Pflanzenverwendung: New German Gardening

Alleskönner Brandkraut

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Am besten kombiniert man Phlomis russeliana mit ihrerseits wüchsigen Stauden und Gräsern, die seiner ausgeprägten Konkurrenzkraft Paroli bieten. Foto: Till Hofmann

Es ist herrlich wenn Pflanzen einfach wachsen und funktionieren. Nicht verkehrt, wenn sie auch noch gut aussehen. Dies alles gilt für das Russel-Brandkraut. Solange der Boden durchlässig ist, funktioniert die anspruchslose, in gelben Quirlen blühende Wildstaude beinahe überall. Sie stammt aus der Türkei, wo sie im trocken-kalten Hochland zwischen Trockengebüsch, in lichten Wäldern und auf Kahlschlägen gedeiht. Mit ihrem länglich-herzförmigen, stark behaarten Laub bildet die Art auch bei uns robuste weitgehend wintergrüne Bodendecken. Nur in harten Wintern mit strengem Kahlfrost erfrieren die groben Blätter. Neues Laub schieben die an der Erdoberfläche kriechenden Rhizome Anfang Mai zuverlässig nach. Sie sind nicht weitstreichend, aber allmählich breitet sich das Russel-Brandkraut ordentlich aus, schwachwachsenden Begleitpflanzen bekommt das weniger gut.

Besser also man kombiniert Phlomis russeliana mit ihrerseits wüchsigen Stauden und Gräsern, die seiner ausgeprägten Konkurrenzkraft Paroli bieten. Im Hermannshof bildet Phlomis russeliana zusammen mit Gräsern wie dem Atlasschwingel Festuca mairei sowie Hoher Fetthenne und Königskerzen das strukturelle Rückgrat der artenreichen und trockentoleranten Salbei-Schafgarben-Pflanzung.

Die dunkelbraunen vierkantigen Stängel gehören zu den stabilsten "Winterstehern", selbst Nassschnee überstehen sie buchstäblich. Foto: Till Hofmann

Besonders jetzt im Winter fallen die Strukturen der Samenstände angenehm ins Auge und bereichern den Garten im Kontrast mit hellem linearem Gräserlaub. Die dunkelbraunen vierkantigen Stängel gehören zu den stabilsten "Winterstehern", selbst Nassschnee überstehen sie buchstäblich. Die Samenstände, wen wundert's, enthalten Samen und dies freut die Vogelwelt. Sollen sie nur tüchtig picken, vielleicht reduziert dies ja die Selbstversamung. Diese gilt es nämlich schon im Auge zu behalten, wenn sich das Brandkraut nicht doch zu flächig entwickeln und die Pflanzung artenreich bleiben soll. Die vielseitige Staude von vorneherein großzügig zu verwenden, sie artenarm, mit geschnittenen Hecken, Solitärgräsern und lichten Gehölzen zu verwenden, wäre eine Alternative.

Selbst noch im hellen Streulicht, etwa unter einem lockeren Kiefernbestand, bildet das Brandkraut ausreichend dichte Bestände. Herabfallende Nadelstreu schluckt sein grobes Laub so weitgehend, dass die Pflanze nicht nur selber ohne Pflege auskommt, sondern sogar aktiv "mitarbeitet", beim Ordnung halten. Selber braucht sie nichts, wässern oder gar düngen kann man sich sparen. Reicht es dem Betrachter am Winterende mit dem Anblick brauner Winterstängel, schneidet er die ehemaligen Blütenstände einfach ab - und fertig.

In älterer Literatur wird das gelbblühende Russel-Brandkraut bisweilen mit Phlomis samia verwechselt, es ist kein Synonym. Das echte Samos-Brandkraut unterscheidet sich eindeutig durch den etwas höheren Wuchs, seine leicht klebrig-drüsige Behaarung und die grau erscheinenden, purpur überlaufenen Blüten. Es ist ebenfalls eine brauchbare Gerüst- oder Strukturstaude aus ähnlichen Naturstandorten, jedoch nicht so gut wintergrün und der Blütenaspekt ist zurückhaltend, gelinde gesagt.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 01/2014 .

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