2024 war das bisher wärmste Jahr seit Messbeginn
DWD: Die Erwärmung in Deutschland beschleunigt sich

Mit im Mittel 10,9 °C war 2024 hierzulande das bisher wärmste Jahr seit Messbeginn. "Die Folgen dieses beschleunigten Klimawandels sind für Deutschland schon heute schon gravierend", stellte Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des nationalen Wetterdienstes, auf der Klimapressekonferenz fest.
Als Beispiele nannte der Klimatologe die veränderten Jahresmitteltemperaturen. Was zwischen 1881 und 1990 extrem war, ist heute normal. Zugleich nimmt die Variabilität von Temperatur und Niederschlag zu. So gibt es immer ausgeprägtere Wechsel zwischen überdurchschnittlich nassen und sehr trockenen Jahren. Durch das Temperaturplus der vergangenen Jahre wird Deutschland mit mehr Hitzewellen konfrontiert. Das gefährde, so Fuchs, schon heute vulnerable Bevölkerungsgruppen gerade in Großstädten und Ballungsräumen. Der DWD kann inzwischen aus Beobachtungsdaten eine Zunahme von extremen Wetterereignissen wie Starkregen und Dürren ableiten.
In den vergangenen zwei Jahren konnten zudem extreme marine Hitzewellen in den Ozeanen beobachtet werden. Neben dem seit Jahren überdurchschnittlich warmen Mittelmeer sind nun auch europanahe Bereiche des Nordatlantiks sowie die Nord- und Ostsee überdurchschnittlich warm. Fuchs: "Die Konsequenzen erleben wir. Warme Ozeane verdunsten in eine wärmere Atmosphäre bedeutend mehr Wasserdampf. Das führt zu katastrophalen Stark- und Dauerniederschlägen."
Eine Konsequenz dieser veränderten Wetterbedingungen sei, dass die Energieversorgung öfter und stärker beeinträchtigt und damit abhängiger vom Wetter werde. Schließlich gerate auch die Biodiversität angesichts der schnellen Erwärmung unter Druck. Das gelte vor allem für Ökosysteme mit einer geringen Resilienz gegen den beschleunigten Klimawandel, wie zum Beispiel den deutschen Wald. Der Deutsche Wetterdienst kündigte an, künftig eine neue Klimatrendlinie zu nutzen, die den zuletzt beschleunigten Temperaturanstieg deutlich besser abbilden könne als bisher.
Das Ergebnis der neuen Methode sei jedoch ernüchternd: Deutschland habe sich im Vergleich zur frühindustriellen Zeit bereits um 2,5 °C erwärmt. Der DWD weist zugleich darauf hin, dass er nicht neu gemessen habe. Die Welt sei dieselbe wie vorher. Allerdings werde die Realität, und das betreffe vor allem die beschleunigte Erwärmung, jetzt besser beschrieben, errläuterte Fuchs. Ein weiterer Vorteil des neuen Verfahrens sei, dass es auch eine künftige Stagnation oder einen Rückgang der Erderwärmung durch erfolgreichen Klimaschutz zeitnah erfassen könne. DWD
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