Ausgegraben

Schutz und Umsiedlung im Großen Tiergarten

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In Brandenburg halten die Wölfe Einzug, im Berliner Tiergarten breiten sich die Biber aus. Was einen Lichtblick für den Artenschutz bedeutet, ist ein Fluch für den Baumbestand des beliebten Landschaftsparks.

Offensichtlich handelt es sich bei den Nagern um schamlose Gourmets, die bei ihrer Menüauswahl auf schützenswerte Gehölze wie Flatterulme, Tulpenbaum oder Liba non-Eiche setzen. Ein nachhaltiges Biber-Management musste her.

Die Untere Naturschutzbehörde, das Grünflächenamt im Bezirk Mitte und die Stadtnatur-Ranger der Stiftung Naturschutz Berlin taten sich zusammen, um sowohl den Schutz der Biber als auch des Baumbestandes zu gewährleisten. Im Rahmen eines Green Social Days erhielten wertvolle Bäume einen Schutzanstrich gegen Biberverbiss. Dass die weiße Farbe ein mechanisch wirkendes Gemisch aus Quarzsand ist, dürfte den Hauptstadtbibern zukünftig Zähneknirschen bereiten.

Dass Berlin nicht nur arm und sexy sein kann, sondern auch gegen Interessenskonflikte im Naturschutz gewappnet ist, zeigt die Zusammenarbeit in der Causa „Großer Tiergarten“: Bäume gerettet, Biberfamilien umgebettet. So funktioniert cleverer Naturschutz im urbanen Raum. Und sollte die weiße Weihnacht mal wieder auf sich warten lassen, dürfen sich die Berliner auf ihren Adventsspaziergängen zumindest am neuen, schneeweißen Kleid der Parkbäume erfreuen.

Patricia Hempel

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 Patricia Hempel
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Autorin, Redaktion Neue Landschaft

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