BIM als Arbeitsmethodik im Privatkundenmarkt?

Der grüne Daumen wird digital

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Die Arbeitsmethodik BIM (Building Information Modeling) steht im Kern für Teamarbeit und gemeinsame Anstrengungen in einem durchgängigen Wertschöpfungsprozess. Diese digitale, softwarebasierte Methode soll helfen betriebsinterne Prozesse zu vereinfachen, die Qualität zu erhöhen, sowie Kosten und Termine im Rahmen zu halten. Damit ist die Zielstellung identisch zu unseren täglichen Herausforderungen gerade auch im Privatkundenmarkt.
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Visualisierung der Gestaltungsidee mit Grünstudio 3D Pool-Designer mit inkludierten Sachdaten. Quelle: Hans Gageler

Für viele Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau werden noch einige Jahre ins Land gehen, bis sie sich aktiv an BIM-Prozessen beteiligen müssen. Bei öffentlichen Auftraggebern wird das eher der Fall sein. Ob bei Privatgärten BIM zur Pflicht wird, kann heute noch nicht wirklich eingeschätzt werden. Einer genaueren Betrachtung der Chancen und Potenziale beim Einsatz von BIM sollten sich aber auch Unternehmen nicht verschließen, die ausschließlich im Privatkundenmarkt aktiv sind.

Neben den Herausforderungen durch die notwendige, immer weiter fortschreitende Digitalisierung im Garten- und Landschaftsbau stehen wir heute und in den kommenden Jahren zusätzlich einem akuten Fachkräftemangel gegenüber. Dieser wird neben fehlendem gut qualifizierten Personal auf der Baustelle besonders auch durch fehlende Fachkompetenz in den Bereichen Kalkulation und Baustellenmanagement deutlich zu spüren sein. Kann die Planungsmethodik BIM dort Lösungsansätze und Potenziale bieten, dieser Situation nachhaltig etwas entgegenzusetzen? Welche Chancen und Möglichkeiten ergeben sich, oder einfach nur was kann ich für meine betriebliche Organisation nutzen und umsetzen. Manchmal genügt es zum Beispiel schon, wenn Alle im Unternehmen mit den gleichen Unterlagen arbeiten und zu aufgabenbezogenen aktuellen Daten – vom Plan bis zum Controlling – Zugang haben.

Trotz vieler Chancen haben sich eine Reihe von Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau noch nicht mit dem Thema BIM beschäftigt. Das tägliche Kerngeschäft und der befürchtete personelle und finanzielle Aufwand scheinen häufig im Weg zu stehen. Im Prinzip gilt nach wie vor die dem 1801 in Wien geborenen Johann Nepomuk Nestroy zugeschriebene Aussage: "Wenn ich meine stumpfe Säge schärfen würde, könnte ich doppelt so schnell arbeiten, ich habe aber keine Zeit die Säge zu schärfen, ich muss sägen." Auf Grund des sich seit Langem verschärfenden Mangels an Fachkräften ist zu vermuten, dass in Zukunft immer weniger Führungskräfte überhaupt erkennen, dass die Säge stumpf sein könnte.

Was hat jetzt der Arbeitszeitverlust durch eine nicht scharfe Säge mit BIM zu tun? BIM beschreibt nicht, wie häufig angenommen, zwingend ein dreidimensionales sehr komplexes Gebäudemodell. BIM ist vielmehr eine Arbeitsmethodik, ein Werkzeug, eine Plattform, die alle im Wertschöpfungsprozess für die Baumaßnahme relevanten Daten und Informationen bereitstellt, verwaltet, strukturiert und verfügbar macht. Sie stellt sie in den verschiedensten räumlichen, technischen, zeitlichen u. a. Dimensionen dar und macht sie für ein effektives Agieren nutzbar und wertschöpfend. Die Arbeitsmethodik BIM unterstützt also einfach eine transparente und visuelle Arbeitsweise im Unternehmen – mit allen sich daraus ergebenden Vorteilen.

Viele CAD-Anwender im Garten- und Landschaftsbau verwenden im Prinzip heute schon BIM-Arbeitsweisen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie hinterlegen zu den gezeichneten CAD-Objekten routinemäßig Informationen zu Mengen und Mengennachweisen, Qualitäten, Kosten und Herstellern. Diese Informationen werden schon in dieser Organisationsstufe bei Planänderungen automatisch angepasst und für darauf aufbauende Prozesse, beispielsweise die Angebotserstellung und Rechnungslegung genutzt.

Gedanklicher Ansatz: "closed BIM"

Closed BIM als betriebsinternes BIM beschreibt in der Regel die Situation, bei der alle am Prozess Beteiligten mit derselben Software arbeiten. Zusatzprogramme sind über Plug-Ins, Schnittstellen oder andere Wege direkt an diese Zentrale angebunden. Die Zusammenarbeit in gleichen Strukturen und Formaten erleichtert die Nutzung der BIM Strategien wesentlich und die Umsetzung der Strategie kann schrittweise in Abhängigkeit von vorhandenen technischen und personellen Ressourcen im Unternehmen erfolgen. Sie optimieren Ihren Arbeitsablauf, indem Sie Vorlagen, wiederverwendbare Komponenten und Automatisierungstools verwenden und sich wiederholende Aufgaben beschleunigen. Eine organisierte Herangehensweise an Ihre Arbeit kann den Zeitaufwand für jede Aufgabe erheblich reduzieren.

Damit ist die technische Basis des closed BIM im Wesentlichen mit der in den meisten Unternehmen vorhandenen Digitalisierungsstruktur identisch.

Viele Unternehmen verfügen bereits heute über Messtechnik, angebundene Präsentationssoftware, integrierte CAD- und Businesssoftware sowie entsprechende Apps, die den Informationsfluss von und zur Baustelle sicherstellen.

Bereits in der frühen Phase der Beratung von Privatkunden sollten Information zur Verfügung stehen, die sowohl eine fachliche und technische, als auch eine finanzielle Bewertung ohne Mehraufwand ermöglichen.

Zunehmende Komplexitäten durch eine Vielzahl neuer Materialien, stetig steigende gesetzliche Anforderungen, wachsendes Kostenbewusstsein und sich stark verändernde Ansprüche neuer Kundengenerationen werden immer mehr die Notwendigkeit schaffen, bereits in der Beratungsphase zuverlässige Informationen zu Materialien, Kosten, Nachhaltigkeit etc. zur Verfügung zu haben. Beim Einsatz von beispielsweise Grünstudio 3D für die Kundenberatung und Ideenvisualisierung stehen schon in dieser Phase eine Vielzahl von Informationen zur Verfügung. Die Gestaltungselemente sind bereits im System mit einer Vielzahl von Detailinformationen verknüpft – eine Grundfunktionalität der Planungsmethodik BIM. Zusätzlich ermöglicht es die Visualisierung Raumstrukturen und Raumbeziehungen ökologisch und ökonomisch zu bewerten, zeigt Funktionen auf und macht Zusammenspiele und Abhängigkeiten vorher sichtbar und berechenbar. In der Phase des gestalterischen Denkens werden bereits die Grundlagen für die Wirtschaftlichkeit Ihres Projektes gelegt, präzise Informationen sind dafür von absoluter Bedeutung.

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Vorentwurf einer Hangbefestigung (Erosionsschutz) entlang eines Weges auf einem zuvor mit Grünstudio 3D maps importieren Gelände. Quelle: Hans Gageler
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Für alle Objekte kam man Einheitspreise eingeben und in sogenannten Preislisten speichern. Die Daten sind als Kostenschätzung in Office-Programmen nutzbar. Quelle: Hans Gageler

Innovative Ansätze zur Kundenberatung

Die Planung von Garten- und Landschaftsprojekten erfordert präzise und verlässliche Grundlagendaten, die den Entwurfsprozess unterstützen und fundierte Entscheidungen ermöglichen. Die Beratung unterstützende Programme wie etwa Grünstudio 3D bieten in diesem Zusammenhang vielseitige Werkzeuge, die auf die spezifischen Anforderungen der Planenden abgestimmt sind. Es stellt verschiedene Methoden zur Datenaufnahme und -integration, von der zweidimensionalen Geodatenverarbeitung bis hin zur dreidimensionalen Geländevisualisierung bereit. Damit ist die Beratung sowohl für kleinere Hausgartenprojekte als auch für größere, komplexe Projekte wirtschaftlich umsetzbar.

Ein wesentlicher Aspekt bei der Vorbereitung der Kundenberatung ist die Nutzung von Luftbildern, die als Basis für den Gestaltungsprozess dienen. Diese Bilder können aus Geodatenbanken oder durch Drohneneinsätze generiert werden. Dieser Ansatz ist besonders nützlich für kleinere Projekte im privaten Gartenbereich, da er eine schnelle und einfache visuelle Darstellung der Gestaltungsidee ermöglicht. Neben Luftbildern können zum Beispiel auch Höhendaten direkt von Google Maps genutzt werden. Das spart Zeit und sorgt gleichzeitig für eine hohe Genauigkeit bereits in der Beratungsphase.

Mit modernen Kundenberatungssystemen besteht die Möglichkeit, sowohl einfache geometrische Formen als auch komplexe dreidimensionale Objekte effizient zu modellieren. Dies erlaubt eine detaillierte Betrachtung der verschiedenen Gestaltungsvarianten, einschließlich der Material- und Farbwahl. Diese frühe Form der Visualisierung unterstützt die Entscheidungsfindung und verhindert Fehlplanungen.

Nicht nur die Gestaltung im Kontext der Umgebung, auch die Entwicklung von Sichtachsen, die Simulation des Pflanzenwachstums sowie die Durchführung von Schattenanalysen bieten eine neue Qualität der Beratung. Die realitätsnahe Darstellung der späteren Anlage im virtuellen Raum liefert wertvolle Ideen und Einblicke und unterstützt die Entscheidungsfindung.

Durch die Integration realistischer Höhenverhältnisse in die Möglichkeit der dreidimensionalen Darstellung ergeben sich für die Kundenberatung erhebliche Vorteile. Beispielsweise kann die Anzahl erforderlicher Stufen zwischen zwei Geländepunkten, wie einer Terrasse und einem Weg, direkt abgeleitet werden. Ähnlich lassen sich die räumlichen Auswirkungen von Hochbeeten, Wänden oder Hecken bereits im Beratungsprozess simulieren. Diese realitätsnahen Darstellungen tragen zur Vermeidung von Beratungsfehlern oder Fehlinterpretationen bei und erleichtern die Kommunikation mit Bauherren und Kunden.

Bei jedem Beratungsschritt ist die Betrachtung der finanziellen Rahmenbedingungen integriert. Durch eine Verknüpfung mit realen Preisen und grob kalkulierten Arbeitskosten ist somit eine frühe und verlässliche Kostenschätzung möglich.

Die durchgängige Bearbeitung der Planungsdaten wird durch die nahtlose Integration in CAD-Systeme, wie das flor , weiter optimiert. Dies erlaubt eine effiziente Übertragung der relevanten 2D- und 3D-Geometrien zur technischen Ausarbeitung, Leistungsverzeichniskopplung oder die Erstellung digitaler Geländemodelle. Die bidirektionale Schnittstelle ermöglicht zudem den Austausch von DWG-Daten, die sowohl für die weitere CAD-Bearbeitung als auch für die dreidimensionale Visualisierung in Grünstudio 3D genutzt werden können.

Grünstudio 3D stellt ein vielseitiges und leistungsfähiges Werkzeug für die Planung von Garten- und Landschaftsprojekten dar. Von der initialen Erfassung von Luftbildern über die Integration von Höhendaten bis hin zur detaillierten dreidimensionalen Visualisierung komplexer Landschaften bietet die Software umfassende Unterstützung in allen Planungsphasen. Durch die Möglichkeit, realistische Geländeanpassungen und Kostenschätzungen bereits frühzeitig zu berücksichtigen, wird der Planungsprozess effizienter und fundierter. Die nahtlose Integration in CAD-Systeme ermöglicht eine durchgängige Datenbearbeitung und stärkt die Interoperabilität verschiedener Planungstools.

Digitalisierung
Nutzung und Fortschreibung der GRÜNSTUDIO-Beratungsdaten im CAD-System Landxpert oder Greenxpert oder bei Bedarf Nutzung der CAD-Daten für die Beratung mit Grünstudio. Quelle: Hans Gageler
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Nutzung und Fortschreibung der GRÜNSTUDIO-Beratungsdaten im CAD-System Landxpert oder Greenxpert oder bei Bedarf Nutzung der CAD-Daten für die Beratung mit Grünstudio. Quelle: Hans Gageler

Optimierung der Wertschöpfung durch integrierte CAD/Business Technologie

Der Einsatz von integrierten CAD-/Business-Systemen im Garten- und Landschaftsbau setzt sich dank sich rasant entwickelnder Messtechnik und immer detaillierterer digitaler Grundlagendaten der öffentlichen Hand immer konsequenter durch. Wird diese Technologie aktuell schwerpunktmäßig für die Aufbereitung von Messdaten, die technische Konstruktion und die Bauabrechnung und die Visualisierung eingesetzt bieten sich mit der Umsetzung der BIM Strategie weitaus mehr Möglichkeiten, ohne wesentliche zusätzliche Investitionskosten.

Betrachten wir die vernetzte CAD-/Business-Technologie etwas genauer unter dem Blickwinkel Planungsmethodik BIM.

In diesem Wertschöpfungsabschnitt, der Fortschreibung der CAD-Planung zum Angebot, zur Kalkulation, zum Baustellenmanagement stehen weitere Details und Informationen aus den anderen Unternehmensbereichen bzw. spezifische Materialinformationen der Lieferanten zur Verfügung. Diese unterstützen die technische Planung, die Kalkulation, die Beschaffung, das Baustellenmanagement.

Es schafft finanzielle und organisatorische Sicherheit in der Planung und Organisation, macht Folgepotenziale sichtbar und liefert wichtige Grundlagen für Pflege- und Unterhaltsverträge.

Die Arbeitsmethodik stellt also nicht nur wie bisher Mengen zur Verfügung. Durch die direkte Verbindung von Plan und Leistungsverzeichnis stehen zu jeder Zeit Informationen, wie zum Beispiel die Detailkalkulation einer Natursteinterrasse, welches Material in welchen Mengen benötigt wird, wie lange die Mitarbeiter mit der Ausführung beschäftigt sind, oder welche Genehmigungen benötigt werden, zur Verfügung. Diese Informationen liegen heute schon oft in den Unternehmen digital vor, sind aber nicht vernetzt und erbringen damit keine zusätzliche Wertschöpfung.

Ein Entwurf/CAD-Plan, ob zweidimensional oder präsentiert in der virtuellen Realität, leistet viel für das Gesamtverständnis der Bauaufgabe, der Fehlerpotentialanalyse, der Simulation von organisatorischen Abläufen, bei der Kalkulation und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Probleme werden vorher sichtbar, Konflikte beziehungsweise notwendige Zusatzleistungen vor Baubeginn erkennbar. Konsequenterweise gehört CAD und 3D nicht nur ins Büro, sondern verbunden mit der richtigen Mess- und Abstecktechnik auf die Baustelle.

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Vom CAD zum BIM Werkzeug – Beispiel CAD Bibliothek Greenxpert – Kompan Spielanlage mit Konstruktions- und technischen Details. Quelle: Götz Thomas, Dataflor AG

Mit der BIM Methodik den CAD-Einsatz optimieren

Ein klassisches CAD-Zeichenwerkzeug zeichnet zwei Linien, verbindet sie, hängt daran die Beschriftung "Weg", versieht sie vielleicht noch mit einer Schraffur, damit man auch sieht, dass es ein Weg ist und legt gegebenenfalls das Foto einer hübschen Pflasterfläche an den Weg. Das hat im Landschaftsbau über 30 Jahre gut funktioniert (Anmerkung des Autors: die ersten spezialisierten CAD-Systeme für die Grüne Branche wurden Anfang der 1990er Jahre in Zusammenarbeit zwischen der flor GmbH und der Technischen Universität Berlin angeschoben).

Moderne CAD-Systeme sind in die Wertschöpfungskette direkt eingebunden und leisten viel mehr, sie werden zur Informationsdrehscheibe des Unternehmens. Heute teilt der Anwender moderner integrierter Software einer Fläche mit, dass ein Weg in einer speziellen fachlichen Ausprägung gewünscht ist. Damit holt sich das Planungsobjekt alle vorhandenen Informationen dazu aus einer dazugehörigen Datenbank, klassifiziert sie und stellt jeweils die Informationen, die gerade benötigt werden zur Verfügung. Es verwaltet und überwacht alle gestalterischen und baulichen Details zu diesem Objekt ergänzt durch alle erdenklichen Zusatzinformationen (z. B. Schichtaufbauten, Erdmassen, Kostenansätze, Zeitansätze, statistische Informationen, bürointerne Grafik, Beschriftungsstandards etc.) bis hin zu den notwendigen Angebotspositionen. Aus einem einfachen 2D-Plan, einer Linie entsteht durch die Zuordnung der fachlichen Ausprägung automatisch ein 3D-Schichtenmodell beziehungsweise die dreidimensionale Darstellung technischer Details und Ausstattungselemente. Wenn das CAD-System weiß, welcher Schichtenaufbau für eine Pflasterfläche notwendig ist, sollte es eigentlich auch gleich selbst das 3D-Modell dazu erzeugen, was es auch tut.

Grafische und fachliche Anpassungen/Änderungen werden auf allen Informationsebenen automatisch nachgeführt. Wir arbeiten also real mit den gleichen Informationen an jedem Ort, bei jeder Teilaufgabe. Kurzfristig notwendige Entscheidungen basieren auf aktuellen Informationen und verbundenem Fachwissen, wobei viele Probleme schon im Vorfeld der Bauausführung erkannt werden und nicht erst auf der Baustelle aufgedeckt und gelöst werden müssen.

Durch eine konsequente Vernetzung mit der Baustellendokumentation und der elektronischen Bauakte (Tagesberichte, Lieferscheine, Fotos, Aufmaße, Nachkalkulationsdaten u. a.) liefert das integrative System Grundlagen für die Abrechnung, für immer genaueres Arbeiten bei zukünftigen Aufträgen, für Pflege- und Instandsetzungsmaßnahmen und im gewissen Umfang auch mehr Sicherheit bei Streitfällen.

Informationen jeglicher Art zu Flächen, verbauten Materialien und Geräten zum Beispiel der verbauten Bewässerungstechnik erleichtern zukünftige Pflege- und Reparaturarbeiten der Außenanlagen.

Speziell im Bereich Garten- und Landschaftsbau mit einem jeweiligen Unikat je Auftrag sollten die Vorteile einer Arbeitsmethodik angelehnt an closed BIM auf der Hand liegen, zumal die meisten Betriebe selbst beraten, bauen und pflegen. Je mehr Leistungsabschnitte der Wertschöpfungskette ihre jeweiligen Informationen zur Verfügung stellen, desto besser lassen sich die Effizienzvorteile realisieren.

Ohne durchgängige Digitalisierung wird in naher Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens wahrscheinlich nur noch durch Nischenspezialisierung zu erhalten sein.

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Aus einer gezeichneten Linie wird automatisch ein 3-dimensionales Bauobjekt mit allen notwendigen Informationen. Quelle: Hans-Gerhard Voß
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In MEASUREweb kann die Punktwolke samt dem LV hochgeladen, die abzurechnenden Objekte dargestellt und als Mengennachweis ausgedruckt werden. Quelle: dataflor.de

Moderne Messtechnik als Bestandteil zur Umsetzung der BIM-Methodik

Fotogrammmetrie, Laserscanner und LIDAR-Technologie bieten die Möglichkeit in annähernd fotorealistischer CAD-Umgebung zu entwerfen, zu planen, zu kalkulieren und natürlich Ideen für den Laien erlebbar zu machen. Sie liefern neue Möglichkeiten der Arbeitsorganisation.

Mit dem intensiveren Einsatz moderner Drohnentechnologie ist es möglich, mit Echtzeitdaten die Baustelle zu steuern. Dabei ist sowohl die dokumentarische Bewertung der Baustelle als auch die Nutzung technischer Informationen unter anderem für Mengenberechnungen möglich.

Durch die ständige Weiterentwicklung der mobilen Endgeräte ist es bereits heute Realität, nicht nur mit Apps die Daten auf der Baustelle zu erfassen und zu nutzen, sondern diese auch für messtechnische Bestandserfassungen und -dokumentationen einzusetzen. Damit gewinnt die durchgängige Informationsverarbeitung und -verwaltung von der Ersterfassung bis zur Maschinensteuerung weiter an Bedeutung.

Der aktiv handelnde Mensch – Mittelpunkt jedes Fortschritts

Es reicht nicht, Software und Technik einzukaufen und auf ein Wunder zu hoffen. Häufig wird die Umsetzung moderner Technik und Technologie mit der Meinung verzögert, dass immer komplexer werdende Technik und deren Einsatz nicht mehr beherrschbar ist beziehungsweise der zeitliche und finanzielle Aufwand nicht finanzierbar ist. Das ist insofern nachvollziehbar, wenn durch Insellösungen und technologische Brüche zusätzliche Aufwendungen für mehrfache Datenhaltung entstehen sowie Informationsverluste durch Schnittstellen statt Datenintegration eingesetzt werden.

Ergänzt mit handlungskompetenten Mitarbeitenden wird der Nutzen der durchgängigen Digitalisierung zur vollen Entfaltung kommen.

Sowohl die technischen Möglichkeiten als auch die nachrückende Generation bringen Veränderung – und sichern damit die Zukunft unserer Unternehmen. Mit Blick auf die Baustelle 2030 ist es daher unsere Aufgabe zu lernen, zu hinterfragen und Verantwortung für Innovation zu übernehmen.

Im Zuge der digitalen Vernetzung werden mit dem Ziel der Transparenz von Prozessen und Abläufen schrittweise alle Stufen der Wertschöpfungskette in einer durchgängigen Daten- und Informationsstruktur zusammengeführt. Technische Assistenzsysteme bis hin zur Telematik unterstützen bei der Verwaltung und Organisation und liefern jederzeit aufgabenbezogen entscheidungsunterstützende Information. Ziel ist es, den Mitarbeiter in seiner Entscheidungsfindung und Arbeitsorganisation in allen Phasen des Produktionsprozesses zu begleiten, zu beraten und zu unterstützen.

Der Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechniken auf Basis einer umfassend synchronisierten Datenstruktur und die Vernetzung mit dem gesamten Wertschöpfungsprozess, auch über das eigene Unternehmen hinaus, wird der Wettbewerbsvorteil der Zukunft sein.

Dipl.-Ing. Hans-Gerhard Voß
Autor

Dipl.-Ing. für Gartenbau bei der DATAflor AG

Dipl.-Ing. Hans Gageler
Autor

GCG GRIS Consult Gageler

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