle, die mit angepackt und diesen Park zum Blühen gebracht haben. Sie dürfen stolz sein auf diese Pracht." Steinmeier bekannte sich als "Gartenfan". Seine Frau teile ihn daheim allerdings für die "weniger attraktiven Tätigkeiten, von Rasenmähen bis Laubsäcke tragen", ein.

Das große Interesse an der IGA mache klar: "Gärtnern ist in Deutschland schwer im Trend", so der Bundespräsident. Überall werde gebuddelt und gepflanzt, geharkt und gekappt. Die Statistik bestätige: Mehr als die Hälfte der Deutschen verbringe ihre Freizeit am liebsten im Garten. Für die IGA in Berlin rechnet er mit einem Sommermärchen: "Wenn die Welt zu Gast bei Gärtnern ist, kann eigentlich nichts schiefgehen."

35 000 neue Stauden und 1500 Bäume

Für die IGA wurden auf 25.000 m² Bäume, Sträucher und Stauden gepflanzt: 1500 neue Bäume wie Eichen, Kiefern und Birken, 6000 neue Rosen und Gehölze, 35 000 neue Stauden und über 300 000 Blumenzwiebeln. Es gibt zehn Ländergärten, neun Gartenkabinette internationaler Landschaftsarchitekten sowie zehn Schaugärten, sogenannte Gartensituationen, für die GaLaBau-Betriebe aus Berlin und Brandenburg verantwortlich zeichnen.

Erwartet werden rund 2,35 Millionen Besucher. Ihre Eintrittsgelder sollen drei Viertel des IGA-Durchführungshaushalts decken. Foto: Dominik Butzmann

In der Bauphase waren rund 500 Planer und Landschaftsgärtner auf dem Gelände tätig gewesen. Während der Schau werden sich rund 45 Gärtner um das frische Aussehen der Beete und Anlagen kümmern. Über 200 Volunteers (Freiwillige) unterstützen das IGA-Team. 60 Guides führen über das Gelände und stehen den Gästen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Konservative Schätzung der Besucherzahl

Erwartet werden rund 2,35 Millionen Besucher. Ihre Eintrittsgelder sollen drei Viertel des 40 Mio. Euro schweren Durchführungshaushalts der Internationalen Gartenausstellung decken. Das Land Berlin hat dazu 9,8 Mio. Euro beigesteuert. Das restliche Geld soll über Sponsoring und Pacht hereinkommen. Der IGA-Investitionshaushalt beträgt 91 Mio. Euro. Davon hat die Berliner Landesregierung rund 50 Mio. Euro getragen. Die Chancen, das erwartete Besucheraufkommen tatsächlich zu erreichen, stehen gar nicht so schlecht. Die Gärten der Welt verbuchten allein 2014 rund 800 000 Besucher. Gutachter hatten die Anzahl der IGA-Besucher in Marzahn-Hellersdorf deshalb auf 2,65 bis 3,2 Millionen Menschen geschätzt. Die IGA Berlin GmbH entschied sich jedoch für eine konservativere Variante und bleibt mit ihrer Projektion 300 000 Besucher unter der Expertenschätzung.

9000 Reisebusse, 8000 Veranstaltungen

Etwa 9000 Reisebusse werden währen der kommenden Monate die Gartenausstellung ansteuern. Zum Zeitpunkt der Eröffnung waren bereits 200.000 IGA-Tickets verkauft worden. Der Ansturm auf die IGA-Tickets war zu Ostern so groß, dass sich an den Eingängen zur Gartenausstellung lange Schlangen bildeten und ihre Internetseite zusammenbrach.

Besonderen Wert legt die Internationale Gartenausstellung auf eine Förderung der biologischen Vielfalt. Das IGA-Amphitheater und andere Gebäude sind begrünt. Foto: Dominik Butzmann

Inzwischen sind die Probleme behoben und der Kassen- sowie der Online-Verkauf laufen wieder reibungslos.

Am IGA-Eröffnungsabend war Ostrock der Publikumsmagnet in Marzahn-Hellersdorf. Die Band "Karat" gab im Amphitheater ein Konzert. Mit dabei: ihr Song "Über sieben Brücken musst Du geh'n", ein Klassiker der deutschen Rockmusik. Über 8000 im IGA-Ticket eingeschlossene Veranstaltungen sollen auf der Gartenausstellung folgen, darunter ein Konzert der Berliner Staatskapelle unter Leitung von Daniel Barenboim sowie Abende mit Max Giesinger, den Prinzen und Eckhart von Hirschhausen.

Entwicklungsplan für biologische Vielfalt

Besonderen Wert legt die Internationale Gartenausstellung auf eine Förderung der biologischen Vielfalt. Mit Berlins Naturschutzverbänden, Universitäten sowie Behörden ist ein langfristig angelegter Pflege- und Entwicklungsplan entwickelt worden. Dazu gehören die Verwendung gebietsheimischen Saatguts, heimischer Gehölze, alter Kultursorten sowie der Florenschutz und ein standortgerechter Wald. Im Wuhletal, einer Auen- und Wiesenlandschaft mit Gewässerbereichen wurde bewusst auf intensive Ausstellungsbeiträge verzichtet.

Das Dach des Besucherzentrums ist als als Biodiversitäts-Gründach angelegt worden, auch das Dach des IGA-Amphitheaters und die Dächer der Seilbahnstationen wurden begrünt. Mit der Gartenausstellung verbunden sind freiraumbezogene Initiativen und Projekte in Marzahn-Hellersdorf. Dazu gehören Projekte wie "Roof Gardening - Grüne Platte Marzahn" und der Bürgergarten "Helle Oase".

Die Bezirksverwaltung präsentiert in einer Ausstellung Erfolge und Strategien des Programms "Stadtumbau Ost". Im Mittelpunkt: die Veränderungen der Freiflächen in den Großsiedlungen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 05/2017 .

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