Ausgegraben
Goldfund beim Gärtnern
von: Patricia HempelDer Finder tat, was sicher nicht jeder gemacht hätte: Weder investierte er in ein neues Auto noch in einen All-Inclusive-Urlaub auf den Malediven oder in die teuren Hobbys seiner Millennial-Enkel – er meldete den Fund, was einen großflächigen Polizeieinsatz zur Folge hatte.
Der spontan ausgelöste „Sächsische Goldrausch“ ließ im Fundgebiet noch weitere Barren auftauchen. Insgesamt konnte Gold im Wert von 30.000 Euro sichergestellt werden. Zur Freude von Bürgermeister Heiko Wersig: Bislang lässt sich nicht feststellen, ob es sich bei den Goldbarren um verlorenes Diebesgut oder verlorenen Besitz handelt.
Sollte sich beides ausschließen lassen, wandert das Geld in den Besitz der Stadt und damit in die Hände von Wersig. Der hat wie der ehrenwerte Finder ein Herz aus Gold und will das Geld nicht dem nächsten Betriebsgelage, sondern den Ehrenamtlichen stiften. Jedenfalls noch …
Inflation, steigende Energie- und Lebenserhaltungskosten – wäre der Landschaftspfleger doch einfach mit dem Gold stiften gegangen, denkt man sich – auch wenn vom Gesetz her eine Meldepflicht beim Fundbüro vorgeschrieben ist. Diese greift bereits ab einem Knauserwert von 10 Euro und alles darüber bedeutet Unterschlagung gemäß § 246 im Strafgesetzbuch.
Gäbe es noch den Finderlohn: Der läge bei 30.000 Euro bei 899,25 Euro. Ehrlichkeit schlägt teuer zu Buche, denn im Falle der Goldbarren war von einem Finderlohn nie die Rede.
Patricia Hempel
NL-Stellenmarkt











