Forschung und Entwicklung

30,8 Prozent der deutschen Wildpflanzen sind gefährdet

Die Wiesen-Küchenschelle ist in Deutschland stark gefährdet. Sie kommt nur nordöstlich der Mittelgebirge vor. Foto: Stefan.lefnaer, Wikipedia Commons, CC BY-SA 4.0

Der Zustand vieler Wildpflanzen in Deutschland hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren gravierend verschlechtert. 30,8 Prozent der 8650 in Deutschland heimischen Wildpflanzen sind gefährdet. Das teilte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bei der Vorstellung des siebten Bandes der Reihe "Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands" mit.

"Bei der artenreichsten Pflanzengruppe, den Farn- und Blütenpflanzen, sind 27,5 Prozent in ihrem Bestand gefährdet", berichtete der ehrenamtliche Autor, Botaniker Dr. Günter Matzke-Hajek. Unter den Farn- und Blütenpflanzen seien Arten besonders betroffen, die nährstoffarme Standorte bevorzugen, wie die stark gefährdete Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis), sowie das vom Aussterben bedrohte Flammen-Adonisröschen (Adonis flammea). Auch 51,2 Prozent der Zieralgen-Arten seien gefährdet.

Insgesamt sind 119 Pflanzenarten im Verlauf der vergangenen rund 150 Jahre in Deutschland ausgestorben oder verschollen. Darunter sind 76 Arten der Farn- und Blütenpflanzen, für die in Deutschland keine natürlichen Vorkommen mehr bekannt sind, sowie 39 Moose und vier Kieselalgen.

Als positiv verzeichnet das BfN, dass sich die Bestände einiger Moos- und Algenarten erfreulich entwickelt haben. Die Behörde führt das auf Maßnahmen des technischen Umweltschutzes zurück. So hätten bei den Moosen vor allem auf Bäumen wachsenden Arten von einer verbesserten Luftqualität, etwa durch geringere Schwefelimmissionen profitiert. Bei verschiedenen Kieselalgen-Arten wirke sich eine geringe Versauerung der Seen positiv auf den Bestand aus. Auch bei 327 Farn- und Blütenpflanzen, die in den letzten 100 bis 150 Jahren zurückgingen, konnte eine weitere Abnahme in den letzten 20 Jahren aufgehalten und bei 18 sogar umgekehrt werden. BfN

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 01/2019 .

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