Forschung und Entwicklung

Bauministerium startet Modell-projekte "Green Urban Labs II"

Dresden will im Projekt "Vom Parkfriedhof zum Friedhofspark" einen Teil des Neuen Annenfriedhofs zu einem Stadtteilpark umwandeln. Foto: Jörg Blobelt, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Das Bundesinnen- und Bauministerium hat gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) die Modellvorhaben "Green Urban Labs II" gestartet. Sechs Kommunen erproben darin innovative Ansätze, um innerstädtisches Grün zu stärken sowie ihre Grün- und Freiräume zu entwickeln. Die bis Ende 2023 laufenden Projekte werden vom Bund mit insgesamt 300 000 Euro gefördert.

Als Modellvorhaben wählten das Bundesministerium und das BBSR Städte mit Bevölkerungswachstum aus. Sie stehen vor besonderen Herausforderungen: Immer mehr Menschen nutzen die grünen Lungen der Stadt. Gleichzeitig stehen Grün- und Freiflächen in Konkurrenz zu anderen Nutzungen wie dem Wohnungsbau.

Die sechs Kommunen gehen unterschiedliche Wege: Karlsruhe will in dem Projekt "Green GROWNership" Eigentümer von Grundstücken und Immobilien mit verschiedenen rechtlichen, planerischen und motivierenden Instrumenten in die Entwicklung von Stadtgrün einbeziehen. In Aachen will die Kommune das Gelände eines ehemaligen Parkhauses in der Innenstadt gemeinsam mit den Bürgern als Grün- und Freifläche mit baulicher Arrondierung entwickeln. Angedacht sind eine Marktplatzfläche, eine Bühne, Wiesenflächen, grüne Aufenthaltsbereiche und Flächen für urbanes Gärtnern.

Dresden wandelt im Projekt "Vom Parkfriedhof zum Friedhofspark" einen Teil des Neuen Annenfriedhofs zu einem Stadtteilpark um. Erholung, Umweltbildung und Generationenaustausch gehen Hand in Hand mit Denkmalpflege und ökologischer Aufwertung. Saarbrücken will im Projekt "Strategien für Stadtgrün in der wassersensiblen Stadt: digital - konkret - smart" Regenwasser im Straßenraum speichern und sensorgestützt zur Bewässerung der Straßenbäume einsetzen.

Fellbach erprobt im Projekt "AGRICULTURE meets MANUFACTURING" grüne Innovationen für das Gewerbegebiet der Zukunft. Sie will beispielsweise Abwasser in Gewerbegebieten aufbereiten und vor Ort für urbane Landwirtschaft nutzen. In Ingolstadt trifft Landschaftsplanung auf Stadtplanung: Über ein "Animal-Aided Design" werden im Projekt "Faunistische Raumwiderstandsanalyse als Grundlage für Biotopverbundplanung auf Stadtebene" Barrieren für Tiere in der Stadt erkannt. Durch gezielte planerische Eingriffe lassen sich so städtische Grün- und Freiräume, Grünkorridore und Biotope besser vernetzen. cm/BBSR

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 09/2021 .

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