BIlanz-Pressekonferenz: Stihl wächst trotz schwierigem Marktumfeld
Akku-Technologie bleibt zentraler Zukunftstreiber

Trotz geopolitischer Krisen, Handelskonflikten, negativer Wechselkurseffekte und einer weltweit verhaltenen Konjunktur erreichte der führende Hersteller von Motorsägen und motorgetriebenen Gartengeräten nahezu wieder das Rekordniveau von 2022 (5,49 Milliarden Euro). Im Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen sieht sich das Familienunternehmen damit wirtschaftlich robust aufgestellt und treibt zugleich seine technologische Neuausrichtung konsequent voran.
„Wir haben ein starkes erstes Halbjahr erlebt – der Einbruch kam mit dem zweiten Halbjahr“, schätzte Vorstandsvorsitzender Michael Traub die Entwicklung auf der Presse-Bilanzkonferenz in Waiblingen ein. Dabei erwirtschaftete Stihl knapp 91 Prozent seines Umsatzes im Ausland und konnte in nahezu allen Regionen wachsen. Gegen die schwache Binnen- und Exportkonjunktur in Australien und Neuseeland mit einer Bilanz unter dem Vorjahresniveau verstärkt Stihl seine Vertriebsmaßnahmen und erwartet 2026 Wachstum auch in dieser Region.
Nordamerika bleibt wichtigster Einzelmarkt
Regional zeigte sich ein differenziertes Bild: Westeuropa entwickelte sich insgesamt positiv und erwies sich als wichtiger Impulsgeber für die Akku-Transformation. Zweistellige Wachstumsraten von teilweise über 20 Prozent unterstreichen die Dynamik des Segments. Auch Osteuropa legte bei Akku-Produkten deutlich zu. Nordamerika blieb mit rund einem Drittel des Umsatzes der wichtigste Einzelmarkt und lag leicht über Vorjahresniveau, begünstigt unter anderem durch Vorzieheffekte infolge angekündigter US-Zölle. Lateinamerika entwickelte sich ebenfalls positiv, wobei insbesondere Märkte wie Argentinien, Kolumbien oder Peru starke Zuwächse verzeichneten. China und Indien wuchsen auch. Afrika und der Nahe Osten stellten die dynamischsten Entwicklungsregionen dar, wenn auch noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.
NL-Stellenmarkt


Die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens zeigt sich in den Kennzahlen: Die Eigenkapitalquote stieg auf 71,2 Prozent (Vorjahr: 69,0%), die Liquidität wurde weiter gestärkt. Dadurch kann Stihl Investitionen weiterhin weitgehend aus eigener Kraft finanzieren. Insgesamt investierte die Unternehmensgruppe 2025 rund 335,7 Millionen Euro in den Ausbau ihrer Produktions- und Vertriebsstrukturen. Mehr als die Hälfte davon floss nach Deutschland. Gleichzeitig wurde im rumänischen Oradea ein neues Werk eröffnet: Das erste, das ausschließlich Akku-Packs und Akku-Geräte fertigt und künftig als europäisches Kompetenzzentrum für dieses Wachstumssegment dienen soll. Am Stammsitz Waiblingen startete zudem die Eigenfertigung von EC-Motoren.
Den entscheidenden Zukunftstrend sieht Stihl weiterhin in der Akku-Technologie. Bereits 27 Prozent des weltweiten Absatzes entfielen 2025 auf akkubetriebene Produkte (nach 25% im Vorjahr). In Westeuropa liegt deren Anteil inzwischen bei rund zwei Dritteln aller verkauften Geräte. Bis 2035 soll dieser Anteil auf 80 Prozent steigen.
Neues Profi-Akkusystem soll Transformation ermöglichen
Ein wichtiger Baustein dieser Strategie ist das neue Profi-Akkusystem ALLPRO. Die neue Akkugeneration auf Basis der Tabless-Technologie soll höhere Leistungsdichte, längere Laufzeiten und kürzere Ladezeiten ermöglichen und zugleich vollständig kompatibel mit dem bisherigen AP-System bleiben. Ergänzt wird das Portfolio durch neue Profigeräte und digitale Lösungen für den professionellen Einsatz.
Für das laufende Geschäftsjahr plant Stihl nach einem verhaltenen Start mit Augenmaß und strebt an, das erreichte Umsatzniveau zu halten. Angesichts volatiler Märkte und anhaltender Unsicherheiten bewertet das Unternehmen dieses Ziel zwar als anspruchsvoll, bleibt aber seinem Anspruch treu, die Technologieführerschaft aus dem Verbrennergeschäft langfristig auf die Akku-Welt zu übertragen.
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