58. Landespflegetage der LWG

Veitshöchheim präsentiert neue GaLaBau-Forschungsergebnisse

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Ende Februar fanden in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim die 58. Landespflegetage der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) statt. Ihr Motto: „Grün gedacht – smart gemacht“. Das abwechslungsreiche und thematisch gut gegliederte Programm in Verbindung mit der umfangreichen Fachausstellung im Foyer sorgten am ersten Tag für eine ausverkaufte, am zweiten Tag für eine nahezu ausverkaufte Halle.
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Dr. Jörg Hirsche, seit Oktober 2025 neuer Präsident der LWG, eröffnete die Veranstaltung mit seinem Grußwort. Foto: Jeannine Steinkuhl/LWG Veitshöchheim

Die Organisation der Landespflegetage lag in der Verantwortung von Dr. Claus Prinz und Franziska Schorr. Regenwassermanagement mit öffentlichen Grünflächen Dr. Jörg Hirsche, seit Oktober 2025 neuer Präsident der LWG, eröffnete die Veranstaltung mit seinem Grußwort.

Im Anschluss daran erläuterte Dietmar Lindner, Präsident des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Bayern die Situation der bayerische GaLaBau Betriebe. Zwar hat sich der sogenannte „Bau-Turbo“ noch nicht im GaLaBau bemerkbar gemacht, doch steht die Branche in Bayern wirtschaftlich auf einem stabilen Fundament. Er betonte die Bedeutung der Fortführung des Programms „Natürlicher Klimaschutz“ und die Landesgartenschauen als Plattform, um die Leistungsfähigkeit und Kompetenz der Landschaftsgärtner zu verdeutlichen.

Zum Abschluss seiner Rede würdigte er Jürgen Eppel als langjährigen Leiter des Instituts für Stadtgrün und Landschaftsbau und Angelika Eppel-Hotz für ihre Verdienste. Nikolai Kendzia war im November 2025 zu Eppels Nachfolger ernannt worden. Der erste Themenblock widmete sich der „Gestaltung mit Ressourcen und Pflanzen“.

Ralph Schäffner vom Büro arc.grün stellte die Projekte in Lindleinsmühle und am Bahnhof Kitzingen vor. Nikolai Kendzia berichtete über den Stand des vom Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF) geförderten Versuchs „Regenwassermanagement mit öffentlichen Grünflächen“ in Stein bei Nürnberg. Der Einbau der notwendigen Messgeräte erwies sich als schwierig. Die ersten Ergebnisse bez. der Wasserretention und Schadstoffgehalt im Wasser sind ermutigend. Belastbare Ergebnisse sind jedoch erst nach einigen Jahren zu erwarten.

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Theresa Edelmann ging vor vollem Saal der Frage nach, ob rotlaubige Gehölze möglicherweise hitze- und trockenheitsresistenter sind als grünlaubige. Foto: Thomas Weltner/LWG Veitshöchheim

Laubfarbe entscheidet nicht über Trockenheitsresistenz Im Gegensatz zu den diesen beiden technisch aufwendigen Schwammstadt-Systemen plädierte Stefan Stevanovic von der ZHAW in Wädenswil (Schweiz) auf Grund seiner Forschungen und Erfahrungen für technisch einfache und naturnahe Substrate sowie adaptive Bauweisen, die die regionalen Besonderheiten berücksichtigen und sich in der Schweiz bewährt haben. Für sein Plädoyer bekam er viel Beifall.

Naturnahe Spielräume bieten Kindern vielfältige Spiel- und Naturerfahrungsqualitäten. Nora Huxmann und Patricia Werner von der TU Dresden zeigten auf, dass bei der Planung, Bau und Pflege die regionalen Bezüge, der Nutzungsanspruch und eine zielgerichtete Pflege Hand in Hand gehen, da andernfalls die Qualität verloren geht. Theresa Edelmann (LWG) ging in ihrem Versuch der Frage nach, ob rotlaubige Gehölze ggf. hitze- und trockenheitsresistenter sind als grünlaubige. Weder bei den untersuchten Sträuchern noch bei den Bäumen konnten statistisch signifikante Unterschiede festgestellt werden.

Den Abschluss des ersten Tages bildete der Vortrag von Lennart Dittmer über seine Untersuchungen zur Mähgutverwendung im öffentlichen Grün. Der sinnvollen und wirtschaftlichen Verwertung von Straßenmähgut stehen allerdings eine Reihe von organisatorischen und juristischen Schwierigkeiten gegenüber.

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Naturnahe Spielräume bieten Kindern vielfältige Spiel- und Naturerfahrungsqualitäten: Nora Huxmann und Patricia Werner zeigten, wie es geht. Foto: Dr. Katja Ritz-Arand/LWG Veitshöchheim

System der digitalen Lagerverwaltung

Der zweite Veranstaltungstag stand unter dem Motto „Organisation und Innovation für morgen“. Jana Stoll von der Ostschweizer Fachhochschule in Rapperswil zeigte am Beispiel der Planung für das Projekt Pantanal 2.0 im Zoo Zürich, welche Möglichkeiten ein interdisziplinäres BIM-Modell als digitaler Zwilling in Kombination mit Augmented Reality beim Planungsprozess von hochkomplizierten Bauwerken bietet. Diese digitalen Werkzeuge werden in der Zukunft eine bedeutende Rolle in der Landschaftsarchitektur einnehmen.

Die beiden folgenden Vorträge galten der Betriebsorganisation. Der Unternehmer Florian Haas stellte sein System der digitalen Lagerverwaltung vor, das die Betriebsabläufe deutlich verbessert hat. Von einem GaLaBau-Unternehmer werden Führung, Planung und Struktur erwartet. Oft jedoch arbeitet er im Spannungsfeld zwischen Hektik und Verantwortung wie Christine Andres darstellte. Notwendig sind aber klare Ziele, Positionierungen und Chefzeit für die strategische Entwicklung. Die von Andres gegründete „Gala to Go Community“ hilft Inhabern und Führungskräften dabei, diese Ziele zu erreichen.

Nachhaltigkeit ist entscheidender Wettbewerbsfaktor Die Forderung nach Nachhaltigkeit im Baubetrieb betrifft auch den GaLaBau. Prof. Heiko Meinen führte aus, dass das nicht nur eine ethische Frage ist, sondern zunehmend ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Ein betrieblicher Nachhaltigkeitsbericht nach den Vorgaben der „Voluntary Sustainebility Reporting Standard for non-listed Smal- and Medium-sized Enterprises“ (VSME) der EU macht die eigenen Nachhaltigkeitsleistung deutlich und stellt die diesbezüglich notwendigen Daten für die Geschäftspartner zur Verfügung.

Prof. Gert Bischoff informierte in seiner Eigenschaft als Leiter des FLL-Regelwerksauschusses „Wassergebundene Wege“ über den Stand der Überarbeitung des Regelwerks, das voraussichtlich zur GaLaBau Messe 2026 erscheinen soll. Wassergebundene Wegedecken besitzen eine Reihe von Vorteilen gegenüber Pflaster- und Asphaltbelägen, angefangen bei den Kosten, und sollten in Zukunft bei der Planung häufiger in Betracht gezogen werden.

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Mit einer Podiumsdiskussion endeten die Landespflegetage: Hochschulvertreter, Landschaftsarchitekten und junge GaLaBau-Unternehmer diskutierten über die Zukunft. Foto: Dr. Katja Ritz-Arand/LWG Veitshöchheim

Blick in die nähere Zukunft bis zum Jahr 2030

Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion, bestehend aus zwei Vertretern der Hochschulen (Nora Huxmann und Heiko Meinen), einem Landschaftsarchitekten (Ralph Schäffner) und den beiden jungen Unternehmern/in Vivian Weißmüller und Christoph Lindner. Dr. Claus Prinz moderierte die Diskussion und bat die Teilnehmer um Statements und Impulse für einen zukunftsfähigen GaLaBau.

Den Abschluss bildete ein Blick in die nähere Zukunft bis zum Jahr 2030 mit der Frage, welche Prioritäten heute gesetzt werden müssen, damit der Betrieb auf die zu erwartenden Veränderungen vorbereitet ist. Eine interessante und informative Veranstaltung mit einem weit gespannten Themenfeld und praxisnahen Vorträgen. Die Podiumsdiskussion hat die Veranstaltung belebt und war eine gute Alternative an Stelle eines weiteren Fachvortrags. Die 59. Landespflegetage werden am 16. und 17. Februar 2027 stattfinden.

Philipp Schönfeld

Dr. Philipp Schönfeld
Autor

Landschaftsarchitekt

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