Ausgegraben

Auf den Baumscheiben und Mittelstreifen der großen Städte ...

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... hat sich ein Wildkraut ausgebreitet, das sich im Klimawandel ausgesprochen wohl fühlt: Die Mäusegerste (Hordeum murinum). Ursprünglich war sie im Mittelmeerraum und Kleinasien zuhause, doch im Fell von Tieren kam sie vor Jahrhunderten auch zu uns. Hahnemanns Apothekerlexikon verzeichnete sie schon 1798. Heute gilt sie als Wärmezeiger. Wo sie wuchert, ist es im Sommer heiß.

Auch wenn dieses Süßgras nicht höher wird als 20 bis 40 cm, vermittelt es in sommerlichen Innenstädten ein Gefühl von Land und Erntezeit. Doch geerntet wird die Mäusegerste nicht. Ihre Samen sind zwar essbar, doch zu klein, um daraus genug Mehl gewinnen zu können. Auch Bier kann man mangels Masse damit nicht brauen.

So bleibt es den Stadtbewohnern nur, sich einfach an der Pflanze zu erfreuen und die Mäusegerste den Mäusen zu überlassen. Vielleicht bis jemand kommt, der aus dem wenigen Mehl der Mäusegerste für das Guinness-Buch der Rekorde ganz kleine Brötchen backt. Mäusemilch jedenfalls ist schon gemolken worden, bislang für medizinische Zwecke. Zusammen ergäben beide Zutaten dann ein Mäusegerste-Milchbrötchen. Also probieren würde ich das schon einmal.

Christian Münter

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 07/2020 .

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