Minimalistisches Wohnen im Mittelpunkt der Landesgartenschau

Bayern: Gärten für Tiny Houses auf der LGS Würzburg

Meditative Ruhe verspricht der "Entschleunigte Garten", der durch einen Sichtschutz von dem restlichen Gelände abgeschirmt wird. Grafik: Garten- & Landschaftsbau Markus Elsasser

Die Themengärten auf der bayerischen Landesgartenschau (LGS) 2018 in Würzburg werden sich Zukunftsszenarien des Wohnens widmen. Im Rahmen eines Baustellenfests präsentierte der Verband Garten,- Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Bayern Projektideen seiner Mitgliedsbetriebe zum Wohntrend Tiny Houses. Die Gärten für die winzigen Behausungen werden dann im Frühjahr gebaut.

Der Trend geht zu "tiny houses"

Das Konzept dieser minimalistischen Behausungen richtet sich vor allem an flexible Berufstätige und Studenten. Der größte Vorzug solcher Hütten, in denen man auf kleinstem Raum lebt, sei unkomplizierte Mobilität. Gerade digitale Nomaden, deren einziges Arbeitsmittel der Laptop ist und die häufig den Standort wechseln, dürfte das Konzept entgegenkommen. Aber auch wohlhabende Villenbesitzer könnten sich durch den Aufenthalt in den Hütten vom "Alltagsballast" befreien.

Das Motiv der Alltagsflucht spiegelt sich auch in den Namen der Schaugärten wider: Vom "Auszeit Garten" über den "Entschleunigten Garten" bis hin zum "Zeitlosen Garten" suggerieren sie Ruhe und Erholung. Der "Auszeit Garten" wird Staudenbeete, Obstbäume, gemütliche Sitzgelegenheiten und auch Tiere beherbergen. Heuballen und Feldwege sollen dem Werk der Baumgart Garten- und Landschaftsbau GmbH ein ländliches Flair verleihen. Die dazugehörige Hütte "muse_haus" stammt aus der Feder der Sägezahn Architektur in Holz GmbH. Ein verglaster Giebel soll den Blick in die Baumwipfel öffnen.

Grünes Wohnzimmergefühl

Meditative Ruhe verspricht der "Entschleunigte Garten" der Firma Garten- & Landschaftsbau Markus Elsasser. Schon beim Betreten der farbenfroh bepflanzten Anlage soll die Hektik ausgesperrt werden: Ein Sichtschutz wird den ringförmigen Weg in den Garten umgeben und so eine Barriere zwischen Besucher und Alltag errichten. Hinter einem kleinen Wäldchen erwartet den Gartengast dann der "Denkraum" der QB Werkstatt. Die helle, spartanische Hütte lädt zum In-Sich-Gehen und Nachdenken ein.

Im "Zeitlosen Garten" der Nordgrün Nürnberg Garten- und Landschaftsbau GmbH sollen die Grenzen zwischen Garten und Wohnraum aufgelöst werden. Eine Schlüsselrolle in der Planung spielt dabei eine Deluxe-Gartenlaube: Die "Ettwein Gartenlounge" von der Werner Ettwein GmbH soll dem Besucher ein extravagantes grünes Wohnzimmergefühl bescheren.

Der "Zeitlosen Garten" soll dem Besucher ein extravagantes grünes Wohnzimmergefühl bescheren. Grafik: Nordgrün Nürnberg Garten- und Landschaftsbau GmbH

Herzstück des "Zeitgerechten Gartens" der PlantaPhant GmbH wird der "Bahnhof des Lebens" sein. Am Bahnsteig mit Feuerstelle soll ein Wasserlauf vorbeifließen. Eine handgefertigte Lore aus Stahl wird die Schienen schmücken, die quer über das Gelände verlaufen sollen. Der Rundweg ist senioren- und behindertengerecht konzipiert und wird von der Hütte "Flying-Space" gesäumt werden. Das Werk der SchwörerHaus KG soll ein "offenes und zeitgerechtes Wohnen für Jung und Alt" verkörpern.

Der "Zeitsparende Garten" der Garten- und Landschaftsbau Seufert GmbH & Co. KG will zunächst Neugierde wecken: Er wird hinter einer roten Holzwand verborgen liegen, die nur ein einzelner Baum überragt. Hinter der hölzernen Barriere soll es eine inszenierte Bepflanzung, eine Natursteinmauer, ein Wasserbecken und eine Stahlpergola geben. Das "kleine Haus" von claus arnold architekt wird die Gestaltung des Schaugartens abrunden: Es ist als modulares, vielseitiges und kompaktes Häuschen konzipiert.

Auch wenn das Hauptaugenmerk der Schaugartengestalter auf meditativer Ruhe liegt, wird es auf der Landesgartenschau zwei Tage lang lärmen - was durchaus erwünscht ist. Am 5. und 6. April werden nämlich die jungen Wilden des GaLaBaus zum Bayern Cup in Würzburg erwartet. Beim Berufswettbewerb will der GaLaBau-Nachwuchs aus allen Teilen des Freistaats sein Können unter Beweis stellen.

Hendrik Behnisch

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 01/2018 .

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