VGL-Jahresmitgliederversammlung in Leinfelden-Echterdingen

Baden-Württembergs GaLaBau erzielt 70 Mio. Euro mehr Umsatz

Über 80 Prozent der Mitgliedsbetriebe beurteilen ihre wirtschaftliche Lage mit "sehr gut" und "gut", so die Konjunkturumfrage des Landesverbandes. Foto: VGL Baden-Württemberg

2016 konnte der baden-württembergische Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus in Höhe von rund 70 Mio. Euro erzielen. Damit stieg der Gesamtumsatz um vier Prozent auf 1,44 Mrd. Euro. Die Zahlen wurden auf der Jahresmitgliederversammlung in Leinfelden-Echterdingen vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Baden-Württemberg veröffentlicht.

Über 80 % beurteilen die Lage als gut

"Die Mehrzahl der Betriebe kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken", erläuterte Thomas Heumann, Vorstandsvorsitzender des VGL Baden-Württemberg. Foto: VGL Baden-Württemberg

"Die Mehrzahl der Betriebe kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken", erläuterte Thomas Heumann, Vorstandsvorsitzender des Verbandes. Über 80 Prozent der Mitgliedsbetriebe beurteilten ihre wirtschaftliche Lage mit "sehr gut" und "gut". Auch wenn das nasse Wetter den GaLaBau-Betrieben im zweiten Quartal 2016 sehr zusetzte, hätten sie im zweiten Halbjahr kräftig zulegen können und es habe fast keine Ausfalltage gegen.

Die Nachfrage nach GaLaBau-Leistungen sei im vergangenen Jahr gut gewesen, stellte Heumann fest. "Insbesondere private Auftraggeber investieren in schön gestaltete Gärten." Aber auch die Kommunen und die Industrie hätten den Wert von grünen Außenanlagen erkannt. Der Umsatzanteil privater Auftraggeber liege bei 60 Prozent, der Anteil der öffentlichen Hand bei 18 Prozent. Auftraggeber aus gewerblichem Wohnungsbau und Industrie waren jeweils mit neun Prozent am Gesamtumsatz 2016 beteiligt.

Die positive Entwicklung in der GaLaBau-Branche ließ auch die Zahl der Mitgliedsbetriebe um vier Prozent steigen. Zum Jahresende 2016 waren 743 Fachbetriebe im Verband organisiert. Heumann sieht in der Zunahme eine Bestätigung dafür, dass sein Verband auf dem richtigen Weg ist.

Politik muss Flüchtlingsintegration fördern

2016 standen in Baden-Württemberg 1259 Landschaftsgärtner in einem Ausbildungsverhältnis - das sind knapp ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe ist im Jahr 2016 ebenfalls um vier Prozent gestiegen. "Diese Quote ist im Vergleich zu anderen Branchen sehr hoch", sagte Heumann. "Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Zahl der Schulabsolventen zurückgeht, während die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften kontinuierlich steigt." Mit der neuen bundesweiten Imagekampagne müsse es gelingen, junge Menschen für den Beruf des Landschaftsgärtners zu begeistern.

Als neue Herausforderung und große Chance sieht Heumann die Beschäftigung von geflüchteten Menschen: "Das ist die beste Möglichkeit der Integration." Dabei solle die deutsche Sprache in Verbindung mit den handwerklichen Fähigkeiten gelehrt werden. Heumann: "Wir brauchen die Unterstützung der Politik, denn ein kräftezehrender bürokratischer Aufwand darf uns dabei nicht im Weg stehen." Besonders hob er den Einsatz des Willkommenslotsen Andreas Haupert hervor, der seit Sommer 2016 beim Verband arbeitet.

Suche nach Nachwuchs wird immer schwerer

Trotz der vielen positiven Zahlen sprach Heumann auch Probleme und Herausforderungen an. "Der Fachkräftemangel in der Branche nimmt weiterhin zu und die Suche nach Nachwuchskräften wird für unsere Betriebe immer schwerer. Eine duale handwerkliche Ausbildung ist oft die bessere Alternative zu einem Studium. Daher sollten wir für den Job als Landschaftsgärtner mit garantierten, sicheren Jobs und zahlreichen Aufstiegsmöglichkeiten werben." Hierfür müsse aber auch die Politik handeln, sagte Heumann. "Denn es geht auch um die Ausstattungen unserer Berufsschulen, unserer Meisterschulen oder unserer Ausbildungsstätten."

Auch in der Zukunft erwartet der Verband eine positive Bilanz. "Die Nachfrage an professionell gestalteten Gärten ist da", so Heumann. "Zudem können wir mit unserem Expertenwissen zu aktuellen Themen wie der Wirkung von positiven Grünanlagen auf Stadtklima, Gesundheit und Lebensqualität in Städten einen großen Beitrag leisten." cm/VGL Baden-Württemberg

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 04/2017 .

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