Beuth Hochschule diskutiert ihre Umbenennung

Christian Peter Wilhelm Beuth, hier mit Wilhelm von Humboldt als Skulptur vor dem DIN in Berlin, war nicht nur ein Reformer, sondern auch ein antisemitischer Hassredner. Foto: Georg Slickers, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Die Beuth Hochschule für Technik Berlin, Heimat der Bachelor-Studiengänge „Landschaftsarchitektur“ sowie „Landschaftsbau und Grünflächenmanagement“, diskutiert ihre Umbenennung. Ihr Namenspatron, der preußische Reformer Christian Peter Wilhelm Beuth (1781-1853), war nicht nur ein geistiger Vater der Ingenieurwissenschaften, sondern auch ein antisemitischer Hassredner.

Das hatte die Hochschule als sie sich 2009 für diesen Namen entschied nicht ausreichend geprüft. Denn bereits 2003 hatte der Literaturwissenschaftler Stefan Nienhaus in seiner Habilitationsschrift eine antisemitische Rede Beuths vor der „Deutschen Tischgesellschaft“ im Jahr 1811 ans Licht gebracht. Zur Beschneidung jüdischer Jungen zitierte er den heutigen Namenspatron: „… so wird das verbluten, und verschneiden manches Judenjungens die wahrscheinliche und wünschenswerte Folge davon sein.“ Er behauptete auch, die Juden wollten die Christen „ausrotten“ und, dass sie „Christenkindern das Blut abzapfen und trinken“.

Für Prof. Dr. Achim Bühl, Soziologe an der Beuth Hochschule, vertrat Beuth damit nicht nur einen „rigiden christlichen“ sondern auch einen „völkischen“ und „exterminatorischen Antisemitismus“. Für Bühl ist das eine „hassgetränkte Rhetorik“. Dass Beuth in seiner Rede vor der Tischgesellschaft zudem Juden mit Schweinen gleichsetzte, senke „im Kontext rassifizierender Animalisierung das Tötungshemmnis“. Die „ausgeprägten Gewaltfantasien“ zielten auf eine „physische Existenzvernichtung der Juden ab“, meinte Bühl. Er verlangte, die Umbenennung zügig voranzutreiben, um weiteren Schaden von der Hochschule abzuwenden. Über eine Umbenennung wird die Akademische Versammlung der Hochschule entscheiden müssen. cm

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