VDMA
Baumaschinenindustrie startet 2026 mit gemischten Gefühlen

Beim Umsatz verzeichnete die Branche hingegen preisbereinigt ein leichtes Minus von 1 Prozent und blieb damit knapp unter dem Niveau von 2024.
Für das laufende Jahr 2026 erwarten die Baumaschinenhersteller ein Umsatzplus von nominal 5 Prozent. Das bedeutet jedoch nur eine moderate Erholung nach einem Rückgang von 21 Prozent im Jahr 2024 (gegenüber 2023) und einer eher stabilisierenden Phase im vergangenen Jahr.
Bei der Jahresversammlung der VDMA Fachgruppe Baumaschinen Ende Januar in Frankfurt überwog eine optimistische Stimmung: Zumindest ziehen die Aufträge im öffentlichen Bau aufgrund der 500 Milliarden Euro Infrastrukturinvestitionen an. Jedoch verunsichert die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Situation die Hersteller spürbar.
Bestimmende Themen sind weiterhin die Überregulierung in Europa und unfairer Wettbewerb. Der Druck wächst durch unkontrollierte Billigimporte aus China, die infolge erheblicher Überkapazitäten vor Ort zunehmen. Sorge bereiten die Unberechenbarkeit der US-Administration und die massiv ausgeweiteten Stahlzölle in den USA. Die europäischen Baumaschinenexporte in die Vereinigten Staaten sind im Jahr 2025 um fast 30 Prozent zurückgegangen.
Franz-Josef Paus, Vorsitzender der Fachgruppe Baumaschinen appelliert erneut nach Berlin und Brüssel: "Wir können es nicht oft genug betonen: Der Regulierungsdschungel ist für unsere Branche nicht mehr tragbar." Nach dem Rückgang der Exporte in die USA sei Europa der wichtigste Markt.
Doch während die Branche auf der einen Seite mit überbordender Bürokratie konfrontiert sei, gelangten auf der anderen Seite frei und unkontrolliert Importe aus China auf den Markt. Die-se Ungleichbehandlung stelle eine "massive Benachteiligung" dar.
Joachim Strobel, Vorsitzender des Fachverbandes Baumaschinen und Baustoffanlagen fordert auf zu handeln: "Es ist erfreulich, dass wir das konjunkturelle Tal durchschritten haben und der Auftragseingang anzieht. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die schwache Ertragslage wenig Spielraum für notwendige Investitionen lässt."
Strobel betonte jedoch auch, dass sich die Branche trotz allem zum Standort Europa bekenne und die Verantwortung in Kauf nähme. Das gleiche forderte er auch von der Politik mit dem Appell, "die anstehenden Strukturprobleme endlich zu lösen".
VDMA/ph
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