Ausgegraben

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Philodendron, Clivia und Kakteen: Blumentöpfe zur Ausschmückung von Innenräumen galten in Intellektuellenkreisen Jahrzehnte lang als überflüssiger Nippes. Manche von ihnen halten Zimmerpflanzen noch heute für ein Markenzeichen des Spießers. Doch nach dem Corporate Green in Großraumbüros, Banken und Hotels schwappt ein neuer Trend über den Atlantik: Die Bewegung der Plantfluencers. Menschen, die in den 80er und 90er Jahren geboren wurden, sammeln Unmengen an Pflanzen in ihren Wohnungen und präsentieren sie auf Instagram oder Weblogs. Eine ihrer Ikonen ist Rayne Oakes, ein 34 jähriges Mode-Model mit Blog, die ihr New Yorker Apartment mit rund 700 Pflanzen teilt.

Auf Instagram zählen der „Houseplantclub“ über 450 000 Follower, „Boyswithplants“ über 95000 Pflanzenverehrer und „Thejungalow“ hat sogar eine Million Anhänger. Muss ich erwähnen, dass im Big Apple neue Pflanzenläden im Factory Style wie Pilze aus dem Boden schießen? Unter dem Label „Urban Jungle-Trend“ hat die Bewegung inzwischen auch in Europa Fuß gefasst. Vor allem in den kälteren Ländern wie Großbritannien, den Niederlanden, Schweden oder Finnland ist er mit großblättrigen Grünpflanzen nicht zu übersehen. In Deutschland ist der Trend erst langsam im Kommen. Aber, es wird sein wie immer bei uns: Wenn er erst da ist, kommt er mit Macht.

Christian Münter

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 01/2019 .

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