Berufsbildung

Berufsbachelor kommt bereits zum 1. Januar 2020

Bauleiter können künftig auch den Berufsabschluss Bachelor Professional oder Master Professional haben. Foto: Wiltrud Lütge, Neue Landschaft

Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat einer Reform des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) zugestimmt. Sie soll zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Neue Bezeichnungen wie "Bachelor Professional" sollen die Abschlüsse aufwerten. Das Echo ist jedoch gemischt. Die beruflichen Fortbildungsstufen werden künftig "Geprüfter Berufsspezialist", "Bachelor Professional" und "Master Professional" heißen. Bezeichnungen wie Geselle, Fachwirt und Geprüfter Betriebswirt nach Handwerksordnung stehen nun zur Disposition. Ob sie tatsächlich entfallen werden, will die Regierung im Dialog mit den Sozialpartnern entscheiden.

Fest steht allerdings: Erhalten bleiben der Meister und der staatlich geprüfte Techniker. Der Meister darf sich künftig zusätzlich "Bachelor Professional" nennen. Die englischen Bezeichnungen sollen helfen, Berufsabschlüsse international besser zu vergleichen.

Kritiker der Reform sind die Kultusminister- und die Hochschulrektorenkonferenz. Die Begriffe "Bachelor" und "Master" würden zu Verwirrung führen, weil sie mit dem akademischen Bildungsweg verbunden seien.

Baden-Württembergs grüne Wissenschaftsministerin Susanne Eisenmann kritisierte, die Bezeichnungen würden die berufliche Ausbildung nicht als eigenständige Marke stärken, sondern sie schwächen. Es würden Titel vergeben, "die so tun, als ob es akademische Ausbildungen werden".

Bundesministerin Anja Karliczek weist die Vorwürfe zurück. Der Zusatz "Professional" verhindere eine Verwechselungen mit Hochschulabschlüssen. Es sei ihr wichtig, "dass die Unterscheidbarkeit bleibt, dass man weiß, das ist eine berufliche Qualifikation, eine berufliche Weiterbildung". Darin hat sie die Unterstützung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Die Gewerkschaften sehen die neuen Berufsbezeichnungen kritisch. Doch der DGB spricht von einem "tragfähigen Kompromiss". Bestehenden Titel würden neben den neuen erhalten bleiben.

Hintergrund der Reform der beruflichen Bildung ist ein Anstieg der Abiturienten auf jährlich fast eine halbe Million. In den 1960er Jahren machten im Westen Deutschlands lediglich 65 000 Menschen Abitur. Parallel dazu schrumpfte die Zahl der Auszubildenden: Zwischen 2008 und 2018 sank sie um etwa 300 000 Menschen. Seit langem gab es deshalb die Forderung, die Ausbildung attraktiver zu machen. cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 12/2019 .

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