BGL-Frühjahrsumfrage 2026
GaLaBau-Stimmung eingebrochen, Auftragslage weiter hoch

An der Frühjahrsumfrage nahmen 699 Unternehmen der insgesamt 4.254 Mitgliedsbetriebe in den elf GaLaBau-Landesverbänden teil. Die Umfrage gibt seit 2005 turnusmäßig Einblick in die Stimmungslage, Auftrags- und Erlössituation der Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus in Deutschland. Die Mitgliedsbetriebe der Landesverbände erwirtschaften zurzeit rund 63 Prozent des gesamten Marktumsatzes der Branche.
Auftragslage ähnlich Vorjahres-Niveau
40,1 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen beurteilen ihre Geschäftslage in diesem Frühjahr als „befriedigend“ (2025: 32,1%), 8,2 Prozent als „schlecht“ (2025: 2,8%). Auch diese Zahlen dokumentieren eine Verschlechterung der geschäftlichen Stimmung im Garten- und Landschaftsbau gegenüber dem Vorjahr.
Dabei zeigt sich die Auftragslage auf einem ähnlichen Niveau wie 2025: Im Neubau und in der Pflege beträgt die durchschnittliche Auslastung jeweils 18 Wochen (2025: Neubau 19 Wochen; Pflege 18 Wochen). Erneut zeigt sich die Auftragslage in der Pflege besser als im Frühjahr vor der Corona-Pandemie (2019: Pflege 14 Wochen). Die befragten GaLaBau-Betriebe sehen das etwas kritischer: 66,7 Prozent nennen ihre aktuelle Auftragslage im Vergleich zum Vorjahr „gleich“ oder „besser“ (2025: 72,6%). 33,3 Prozent sehen die Auftragslage im Vergleich „schlechter“ (27,4%).
Ertragslage „unbefriedigend“ sagen 65,2%
Die Gewinn- und Ertragssituation dieses Jahres bleibt für viele Betriebe anspruchsvoll. 65,2 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Ertragslage als „unbefriedigend“ oder „verbesserungsfähig“ (2025: 54,5%). Das ist ein Anstieg der negativen Bewertung von Gewinn und Ertrag um 10,7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Nur 34,8 Prozent geben noch an, dass die Gewinne den Erwartungen entsprechen.
Hohe Material-, Energie- und Personalkosten sowie die angespannte Haushaltslage vieler Kommunen belasten nach wie vor die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe. Im öffentlichen Bereich berichten knapp 29 Prozent der Unternehmen von rückläufigen Preisen beziehungsweise Auftragsvolumina, während rund 26 Prozent höhere Werte verzeichnen. Auch private Auftraggeber agieren vielerorts vorsichtiger. Gründe dafür sind vor allem die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit und das gedämpfte Konsumklima.
Die Beschäftigungssituation im GaLaBau zeigt sich weiter beständig. Mit durchschnittlich 22 Beschäftigten pro verbandlich organisiertem Betrieb bleibt das Personalniveau in der Branche auf einem hohem Level. Rund 48 Prozent der Unternehmen haben ihre Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr angepasst, die Veränderungen fielen dabei jedoch insgesamt moderat aus. Das bestätigt die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte für die Branche. Viele Betriebe setzen auf eine dauerhafte Personalbindung und Ausbildung.
Blick in die Zukunft verhalten optimistisch
Die gedämpfte Stimmung schlägt sich auch bei der Frage nach den Zukunftsaussichten der Branche nieder. Zwar bricht sich hier Optimismus Bahn, doch eben verhaltener als in den vergangenen Jahren. Für die verbleibenden Monate dieses Jahres vergeben 84,2 Prozent die Schulnoten 1 bis 3, also „sehr gut“ bis „befriedigend“ (Frühjahr 2025: 89,5%; Frühjahr 2019: 97,6%). Für den eigenen Betrieb vergeben 88,5 Prozent die Noten 1 bis 3 (Frühjahr 2025: 94,4%).
Auch beim Blick in die langfristige Zukunft („die nächsten fünf Jahre“) von Branche und eigenem Betrieb ist der Optimismus des Garten- und Landschaftsbaus geringer geworden. 81,5 Prozent bewerten die Aussichten der Branche mit den Schulnoten 1 bis 3 (2025: 86,2%). Für den eigenen Betrieb vergeben die Mitgliedsbetriebe zu 87,7 Prozent die Noten 2 bis 3 (2025: Noten 1 bis 3 zu 94,3%).

Banzhaf: Der GaLaBau bleibt robust
„Die erwarteten, aber bislang ausgebliebenen Reformen zum Bürokratieabbau sowie der nicht in Gang kommende Bau-Turbo dämpfen die Stimmung und Zuversicht nicht nur in unserer Branche“, kommentierte BGL-Präsident Thomas Banzhaf die Zahlen. Doch der GaLaBau zeige sich auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch immer robust. „Gleichzeitig bleibt der Bedarf an klimaangepassten Städten mit grün-blauer Infrastruktur sowie hochwertigen Frei- und Gartenanlagen langfristig hoch. Das gibt unserer Branche nach wie vor eine stabile Perspektive.“
Der GaLaBau bleibe ein Zukunftsmarkt mit großem gesellschaftlichem Nutzen, sagte der BGL-Präsident. „Klimaanpassung durch Stadtgrün, Regenwassermanagement und biodiverse Freiräume wird in den kommenden Jahren noch weiter an Bedeutung gewinnen und unseren Betrieben dann wachsende Umsätze ermöglichen.“, betonte Banzhaf: „Unsere Betriebe verfügen über das Know-how und die Innovationskraft, um diese Aufgaben erfolgreich umzusetzen.“ cm/BGL
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