bdla will Frauen in der grünen Branche stärken

Berliner Festival zeigt Perspektiven von Landschaftsarchitektinnen

"Women in Architecture" ist eine Initiative zur Sichtbarmachung und Vernetzung von Frauen in Architektur, Stadtplanung, Landschafts- und Innenarchitektur sowie zur Förderung von Diversität in der Baukultur.
Frauenförderung Landschaftsarchitektur
Auf dem Podium diskutierten Carolin Buttker, Susana Ornelas, Dr. Moritz Ahlert und Dr. Xenia Kokoula (v. l. n. r.) moderiert von Luisa Balz (Mitte) über Berufspraxis im Wandel. Foto: bdla-BB/Tina Merkau WILA25

Unter der Schirmherrschaft der früheren Bundesbauministerin Klara Geywitz, der Präsidentin der Bundesarchitektenkammer Andrea Gebhard und der Architektenkammer Berlin als ideellem Träger fand vom 19. bis 29. Juni zum zweiten Mal das bundesweite Festival Women in (Landscape) Architecture (WIA/WILA) statt.

Das Festivalformat beleuchtet in zahlreichen Veranstaltungen die Leistungen von Planerinnen sowie das Thema Diversität in der Baukultur. Bereits 2021 hatten Akteure des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekt:innen Berlin/Brandenburg als Teil des Festivals zum eintägigen WILA 24h-Event über Women in Landscape Architecture eingeladen. Mit "WILA 2025 – 48h" gab es nun eine zweitägige Neuauflage in Berlin.

Für Gleichberechtigung braucht es ein neues Miteinander

Auf dem Programm der WILA 2025 standen hauptsächlich Podiumsdiskussionen, Workshops, Panels und Fachvorträge von Akteurinnen aus Planung, Lehre, Verwaltung und Fachmedien. So klar, wie anfangs die festivalübergreifende Frage war – nämlich wie sich Gleichberechtigung in der Branche planen, realisieren und beschleunigen lässt – so drastisch fiel das Fazit aus: Die Bauwende braucht nicht nur neue Werkzeuge, sondern ein neues Miteinander. Gleichstellung in der Planung sei nicht verhandelbar, betonte Prof. Dr. Jutta Allmendinger in ihrer Keynote.

Auf dem Podium im Zentrum für Kunst und Urbanistik diskutierten Carolin Buttker (Stadt Cottbus), Susana Ornelas (competitionline), Dr. Xenia Kokoula und Dr. Moritz Ahlert (beide TU Berlin) zum Thema Berufspraxis im Wandel. Nach wie vor hätten es Frauen mit Benachteiligung zu tun, sagte Kokoula. In Zukunft brauche es mehr strukturelle Förderung, Stimmen von Frauen mit Migrationshintergrund und mehr Diversität an Hochschulen. Glaubt man Ahlert, ist sie nicht nur Zukunftsmusik: Trotz alarmierender Entwicklungen wie dem Erstarken der AfD oder dem bayerischen Anti-Gender-Gesetz interessieren sich immer mehr Studierende für politische und feministische Themen.

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Am zweiten Festivaltag ging es in interaktiven Panels und Workshops um faire Arbeitsstrukturen, stärkenorientierte Führung, individuelle Vorsorge und finanzielle Selbstbestimmtheit. Foto: bdla-BB/Tina Merkau WILA25

"Die Bauwende ist weiblich!"

Auch Ornelas hob hervor, dass sich die Sichtbarkeit und Gleichberechtigung von Frauen dank neuer Festivals, Netzwerke und Auszeichnungen erhöht habe. Eine kulturelle Wende sei längst zu beobachten und bezog sich auf das Zitat von Simay Peters (Architects for Future): "Die Bauwende ist weiblich!". Das neue Selbstverständnis der Profession sei es, Planung als Sorgearbeit für Gesellschaft, Umwelt und Stadt zu verstehen. Das stärke weibliche Perspektiven und setze das Thema Care-Arbeit in einen positiv besetzten Kontext. Auch KI solle als Chance nutzbar gemacht werden, um Gleichstellung zu fördern.

Ein weiteres Fazit der Podiumsdiskussion: Die Landschaftsplanung erfährt zunehmend Anerkennung, während die klassische Architektur einen Bedeutungsverlust erleidet. Noch immer herrscht ein schwieriges Verhältnis zwischen beiden Professionen, wirtschaftliche Benachteiligung inklusive. Auch die Verwaltung wurde beleuchtet als Raum, in dem Gleichstellung bereits (zumindest vordergründig) Praxis ist. Doch auf kommunalpolitischer Ebene sind Rückschritte zu erkennen. Frauen sollen mutiger werden, sich verbünden und die "Instrumente der Männer" nutzen, ohne dabei die eigene Weiblichkeit aufzugeben. Netzwerke, Stammtische, offene Gespräche und Räume wie WILA2025: Sie alle seien Mittel, um Veränderungen anzustoßen. Demokratische Räume denken alle jene mit, die am Rand der Gesellschaft stehen. Nicht in Zielgruppen zu denken, sei wichtiger denn je.

Die "inspirierenden Wege" von Frauen in "der so genannten Männerdomäne Bau" sichtbar zu machen "und dem Ideenreichtum von Architektinnen, Innenarchitektinnen, Landschaftsarchitektinnen und Stadtplanerinnen mehr Raum zu geben", war das übergreifende Ziel der verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen des WIA/WILA-Festivals, sagte Andrea Gebhard. "Ich wünsche mir, dass durch den weiblichen Blick auf unsere gebaute Umwelt eine Erweiterung von etablierten Perspektiven stattfindet. Chancengleichheit und Diversität machen uns als Gesellschaft stärker."

ph

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