Anfragen an die Verbraucherzentrale ausgewertet
Verbraucher in NRW wollen vor allem Garagendächer begrünen

Nordrhein-Westfalens Eigenheimbesitzer interessieren sich vor allem für die Begrünung ihrer Garagendächer, gefolgt von ihrem Wohnhaus. Kein Wunder: Garagendächer sind häufig ungedämmt und profitieren besonders stark von Begrünung, die sommerliche Hitzeinseln reduziert und das Raumklima verbessert.
Die meisten Anfragen betreffen eine nachträgliche Begrünung: 74 Prozent der Fragen beziehen sich auf Flachdächer, 26 Prozent auf Schrägdächer. Es ist ein Hinweis darauf, wie groß der Informationsbedarf auch bei der am weitest verbreiteten Dachform ist.
Solargründächer werden erst später bedacht
Auch an Solargründächern besteht Interesse: 13 Prozent der Fragen drehen sich um die Kombination aus Photovoltaik und Begrünung: häufig verbunden mit Unsicherheiten, ob eine nachträgliche Kombination technisch möglich ist. "Die Möglichkeit der gemeinsamen Umsetzung als Solargründach wird vielen erst spät klar", sagt Wegner. "So manche Hausbesitzer würden sich früher für eine Kombilösung entscheiden, wenn die Informationen präsenter wären."
Die Tragfähigkeit des Daches beschäftigt rund 13 Prozent der Ratsuchenden. Viele wissen nicht, wo sie Informationen zur maximalen Last finden. Dabei liegen statische Berechnungen meist in den Baugenehmigungsunterlagen vor, oder sind bei Fertigbauten im Herstellerdatenblatt vermerkt. Zudem äußern zahlreiche Verbraucher den Wunsch nach ökologisch hochwertigen Begrünungssystemen.
"Das Interesse an nachhaltigen, insektenfreundlichen und ressourcenschonenden Lösungen ist groß", bekräftigt die Referentin.
NL-Stellenmarkt


Angst vor Bauschäden ist weit verbreitet
Bei der Fassadenbegrünung betrifft die Hälfte der Anfragen Umsetzungsaspekte: Welche Pflanzen eignen sich? Wie groß muss die Pflanzgrube sein? Welches Gerüst wird benötigt? Ein zentrales Hemmnis bleibt die Sorge vor Beschädigungen am Gebäude: 17 Prozent der Fragenden befürchtet mögliche Schäden an Wand, Fundament, Dach oder Regenfallrohren. "Die Angst vor Bauschäden ist weit verbreitet – oft aber unbegründet, wenn die Begrünung fachgerecht umgesetzt und regelmäßig gepflegt wird", so Wegner. "Hier wünschen sich viele verlässliche Orientierung."
Die Suche nach qualifizierten Fachunternehmen beschäftigt fünf Prozent der Fragenden. Dabei gibt es einige Hindernisse: Lokale Betriebe bieten die Leistungen häufig nicht an, und die Ergebnisse von Online-Recherchen überzeugen fachlich oft nicht. Verbraucher fragen deshalb nach Zertifikaten oder Kriterien zur Auswahl geeigneter Unternehmen. Auch die Materialbeschaffung bereitet Probleme: Baumärkte und Gartencenter führen selten die gesuchten Systeme. Viele wissen nicht, dass Dachbegrünungsmaterial im regionalen Baustoffhandel gut erhältlich ist.
Unsicherheiten abbauen, Wissen stärken
Die Auswertung zeigt deutlich: Verbraucher wollen begrünen, stoßen jedoch auf vielfältige Hürden. Die Verbraucherzentrale NRW wird daher die bereits bestehenden Informations- und Beratungsangebote, praktischen Tipps, DIY-Anleitungen und Hilfestellungen wie Pflanzlisten und Fördermittelinformationen weiterverbreiten. "Dach- und Fassadenbegrünung sind ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung im Wohnumfeld", fasst Wegner zusammen. "Wenn wir Unsicherheiten abbauen und Wissen stärken, können wir viele Menschen darin unterstützen, aktiv zu werden."
cm/Verbraucherzentrale NRW








