Bayern
München plant 150 neue Bäume

Ziel ist es, die stark versiegelte Innenstadt angesichts zunehmender Hitzetage zu begrünen und für die Besucher dort deutlich mehr Schatten zu schaffen. Nach Angaben der Stadtverwaltung kommen jährlich 28 Millionen Menschen in die Fußgängerzone. Die ersten Pflanzungen sollen voraussichtlich im Herbst 2026 in der Sendlinger Straße beginnen.
Insgesamt wird das Projekt über mehrere Jahre umgesetzt, da jeder Standort individuell geplant und mit verschiedenen Beteiligten abgestimmt werden muss. Dazu zählen unter anderem Feuerwehr, Versorgungsträger, Baustellenkoordination sowie Veranstaltungen wie der Christkindlmarkt, um Einschränkungen in der Fußgängerzone möglichst gering zu halten.
Die vergleichsweise hohen Kosten pro Baum ergeben sich vor allem aus den komplexen Bedingungen in der dicht bebauten Innenstadt. Neben der eigentlichen Pflanzung umfassen sie umfangreiche Straßenbauarbeiten, den Schutz und die Verlegung unterirdischer Leitungen, spezielle Wurzelschutzsysteme sowie die Beschaffung bereits größerer Bäume und deren mehrjährige Pflege. Besonders aufwendig sind Konstruktionen zum Schutz der Wurzeln vor dem starken Lieferverkehr, der in der Münchner Fußgängerzone eine außergewöhnlich hohe Belastung darstellt.
Finanziert wird das Vorhaben aus städtischen Mitteln, ergänzt durch Fördergelder etwa von der KfW und der Regierung von Oberbayern sowie durch Spenden aus der Aktion „Schatten spenden“. Rund 170.000 Euro sind dabei bislang zusammengekommen.
Neben den Baumpflanzungen sind auch weitere Maßnahmen geplant, etwa ein verbessertes Blindenleitsystem und neue Unterflur-Abfallbehälter, um die Aufenthaltsqualität in der Altstadt insgesamt zu erhöhen.
Kritik kommt vor allem aus der Stadtrats-Opposition. Die Fraktion von CSU und Freien Wählern bemängelt vor allem die hohen Ausgaben für das Projekt. Zwar unterstütze man grundsätzlich mehr Grün in der Innenstadt, erklärte der baupolitische Sprecher Alexander Reissl, doch angesichts knapper Kassen seien Baumkosten von teils bis zu 95.000 Euro pro Stück zu teuer. „Hier erwarten wir von der Stadtverwaltung mehr Augenmaß und wirtschaftlich tragfähige Lösungen damit ökologische Verbesserungen nicht zulasten anderer dringend notwendiger Investitionen gehen“, sagte Reissl gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“.
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