Ästhetisch und nachhaltig zugleich

Regionaler Naturstein und Pflasterklinker im Blick

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Naturstein in Garten und städtischen Grünanlagen hat Konjunktur. Nicht nur optisch harmonieren Sandstein, Basalt oder Muschelkalk mit Pflanzen und Bäumen, sondern auch Umweltaspekte und Nachhaltigkeit spielen eine wachsende Rolle für Planer und Bauherren. Dafür sollte der Stein aber auch aus regionalem Abbau stammen. Denn lange Transportwege aus außereuropäischen Ländern schaden der Umwelt.
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Dietfurter Kalkstein fand Verwendung in einem größeren Projekt von Franken-Schotter, den Erlanger Höfen. Foto: Franken-Schotter

Ein regionaler Player in der Natursteinherstellung ist Franken-Schotter. Konzentriert auf Dietfurter Kalkstein, Dietfurter Dolomit und Wachenzeller Dolomit bietet der Natursteinspezialist eine breite Palette aus Mauersteinen, Bodenbelägen, Pflastersteinen und Treppenanlagen. Zudem zählen Massivarbeiten wie etwa Sitzsteine, Balustraden und Säulen zum Angebot.

Für die Verwendung des Natursteins im Außenbereich werden die Oberflächen der Steine je nach Anwendung bearbeitet und so beispielsweise sandgestrahlt oder auch diamantgeschliffen. Gefertigt wird auch nach individuellen Kundenvorgaben. Ganz gleich ob Trittstufen, Poolumrandungen oder Abdeckplatten, alles wird auf Maß hergestellt, gerade oder gebogen, mit Rundkante und Ausschnitt. Im öffentlichen und städtischen Bereich empfehlen die Experten von Franken-Schotter für den Schutz der Steine gegen Frost und Tausalz Wachenzeller Dolomit, mit dem bereits zahlreiche Gehwege, Marktplätze oder andere öffentliche Plätze verlegt wurden.

Ein ansehnliches Referenzprojekt des in Treuchtlingen-Dietfurt ansässigen Unternehmens ist der 600 m lange Rheinuferweg St. Johann bei Basel. Die Treppenanlagen und die Stützmauer mit partiell eingesetzten Krustenelementen bilden hier einen symbiotischen Übergang zwischen Natur und Bauwerk. Inspiriert von der Natur haben das Landschaftsarchitekturbüro Hager Partner AG und das Ingenieur- und Wasserbaubüro Staubli + Kurath AG bei der Gestaltung der Mauern die Strömung des Rheins aufgenommen. Sie verlaufen in geschwungener Linienführung und wurden mit Dietfurter Kalkstein gala verkleidet.

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Dietfurter Kalkstein gala, eine weitere Variante des Jura Kalksteins ist für eine Verwendung im Außenbereich besonders geeignet und gemäß EN12371 frostbeständig. Foto: Franken-Schotter

Steine mit langzeitlicher Herkunft

Der Jura Kalkstein – auch Jura Marmor oder Treuchtlinger Marmor genannt – stammt aus der Juraregion im bayerischen Altmühltal, eine der größten bekannten Natursteinreserven weltweit. Hier wird ein nachhaltiger Abbau betrieben, damit auch für zukünftige Generationen der Bestand gesichert ist. Beachtlich ist das Alter des Jura Kalksteins, denn er entstand vor 140–220 Millionen Jahren in tropischen Lagunen des Jura Meeres als Sedimentgestein. Fossilien, unter anderem in Form von Ammoniten und Belemniten, spiegeln diesen Jahrmillionen andauernden Entstehungsprozess wider. Diese Besonderheit ist charakteristisch für den Stein und macht ihn zu einem einzigartigen Zeitzeugen.

Im unternehmenseigenen Steinbruch nahe Treuchtlingen wird der Dietfurter Kalkstein gala abgebaut, eine weitere Variante des Jura Kalksteins. Im Vergleich zum Dietfurter Kalkstein stammt hier das Rohmaterial aus den oberen Lagen dieses Steinbruchs, d. h. näher an der Oberfläche. Der Zusatz "gala" steht für Garten- und Landschaftsbau, bedeutet also, dass der Naturstein für eine Verwendung im Außenbereich besonders geeignet und gemäß EN12371 frostbeständig ist. Die damit verbundene niedrige Wasseraufnahmefähigkeit verschafft dem Dietfurter Kalkstein gala große Vorteile bei schwierigsten Bedingungen wie Frost- und Tauwechseln. Gerade im nationalen Garten- und Landschaftsbaubereich und den damit verbundenen Projekten sind diese Materialeigenschaften von großem Nutzen. Dietfurter Kalkstein gala ist die Basis eines Projekts von Franken-Schotter, in den Erlanger Höfen, realisiert vom Architekturbüro Landschaft + Design. Das Projekt umfasste Wohnbebauung, Gewerbenutzung und ein Hotel in der Nägelbachstraße in Erlangen.

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Mooser Muschelkalk ist einer der beliebtesten Natursteine im Außenbereich. Seine lebhafte Struktur prädestiniert ihn aber auch für den Fassadenbau und die Gartengestaltung. Foto: Seubert

Muschelkalk und Sandstein

Neben Kalkstein erfreuen sich Natursteine wie Muschelkalk und Sandstein wachsender Beliebtheit. Auf diese Gesteinsarten konzentriert hat sich die 1953 gegründete Erich Seubert GmbH. Muschelkalk und Sandstein gewinnt das Unternehmen in 14 eigenen Steinbrüchen und verarbeitet diese in den zwei Produktionsstätten in Kleinrinderfeld und Kirchheim. Das Familienunternehmen in dritter Generation und mit einem Team aus etwa 45 Mitarbeitenden liefert Natursteinarten wie den Sellenberger, Krensheimer und Mooser Muschelkalk oder den Postaer Sandstein nicht nur an Fachbetriebe, Wiederverkäufer oder Kommunen, sondern auch an Architekturbüros und Endkunden. Zu den Kernkompetenzen von Seubert zählen vor allem die Herstellung von Produkten und deren Anwendungen im Garten- und Landschaftsbau sowie Bodenbeläge und Wandverkleidungen für den Innen- und Außenbereich. Die Steinmetze schaffen darüber hinaus Sonderstücke, wie beispielsweise Brunnen und andere Massivarbeiten, nach den persönlichen Wünschen der Kunden und Kundinnen.

Zu den Steinen: Mooser Muschelkalk ist einer der beliebtesten Natursteine im Innen- und Außenbereich. Seine lebhafte Struktur prädestiniert ihn aber vor allem für den Einsatz als Fassaden und in der Gartengestaltung, zum Beispiel als Terrassenplatten, Pflastersteine und Blockstufen. Bei Seubert ist er in den Oberflächenbearbeitungen gesägt, geschliffen, gebürstet, gestockt, sandgestrahlt, poliert oder antik erhältlich.

Der Sellenberger Muschelkalk ist ein Fränkischer Muschelkalk aus einem Steinbruch in Kirchheim bei Würzburg. Dieser Naturstein wurde schon für viele architektonisch herausragende Gebäude eingesetzt. Das Material erscheint in einem hellgrau bis bläulichen Grundfarbton und ist vielseitig zu verwenden, ob als Fassadenverkleidung, Bodenbeläge innen und außen, Stufen oder Massivbauteile. Er ist ebenfalls erhältlich in den Oberflächenbearbeitungen gesägt, geschliffen, gebürstet, gestockt, sandgestrahlt, poliert oder antik.

Als Bodenbelag ist Muschelkalk beispielsweise als Würfelpflaster geeignet. In der Farbe blau-grau-braun schimmernd kann er vielfältig, in Reihe, als Kreis, Segmentbogen oder Passee Pflaster, verlegt werden. Aufgrund der gesägten Kanten sind die Pflastersteine sehr exakt gespalten, um eine zügige Verlegung zu ermöglichen. Die beiden Bearbeitungen gestatten es, die Pflastersteine entweder mit der gesägten oder der gespaltenen Oberfläche als Ansicht zu verwenden. Die Einfassung oder der Einzeiler kann dadurch optisch zum restlichen Belag abgehoben werden. Um das Pflaster rustikaler und historischer beziehungsweise gealtert wirken zu lassen, sind die Pflastersteine auch getrommelt/antik erhältlich. Verfügbare Größen (cm) sind 6 x 6 x 6, 8 x 8 x 8, 10 x 10 x 10 oder 15 x 15 x 15.

Für Treppen eignen sich die Muschelkalk Gala-Blockstufen, die einheitlich hoch gehalten sind, um ein bequemes Treppensteigen zu gewährleisten. Durch die naturbelassene Vorderkante passen sich die Stufen in die Gartengestaltung ein. Der natürliche Charakter des natürlich entstandenen Rohblocks harmoniert mit dem Grün. Der Muschelkalk ist in der Farbe blau-grau-braun gehalten und verfügbar in folgenden Größen (cm): 60 x 35–40 x 15, 80 x 35–40 x 15, 100 x 35–40 x 15 oder 120 x 35–40 x 15. Weitere Maße sind auf Anfrage ebenso erhältlich.

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Muschelkalksteine erscheinen in einem hellgrau bis bläulichen Grundfarbton und sind vielseitig zu verwenden, ob als Fassadenverkleidung, Bodenbeläge oder Treppenstufen. Foto: Seubert

Pflasterklinker

Der Spezialist für Pflasterklinker Gima legt großen Wert auf Modernität und Design. Aber auch Nachhaltigkeit steht bei Gima auf der Agenda, beispielsweise in Form von ressourcenschonenden Recycling-Klinkern, die er mit natürlichen Rohstoffen in modernen Farben und Formaten ressourcenschonend produziert. Eine neue Generation Pflasterklinker, die dieser Philosophie entspricht, stellte Gima auf der letzten GaLaBau in Nürnberg vor.

Einen Sinn für Moderne zeigt das Unternehmen auch bei neuen Steinformaten, so beispielsweise beim Riegelformat. Denn langformatige Varianten des Pflasterklinkers werden bei Planern und Bauherren immer beliebter. Im Fischgrätmuster verlegt, zeigt sich der Charme des Riegelformats, das das Unternehmen auch individuell produziert. In Nürnberg demonstrierte dies der Hersteller an drei beispielhaften Projekten wie dem Pariser Platz in Köln, dem Blücherplatz in Spenge sowie der Freifläche eines Firmenareals in Salzburg.

Im Bereich Terrassensysteme zeigte Gima mit Cerpiano+, dem ersten keramischen Terrassensystem, eine maßgeschneiderte Lösung für zahlreiche Gestaltungswünsche auf Balkon und Terrasse. In vier natürlichen Farben und zwei Oberflächenvarianten wie glatt oder gerillt lassen sich mit den schlanken Rechteckformaten moderne, formschöne und wertbeständige Flächen gestalten. Weitere Vorteile: Die keramischen Platten sind belastbar und langlebig und lassen sich leicht reinigen.

Einen Beitrag zum zirkulären Bauen leistet Gima mit dem Recyclingklinker. Derzeit liegt der Recyclinganteil bei bis zu 40 Prozent, wobei das unternehmenseigene Forschungsteam daran arbeitet, den Anteil an Sekundärrohstoffen weiter zu erhöhen. Die Kooperation des Unternehmens mit Hofmann Naturstein hat nun zur Entwicklung einer Klinkervariante mit Sägeschlamm geführt, die in sechs Farbvarianten erhältlich sind.

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Im Fischgrätmuster verlegt, zeigt sich der Charme des Riegelformats bei der Pflasterverlegung besonders, hier als beispielhaftes Projekt der Blücherplatz in Spenge. Foto: Gima
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Der Pflasterstein aus türkischem Tavertin hat eine gesägte Oberfläche, die Kanten sind getrommelt, die Seiten gespalten, teils gesägt. Foto: Seltra

Pflastersteine aus Naturstein

Natursteine finden immer mehr auch als Pflasterstein Verwendung. Hier stößt man auf Pflastersteine des Natursteinhändlers Seltra, der 2023 sein 25. Jubiläum feierte. In dessen umfassenden Sortiment findet sich beispielweise der Tavertin aus der Türkei Noce Torosa in der Farbe hellbraun. Der Pflasterstein hat eine gesägte Oberfläche, die Kanten sind getrommelt, die Seiten gespalten, teils gesägt. Dieser Travertin Pflasterstein zeichnet sich durch seine milchkaffeefarbenen Töne und die typische Maserung des Travertins aus. Der Travertin harmoniert sowohl mit modernen Gartenmöbeln als auch mit dem ihn umgebenden Grün. Ebenso natürlich anmutend ist der Pflasterstein aus indischem Sandstein Modac, der in einem eher rötlichen Ton leuchtet. Er ist allseits gespalten und die rötlich, herbstliche Farbe des Sandsteins vermittelt eine warme Stimmung. Die lebendige Ausstrahlung des Steins sorgt für das gewisse Etwas in der Gartengestaltung, denn das Farbspiel erinnert an Herbstlaub und passt zu unterschiedlichsten Gestaltungsmöglichkeiten. Formate sind erhältlich in 5 x 5 x 5 cm, 10 x 10 x 8 cm oder 15 x 15 x 12 cm.

Dr. Andrea Brill
Autorin

Brill PR

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