Klartext

Allee-Standorte schaffen - jetzt erst recht!

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Baum-Alleen zieren seit langer Zeit in Städten und in der freien Landschaft Wege und Straßen. Ihre vielfältigen Funktionen sind bei den Befürwortern unstrittig, andererseits werden sie unter anderem aus Gründen der Verkehrssicherheit hinterfragt. Ihre Bestände werden immer lückenhafter, Nachpflanzungen zunehmend kritisch gesehen. Bei der aktuellen Stadtverdichtung ist trotz angedachter grüner Infrastruktur vielfach kein Platz mehr für Baumarten, die visionär - wie in Berlin "Unter den Linden" - zu Altbäumen mit Alleecharakter heranwachsen können.

Der grundsätzliche Alleenerhalt und ihre Weiterentwicklung müssen sich daher der veränderten Straßennutzung, der Klimaentwicklung, dem Schaderregerpotenzial, dem Verlust an Biodiversität, dem Ertragsstreben von Land- und Forstwirtschaft sowie der Sicherung der kommunalen Trinkwasserversorgung anpassen. Dies hat zur Folge, dass bisherige Bepflanzungsstrategien bezüglich der Baumartenwahl, Pflanzenanzucht, Vegetationstechnik und Alleenentwicklung optimiert werden müssen.

Die aktuellen Diskussionen in den von Alleen geprägten Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zeigen das Dilemma außerhalb der Städte. Die historischen Alleen sind für einen Straßenausbau wenig geeignet, eine Straßenverbreiterung mit zusätzlichem Radwegebau ist bei der Flächenkonkurrenz mit den Anrainern in der Umsetzung kompliziert und teuer. Aber was ist die Lösung? Eigentlich liegen die Argumente auf der Hand. Der Ruf nach Maßnahmen, die den Klimawandel aufhalten können, kommt doch gerade rechtzeitig. Vitale und gesunde Großbäume kühlen durch Schattierung und Transpiration, ihre Blatt- und Nadelmasse bindet das schädliche CO2. All das leisten Alleen, auch in der Landschaft! Wenn also bisherige Alleeabschnitte nicht wieder bepflanzt werden können, dann kann dieser Verlust durch die Ausweisung von Potenzialen an anderer Stelle mehr als kompensiert werden.

Großräumiges vernetztes Handeln ist geboten: Die Stadtplanung muss auf Quartiersebene denken, ausgeräumte Landschaften können durch Baumalleen im Feld wieder kleinteiliger strukturiert werden. Eine gezielte Anordnung von Baumpflanzungen kann die Bodenerosion vermindern, neue Lebensräume schaffen und klimatisch vielfach positive Effekte ergeben. Auch sind sie Bestandteil integrierter Pflanzenschutzkonzepte bei der Gesundhaltung von Pflanzen, indem sie beispielsweise natürliche Gegenspieler von Schädlingen fördern. Interdisziplinarität ist daher künftig von allen Akteuren anzustreben. Ein out-put-orientiertes Handeln bei Nutzung moderner IT-Systeme zur Betriebs- und Organisationssteuerung sowie zum Monitoring von Baumgesundheit, Baumkontrolle und Verkehrssicherheit sind unabdingbar. Haben wir doch den Mut und ordnen Städte und die Landschaft neu - zu unser aller Wohl!

Ihr Prof. Dr. Hartmut Balder

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe ProBaum 04/2021 .

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