"Stein und Pflanze" im Fokus des 11. Garten- und Landschaftsbautags

Beim Bau von Trockenmauern werden die Lieferanten knapp

Fast 200 Fachbesucher verfolgten die Vorträge zum GaLaBau-Tag an der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau. Foto: LVG Erfurt

Mit fast 200 Gästen war der Garten- und Landschaftsbautag der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau (LVG) Erfurt der bisher bestbesuchte seiner Art. Landschaftsgärtner und -architekten, Vertreter von Grünflächenämtern sowie Studierende und Fachschüler waren gekommen, um sich über das Themen "Stein und Pflanze" zu informieren.

Anspruchsvolle Hangbefestigungssysteme

Rainer Ankele von Rinn Beton & Naturstein aus Heuchelheim sprach zu anspruchsvollen Hangbefestigungssystemen aus Trockenmauersteinen in Kombination mit Geogitter und Filterbeton. Anhand verschiedener Praxisbeispiele erklärte er anschaulich, worauf es bei der Errichtung von Stützmauerwerken ankommt. An verschiedenen Baustellenbeispielen erläuterte er die Bedeutung von Boden- und Gründungverhältnissen im Zusammenhang mit Statik und gewählter Bauweise. Die gezeigten Schadensfälle führten während der Pausen zu angeregten Gesprächen.

Michael Heck von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg ging in seinem Vortrag "Die Naturteinmauern in terrassierten Weinbau-Steillagen" auf die Ursprünge der Trockenmauern ein. Wurden früher überwiegend Natursteine aus regionalen Steinbrüchen kostengünstig eingesetzt, steht man heute vor dem Problem, nur noch wenige Steinbrüche zu finden. Auch für den Weinbau ist es eine Frage der Rentabilität geworden, solche Mauern zu erhalten. Trotzdem appellierte Michael Heck an die Zuhörer: "Alte Kenntnisse zu bewahren und an junge Generationen weiterzugeben".

Pflanzen für verschiedene Mauerbereiche

Prof. Dr. Wolfram Kircher, Hochschule Anhalt aus Bernburg, verlagerte in seinem Beitrag den Blick auf Trockenmauern als Lebensraum für Pflanzen. An Beispielen zeigte er, dass die verschiedenen Mauerbereiche Pflanzen mit trockenen, frischen oder feuchten Standortansprüchen erfordern.

Prof. Dr. Wolfram Kircher warf einen Blick auf "Trockenmauern als Lebensraum für Pflanzen". Foto: LVG Erfurt

Cornelia Pacalaj sprach über die Verwendungsmöglichkeiten verschiedener Allium-Arten. Foto: LVG Erfurt

Zum Thema "Farbenexplosion im zeitigen Frühjahr mit Blumenzwiebeln" zeigte Peter Stolk (Flower Your Place BV, Boskoop) beeindruckende Aufnahmen verschiedenster Mischungen von Frühblühern wie Tulpen, Iris und Narzissen. Weiterhin erläuterte er ein Verfahren seiner Firma zur effizienten schnellen Pflanzung von Blumenzwiebeln. Interessierte Fragen der Anwesenden bezogen sich besonders auf die Anwendbarkeit bei schweren vernässten Standorten, die in Thüringen häufiger auftreten.

In ihrem Vortrag "Gib dem Beet die Kugel: Allium mehr als ein Trend" berichtete Cornelia Pacalaj (LVG) nach einem Überblick zu verschiedenen Allium-Arten von Erfahrungen und Ergebnissen der Versuchsarbeit. So stirbt bei einigen Sorten das Laub vor der Blütenbildung ab. Durch die Kombination mit Gräsern kann unansehnliches Laub zur Blütezeit gut überdeckt werden. Für viele Sorten sind warme, sonnige Standorte mit gutem Wasserabzug wichtige Standortvoraussetzungen.

Kleinbäume für öffentliches und privates Grün

Auf die Frage "Streuen oder Rastern? Bäume im Paket" ging Prof. Dr. Wolfgang Borchardt (FH Erfurt) im folgenden Vortrag ein. Neben Möglichkeiten der regelmäßigen Baumstellung beispielsweise durch gedeckte Alleen oder Baumpergolen lenkte er mit Hilfe von Skizzen und Bildern den Blick auf die natürliche Wirkung von verschiedenen Pflanzabständen in Baumreihen. Eine auflockernde Wirkung für den Betrachter ergibt sich auch durch Bäume, die im Rahmen freier Baumstellungen vereinzelt die disziplinierte Pflanzung verlassen.

Empfehlenswerte Kleinbäume für öffentliches Grün und Hausgärten stellte Dr. Gerd Reidenbach (LVG) zum Thema "Die Großen unter den Kleinen" vor. Ausgehend von den gesammelten Erfahrungen auf dem Gelände der LVG ging er sowohl auf Gehölze mit Wuchsdepressionen unter hiesigen Bedingungen wie zum Beispiel dem Kanadischen Judasbaum als auch auf empfehlenswerte Kleinbäume wie die Blumenesche oder die Kugelsteppenkirsche ein.

Ein besonderer Abschluss gelang mit dem Vortrag von Dr. Daniel Rimbach (Büro Rimbachplan, Bad Liebenstein) über die Gärten in Kyoto. Er erläuterte die japanische Denkweise, bauliche Elemente wie Sand- und Kiesflächen oder Zäune zur Gliederung zu nutzen und den sparsamen Einsatz von Pflanzen und Steinen als "harmonischen Fußabdruck" des Menschen darzustellen.

Elke Mohnhaupt

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 06/2013 .

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