Ausgegraben

In Island läuft die Welt anders

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Häufen sich dort auf einer Baustelle die Arbeitsunfälle, ist das kein unglücklicher Zufall. Fällt ein Landschaftsgärtner beim Anlegen eines Gartens von der Leiter oder fängt sich beim Verlegen von Steinen einen Hexenschuss, liegt das nicht an der Schwerkraft oder der Arbeitsüberlastung. Wenn alles schiefgeht, was schiefgehen kann, dann weiß man auf der Insel aus Feuer und Eis: Die Elfen sind schuld!

Tatsächlich ist der isländische Elfenglaube bis heute weit verbreitet und keine staubige Folklore. Versperrt nämlich beim Anlegen eines Parkwegs ein markanter Felsstein die Strecke, überlegt sich ein Landschaftsgärtner sein Vorgehen genau. Schließlich könnte der Fels bewohnt sein und seine Entfernung zu Unglücksfällen führen. Bereits ganze Straßenläufe mussten umgelegt werden, wenn sie nachweislich durch elfische Siedlungen führten. In der isländischen Stadt- und Landschaftsplanung haben Elfen Mitspracherecht.

Hierzulande kommt die Untere Naturschutzbehörde zum Einsatz, wenn ausgeschlossen werden muss, dass ein Projektvorhaben schützenswerte Arten beeinträchtigt. In Island konsultiert man einen offiziellen Elfenbeauftragten. Nur er kann im Zweifel die Baustelle freigeben und kennt die Sperrzonen genau, in denen weder Vorschlaghammer noch Baggerschaufel zum Einsatz kommen dürfen. Das lässt einen schmunzeln, könnte doch hinter plötzlich fehlenden Werkzeugen etwas ganz Anderes stehen als nur ärgerlicher Gerätediebstahl.

Patrizia Hempel

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 Patricia Hempel
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Autorin, Redaktion Neue Landschaft

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