Auf Sand gebaut:
Insektennisthilfe und Co.
von: Johannes M. JeutterDer Boden ist ein Gefüge auf dem wir unsere Nahrung anpflanzen und von dem wir leben.
In den Boden setzen wir unsere Pflanzen und säen unsere Blumenwiesen. Auf Boden setzen wir unsere Wege und unsere Terrassen. Meist denken wir nicht daran, dass jeder Boden eine Welt für sich darstellt und mit den unterschiedlichsten Pilzen und Bakterien und vielen anderen Lebewesen besiedelt ist.
Nicht nur Klima, Niederschlag oder harte Bodenfaktoren, wie Steine, Sand, humose Anteile sorgen dafür, dass bestimmte Pflanzen wachsen und manche nicht. Nein, auch und vor allem die spezifischen Lebewesen des Bodens erleichtern oder erschweren das Wachstum des Grüns.
Je vorsichtiger wir mit der Ressource Boden umgehen und das wirklich konkret auf der Baustelle, desto erfolgreicher die Pflanze und desto weniger Arbeit haben wir bei Fertigstellungs- und Erhaltungspflege. Und wir können wir etwas für Insekten tun. Insekten, die nicht nur eine emotionale Bedeutung für viele unserer Kunden haben, sondern auch extrem wichtig zur Bestäubung landwirtschaftlicher Erzeugnisse sind.
"Johannisbeeren haben mit Wildbienen bis zu 70 Prozent mehr Ertrag, und mit Hummelbesuch steigert sich die Fruchtgröße bei Paprika um etwa 30 Prozent. Wildbienen wirken somit wie eine Art Versicherung für stabile Erträge – und sind damit ein zentraler Pfeiler unserer Ernährungssicherheit", erklärte Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein von der Universität Freiburg in einem Interview vom 14.05.2025. Und nicht nur das, auch über 70 Prozent unserer Obst-, Gemüse- und Ölsaatkulturen sind mindestens teilweise auf Bestäubung von Wildbienen angewiesen.
NL-Stellenmarkt

Wir können in unseren Gärten und Grünanlagen dazu beitragen Wildbienen ohne große Mehrkosten zu fördern. Über 50 Prozetn unserer Wildbienen nisten im Boden. Im sandigen, durchlässigen Boden fühlen sich Wildbienen wohl. Lehmige Böden, mit Sand versetzt, und bepflanzt, können zu Habitaten werden. Wichtig ist, dass keine Staunässe entsteht.
Das geht auch mit Bodenerhöhung, teilweise auch mit tiefer Bodenlockerung. Sonnige Hänge eignen sich hervorragend. Dort können auch in Lehmböden ohne Zugabe von Sand Habitate entstehen. Was auch geht, sind die Problemzonen unter den Vordächern, wo oft nichts oder nur wenig wächst.
Diese Flächen lassen sich mit geringem Aufwand zu Habitaten umbauen. Mit größeren Steinen in Abständen, um das Katzenklo zu verhindern, fördern wir Wildbienen oder auch den Ameisenlöwen, der uns am Haus recht gut mit Ameisen aufräumen kann.
Bei einer reinen Sandlege ist eine Höhe von 50 bis 60 cm wichtig. Der Sand muss rund sein, mit viel Feinkorn, damit er stehen bleibt. Auch eine Sandlege, Sandlinse oder Sandarium kann sparsam bepflanzt werden. Unter anderem eignen sich Pflanzen, die auf durchlässigen Böden stehen und die entsprechenden Insekten anziehen, wie beispielsweise Ononis, Euphorbia, Daucus oder Meliothus.
Quellen:
Interview mit Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein, Uni Freiburg vom 14.05.2025
www.wildbienen.info/artenschutz/nisthilfen_06.php, Paul Westrich
biova-leitfaden.de, Leitfaden zur Sicherung und Förderung der Artenvielfalt und Biodiversität im urbanen Raum, LVG Heidelberg und Uni Hohenheim
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