Ausgegraben
Was haben Gott ...
von: Patricia Hempel... und ein Landschaftsgärtner gemeinsam? Sie verstehen etwas von Gärten und arbeiten sonntags nicht. Scherz beiseite: Beim Garten Eden denkt man an alles, was einen perfekten Garten auszeichnet. An Blumen, satte Wiesen zwischen Bachläufen und mindestens einen Apfelbaum.
Dass ein so paradiesischer Ort im schon damals regenarmen Irak – denn dort lag Eden mutmaßlich – nicht von selbst gewachsen sein kann, liegt auf der Hand. Er muss ein Resultat cleverer Bewässerungsmaßnahmen gewesen sein.
Allerdings ist zu bezweifeln, dass Eden ein echter Garten war. Zwar bedeutet das Wort „Eden“ auf Hebräisch so viel wie „Wonnenland“, doch lässt eine weitaus ältere Sprache eine andere Übersetzung zu: Im viel früher gesprochenen Sumerischen bedeutet „Eden“ nämlich „Steppe“. Und die war schon vor Babylonischer Zeit Gegenstand dutzender Kriege, weil sie durch künstliche Bewässerung landwirtschaftlich nutzbar gemacht werden konnte.
Wer einen Garten hatte, besaß Wasser und Macht. Dank der Archäologie wissen wir um die Kanalsysteme zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris und an der Küste des Persischen Golfs. Gerade heute geht es wieder um Wasserknappheit, die jeder Landschaftsgärtner mitdenkt. Sicherlich mit anderen Mitteln als damals.
Einen professionell angelegten Garten zu besitzen symbolisiert auch heute noch Prestige. Am Anfang jedes weltlichen Paradieses steht und stand also ein Fachmann, womit die Schöpfungsgeschichte genau genommen nicht bei Gott, sondern beim GaLaBau anfängt.
Patricia Hempel
NL-Stellenmarkt










