BGL-Konjunkturumfrage: Die Stimmung ist ausgesprochen gut

Für die kommenden fünf Jahre bewerten rund 92 Prozent der GaLaBau-Betriebe die Perspektiven ihrer Branche positiv. Grafik: Neue Landschaft

Trotz der Coronakrise ist die Stimmung im Garten- und Landschaftsbau ausgesprochen gut. Das geht aus der Herbst-Konjunkturumfrage des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) hervor: Rund 96 Prozent der befragten Unternehmen schätzten ihre aktuelle Lage im Oktober positiv ein. Auch der Blick in die Zukunft ist optimistisch.

Grund dafür ist die gute Auftragslage: Im Bereich "Neubau" sind die Betriebe durchschnittlich 19 Wochen lang voll ausgelastet, zwei Wochen mehr als im Vorjahresherbst. Auch die Pflegeaufträge reichen für eine Vollbeschäftigung für die nächsten 13 Wochen (und damit ebenfalls zwei Wochen länger als 2019). Zudem bewerten 36 Prozent die Auftragslage besser als 2019; immerhin 54 Prozent setzen sie mit dem Vorjahr gleich. Dazu passt, dass jeder befragte Betrieb durchschnittlich 21 Mitarbeiter beschäftigt. Das sind genauso viele wie im Herbst des vergangenen Jahres.

"2020 ist durch die Corona-Pandemie gesamtgesellschaftlich ein Ausnahme- und Krisenjahr, mit unvorhersehbaren und dramatischen Entwicklungen in vielen Wirtschaftsbereichen. Deshalb freuen wir uns als grüne Branche besonders über diese positiven Ergebnisse und sind sehr dankbar dafür", so BGL-Präsident Lutze von Wurmb. "Gleichzeitig müssen wir unsere Rahmenbedingungen aber auch nutzen, um uns unternehmerisch und verbandspolitisch noch besser aufzustellen, auch zu den großen Themen wie Klima- und Umweltschutz."

Rund 92 Prozent der Befragten bewerten die Zukunftsaussichten der grünen Branche auch für die nächsten fünf Jahre noch "sehr gut" bis "befriedigend". Für den eigenen Betrieb sehen die Unternehmer noch optimistischer in die kommenden Jahre: Fast 94 Prozent bewerten die langfristige wirtschaftliche Situation ihres Unternehmens mindestens mit "befriedigend", davon 10 Prozent sogar mit "sehr gut". Rund 58 Prozent ihrer Umsätze erwirtschafteten die GaLaBau-Betriebe im Privatgartensegment. Viele Menschen investierten 2020 mehr in die Lebensqualität zuhause und in den eigenen Garten, statt in Urlaub zu fahren. Unter dem Einfluss einer temporären Mehrwertsteuer-Senkung waren vor allem Swimming Pools und Gartenbüros gefragt. Daher erlebte der Garten- und Landschaftsbau gerade in diesem Bereich einen starken Aufschwung.

"Trotz der schwierigen, gesamtwirtschaftlichen Situation bleiben wir in diesem Segment für 2021 vorsichtig optimistisch", zieht von Wurmb auf Basis der Umfrage-Ergebnisse ein positives Zwischenfazit. "Was wir aber dringend brauchen, sind weitere Investitionen und Planungssicherheit bei den öffentlichen Aufträgen für das 'Grün in der Stadt'. Hier benötigen wir von der Bundes- und Landespolitik mehr langfristige Förderprogramme für grüne Infrastruktur, Parks und öffentliche Grünflächen als Investition in Lebensqualität und Klimaschutz in den Innenstädten. cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 12/2020 .

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