FLL legt umfangreichen Fachbericht vor

Bienenfreundliche Staudenmischungen für verschiedene Standorte

Die Krause Ringdistel lockt Insekten mit ihrer violetten Blüte. Foto: Ivar Leidus, CCBY-SA 4.0; Wikipedia Creative Commons

Die ökosystemare Bedeutung von Insekten ist in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Veröffentlichungen als ein gesamtgesellschaftlich relevantes Thema in das Naturbewusstsein vorgedrungen. In einer 2020 erschienenen Meta-Analyse des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung, für die Daten aus 166 Studien mit 1.676 Untersuchungsstandorten aus 41 Ländern ausgewertet wurden, wird der Rückgang landlebender Insektenbestände weltweit im Durchschnitt mit rund 9 Prozent je Jahrzehnt angegeben. In Deutschland sind demnach sogar 19 Prozent Rückgang pro Dekade festzustellen.

Gesamtheit der Insekten betroffen

In vielen Berichterstattungen wird der Fokus lediglich auf einzelne Arten gelegt, bevorzugt auf die Honigbiene, die als Stellvertreter dieser Gruppe fungiert. Und das, obwohl sie selbst von steigender Beliebtheit der Imkerei profitiert und eher ein unpassender Kandidat ist, um auf die Problematik des Verlusts biologischer Vielfalt hinzuweisen, von der die Gesamtheit der Insekten insbesondere betroffen ist.

Bienentrachtpflanze Weißer Steinklee: Für Bienen ein gefundenes Fressen. Foto: Ivar Leidus, CCBY-SA 4.0; Wikipedia Creative Commons

Lindenblüten sind bei Baumhummeln sehr beliebt. Foto: Ivar Leidus, CCBY-SA 4.0; Wikipedia Creative Commons

In der Gruppe der Bienen gibt es allein in Deutschland über 580 verschiedene Arten, die durch ihre Bestäubungsleistung insgesamt eine wesentliche Funktion im Naturhaushalt innehaben. Von oligolektischen Bienenarten, die auf wenige Pflanzenarten spezialisiert sind oder polylektische Vertreter, die ein breiteres Blütenangebot nutzen und verschiedenste Pflanzenarten anfliegen, um Pollen und Nektar zu sammeln.

In dem im September 2020 erschienene Fachbericht Bienenweide, der unter der Leitung von Dr. Ingrid Illies, stellvertretende Leiterin des Instituts für Bienenkunde und Imkerei an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim, erarbeitet wurde, werden der grünen Branche wirkungsvolle Tipps zur Verbesserung der Lebensraumbedingungen blütenbesuchender Insekten gegeben. Die zunehmende Fragmentierung und Ausräumung der Landschaft, intensive Flächenbewirtschaftungen in Land- und Forstwirtschaft sowie Flächenversiegelung infolge zunehmender Urbanisierung sind wesentliche Einflussgrößen, die Lebensraumstrukturen und Nahrungsgrundlagen für Blüten besuchende Insekten selten werden lassen. Die grüne Branche kann eine Schlüsselrolle in der Beratung, Planung und Ausführung einnehmen, um bestehende Flächenpotentiale sowohl auf öffentlichen als auch privaten Flächen hinsichtlich bienenfreundlicher Aspekte auszuschöpfen und zukünftige Lebensraum- und Nahrungsangebote zu schaffen.

Angaben zur gärtnerischen Verwendung

Die Besonderheit des Fachberichts Bienenweide besteht in der Zusammenstellung von umfangreichen Staudenmischungen für unterschiedliche Standorte. Neben der Benennung geeigneter Pflanzenarten und ihren Blühzeiträumen werden auch Angaben zur gärtnerischen Verwendung gemacht. Bei der Auswahl wurden insbesondere solche Pflanzenarten ausgewählt, die als Wirtspflanzen für Blüten besuchende Insekten interessant sind und sich aufgrund ihres jeweiligen Pollen- und Nektarwertes als Bestandteil von Bienenweiden besonders gut eignen. Ob eine Pflanzenart aufgrund ihres Pollen- und/oder Nektarangebots geeignet ist, wird als zusätzlicher Service ebenfalls dargestellt. Übersichtlich gestaltete Tabellen erleichtern die Auswahl für Planer und Ausführende und können für Beratungsleistungen als aussagekräftige Grundlage verwendet werden.

Abgerundet wird der Fachbericht Bienenweide durch eine Zusammenstellung rechtlich relevanter Rahmenbedingungen und kompakter Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung der Lebensgrundlage je Flächentyp (öffentlich/kommunal, privat, Gewerbeflächen). Auf Bauwerksbegrünungen wird ebenso eingegangen und konkrete Arten für Dach- und Fassadenbegrünungen vorgeschlagen, die als 'bienenfreundlich' eingestuft werden. Zudem werden Anregungen gegeben, wie bei verschiedenen Produktions- und Nutzungsformen (Jagd, Forst- und Landwirtschaft, Wein- und Obstbau) bienenfreundliche Maßnahmen integriert werden können. Hinweise zu Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten sowie Beratungsangebote finden abschließend ebenfalls Erwähnung. ev/FFL

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 11/2020 .

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