Von alter Tradition zu modernem Design
Black is beautiful! – Schöner Basalt
von: Dipl.-Ing.(FH) Thomas Herrgen



Das Wort Basalt leitet sich von der syrischen Vulkanlandschaft Basan ab, wo der Baustoff erstmals abgebaut worden sein soll. Die Gesteinsgruppe der Basanite beinhaltet noch heute den ursprünglichen Begriff, aus dem durch Lautverschiebungen die Bezeichnung Basalt wurde.
Das erst vier Millionen Jahre alte vulkanische Ergussgestein ist im Vergleich zu anderen Mineralien ein kleines Kind in der geologischen Familie. Sedimentgesteine wie etwa Muschelkalk, Sand- oder Kalkstein sind mit mehr als 100 bis 250 Millionen Jahren deutlich älter. Neben Granit und Grauwacke ist Basalt ein unverzichtbares Natursteinprodukt im Garten- und Landschaftsbau, das klassisch-traditionell, aber auch sehr modern und gestalterisch hochwertig eingesetzt werden kann.
Herkunft, Lagerstätten, Chemie
Die größten Basaltvorkommen Europas liegen im hessischen Vogelsberg, einem erloschenen Vulkan in typischer Kegelform, gefolgt vom Westerwald, der sich von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bis nach Hessen erstreckt. Auch Rhön (Bayern/Hessen), Eifel (RLP, NRW) und Stolpen (Sachsen) sind bedeutende Basaltregionen in Deutschland.
Der Westerwald ist mit zahlreichen, noch in Betrieb befindlichen Steinbrüchen das zweitgrößte Abbaugebiet Europas und die wichtigste Basaltquelle hierzulande. Die Reste einer natürlichen Basaltlagerstätte und die Geschichte des Abbaus und der Pflaster-Herstellung zeigt der Basaltpark Bad Marienberg im hohen Westerwald. Die Menschen dieses Mittelgebirges gelten als "stur" oder "hart" und werden, vielleicht ein wenig zu Unrecht, auch als "Westerwälder Basaltköppe" bezeichnet.
Die unglaubliche Dichte, Schwere und Härte des Basaltgesteins entsteht durch langsames Abkühlen von Lava beim Aufsteigen aus der Erdkruste. Während des Erkaltens im Erdinneren schrumpft die Masse aus Magmetit, Ilmenit und Pyroxenen (sie verursachen die Schwarzfärbung), sowie Gemengeteilen aus Plagioklas (Feldspat), Augit, Olivin und anderen Bestandteilen. Sie zerreißt aufgrund ihrer chemischen Grundstruktur in hexagonaler Form und wird zum sechseckigen Säulenbasalt.
Erreicht die Lava die Oberfläche und zerfließt in die Breite, entsteht Plateaubasalt, auch als "Trapp" bezeichnet. Die Aufschäumung des Magmas durch Gase und Sauerstoff beim Erkalten erzeugt Basaltlava. Dieses Gestein ist daher heller, löchrig-porös und leichter als das Ausgangsmaterial.
Besondere Eigenschaften
Die chemischen und physikalischen Eigenschaften machen Basalt zu einem traditionellen Baustoff im Straßenbau und in der Flächenbefestigung. Seine hohe Dichte und Härte war zu allen Zeiten Vor- und Nachteil gleichermaßen. Der Abbau ist technisch aufwändig und für die Menschen beschwerlich. Nur unter hohem Verschleiß an Maschinen und Werkzeug ist er zu realisieren.
Der gewonnene Basaltrohstoff musste in großen Brechanlagen, wie etwa im rheinland-pfälzischen Stöffelpark bei Enspel, zerkleinert werden und steht dann als Schüttgut in Form von Schotter verschiedenster Korngrößen dem Garten- und Landschaftsbau, sowie im Straßen- und Tiefbau zur Verfügung. Er dient auch als Gleisbett von Bahnstrecken und gar als Unterbau von Flugzeuglandebahnen.
Als feiner Splitt bettet er Pflaster und Platten in Höfen, Gärten und Parkanlagen. Traditionelle, sichtbare Verwendungsbeispiele sind das Kopfsteinpflaster, verlegt in Segmentbögen zumeist historischer Straßen und Plätze, das früher in so genannten "Kipperbuden" von Hand beschlagen wurde, eine unglaublich anstrengende und auch Werkzeug verschleißende Tätigkeit.
In der Bildhauerkunst sind daher Basaltskulpturen sehr selten. Ende der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Pflastersteinproduktion hierzulande eingestellt und durch Kunststeine (zumeist Schlacke- und Betonsteine) ersetzt. Mosaikpflaster aus Basalt kommt als Füllmaterial, in Gehwegen, als Traufe vor Hausfassaden oder in zierreichen Pflasterornamenten, wie in Portugal vor.
Gelegentlich gab es aus Basalt auch Bordsteine, Wasserbausteine zur Sicherung der Nordseeküste oder der Ufer von Binnenflüssen. Als Säulenbasalt ziert er in Basaltregionen oft Brunnenanlagen oder dient als Stützen für Pergolen und zur Hangbefestigung und -sicherung.
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Weitere Anwendungen
Neben dem klassischen Basalt hatte sich zusätzlich auch die leichtere Basaltlava (vergleiche Neue Landschaft 7/23) etabliert. Das löchrig-poröse Material ist einfacher zu schneiden und zu verarbeiten, im Garten- und Landschaftsbau etwa für Terrassenplatten, Sitzmauern, Einfassungen oder Kantensteine.
Doch der eigentliche Basalt hat aufgrund seiner Dichte und Härte viele Vorteile, vor allem bei Pflastersteinen. Und die sehr dunkle, tief blaue, leicht changierende bis "schwarze" Färbung ist für Kontraste bei Pflasterungen, für Ornamente, dem Spiel mit Hell und Dunkel unverzichtbar. Einsatzmöglichkeiten im Garten- und Landschaftsbau sind vor allem um:
Schüttgüter
Die kleinste Form der Basaltverwendung ist zermahlender Sand der Körnung 0/2 zum Füllen von Ritzen, insbesondere Fugen. Basaltsplitte in der Regel mit einer Korngröße 2/4 können nicht nur als Pflasterbettung, sondern auch zum mineralischen "Mulchen" von Pflanz- und Staudenflächen dienen. Sie wurden etwa im Frankfurter Rebstockpark zum Abdecken schmaler, 30 cm breiter Pflanzstreifen aus Präriestauden oder flächig in den aufwendigen Pflanzungen an der Frankfurter Messe verwendet.
Splitt, oft noch im Zusammenspiel mit Vlies, unterdrückt zur beabsichtigten Pflegeextensivierung unerwünschten Aufwuchs und sorgt zudem für ein mildes Mikroklima, weil der dunkle Basalt die Wärme speichert und wieder abgibt. Der größere Basaltschotter (bis 45 mm) kann funktional oder gestalterisch für Traufstreifen, Schüttungen zwischen festen Kanten und auch für Pflanzflächenabdeckungen eingesetzt werden.
Als Wegebelag ergeben sich dunkle Flächen, die zwar fast frei von Blendeffekten sind, sich jedoch bei Sonnenschein stark aufheizen können. Korngrößen im Bereich Grobschlag (50/100 bis 100/300 mm) werden zum Befüllen von Gabionen genommen. Mit einer Abdeckung aus Holz sind sie eine wärmende Sitzmauer, mit dem ökologischen Nebeneffekt, dass sie auch von Mauereidechsen gerne besucht und bewohnt werden. Auch als Raumbildner oder starkes Gestaltungselement im Garten leisten Gabionen wertvolle Beiträge.



Pflaster
Mosaikpflaster aus Basalt ist zum Beispiel in allen Bürgersteigen Berlins Standard, als Traufe und zwischen Bordstein und Platten. Ähnlich werden die kleinen würfelartigen Steine mit 5-er Kantenlänge in Magdeburg verlegt. Rund um die Darmstädter Mathildenhöhe, die seit Juli 2021 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, wurden ab 1888 Schmuckgehwege aus Mosaiksteinen gepflastert.
Die Bereiche am Johannesplatz inklusive Basaltmosaike wurden vor einigen Jahren für 25.000 Euro aufwändig und denkmalgerecht saniert, weil sie in Hessen (und darüber hinaus) einzigartig sind. Noch verbreiteter sind die Schmuckornamente in Funchal auf der portugiesischen Insel Madeira. Praktisch alle Plätze und Gehwege der Stadt sind hell (Jura) und dunkel (Basalt) gepflastert, so zum Beispiel auch mit einer äußerst genau erstellten Schuppenform.
Basalt Kleinpflaster 9/11, das lange Zeit "out" war, wird im Garten- und Landschaftsbau nun wieder verstärkt eingesetzt, was sicher auch an dem in Teilen immer noch vorherrschenden historisierenden Trend liegt. Doch neben dem traditionellen Segmentbogenmuster haben sich auch Reihen- und Wellenverlegung durchgesetzt.
Klinker-Formate aus Basaltlava sind eher selten und teuer, ergeben jedoch ein sehr einheitliches, harmonisches Bild. Basaltgroßpflaster ab dem Format 16/18 und größer lässt sich überwiegend bei rustikalen Gestaltungslösungen einsetzen, wie für große Höfe, einzeilige Wege- oder Beeteinfassungen, als begrüntes Fugenpflaster oder bei Feuerwehrzufahrten.
Platten
Werksteine verschiedenster Formate aus Basalt werden wegen der besseren Bearbeitungsmöglichkeit in der Regel aus Basaltlava hergestellt. Platten in Basaltoptik gibt es aber als Betonstein mit Natursteinvorsatz. Bei einem Platz im Frankfurter Westhafen prallen dunkle Plattenstreifen mit darin liegenden modernen Design-Bänken auf sehr helle, sandfarbene Platten. Der schöne Kontrast ist frappierend und für große Plätze gut geeignet.
Eine ganz besondere, aber seltene Anwendung sind Polygonalplatten aus in Scheiben geschnittenem Säulenbasalt als Wegebelag. Die Unregelmäßigkeit dieses Belags bedingt Lücken. Diese werden mit Mosaik- und Kleinpflaster aufgefüllt. So entsteht ein sehr lebendiges Bild, das ein wenig an Gestaltungen der Fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts erinnert.


Kombinationsverwendung
Basaltsplitte aus deutschen Werken finden sich nicht zuletzt auch in Betonwerksteinen (mittlere bis große Pflasterformate) mit anthrazitfarbenem Vorsatz wieder oder im herkömmlichen Asphalt, wie er im Straßen- und Wegebau verwendet wird. Mit sehr dunklen Basaltsteinen und sehr hellem Beton (Pflaster, Platten, Ortbeton) sind spannungs- und kontrastreiche Pflasterungen möglich, wie bei einem Hauszugang in der Pfalz. Auch bunte Pflasterungen aus verschiedenfarbigen Natursteinen mit Basalt als Basis wirken abwechslungsreich und modern, selbst wenn sie – wie im Fall der Frankfurter Zeil – schon circa 35 Jahre alt sind.
Ein heimischer Baustoff
Basalt hat noch einige weitere, interessante Aspekte. Die kurzen Transportwege (bei heimischem Naturstein) leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, weil dadurch große Menrgen an CO2-Ausstoß vermieden werden. Außerdem sind die Lieferfristen relativ kurz. Von den sehr zentral liegenden Basaltregionen kann jedes Ziel in Deutschland praktisch innerhalb eines Tages erreicht werden. Dies gilt natürlich nicht für Importbasalt.
Vor allem 9/11-er Kleinpflastersteine kommen heute oft aus der Türkei, China und Vietnam, weil dort die Lohnkosten viel geringer sind. Auch die Schiffsfracht, etwa für einen Container aus China bis Bremerhaven liegt trotz Inflation und Lieferkettenproblemen immer noch relativ niedrig; da werden längere Lieferfristen gerne in Kauf genommen.
Basalt ist aber in jedem Fall ein Naturbaustoff. Für seine "Herstellung" wird – im Unterschied zu Betonsteinen – keine Energie mehr benötigt, lediglich für das Zerkleinern und Auf-Maß-Arbeiten. Nicht zuletzt kann – zumindest bei heimischem Basalt – garantiert werden, dass seine Verarbeitung nicht aus Kinderarbeit resultiert, ein nicht unerheblicher sozialer Aspekt.


Die Renaissance von Basalt?
Bei einigen zeitgenössischen Projekten, wie der Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt, wurden zwei Formate (9/11 und 16/18) Basaltpflaster in Reihe, kombiniert mit Granitborden verlegt. Die sehr kantigen und regelmäßigen Steine kamen aus Vietnam und sorgen hier für ein "historisches" Bild in den kleinen Plätzen, Sträßchen und Gassen.
Die zusammenhängende Frankfurter Platzfolge Roßmarkt- Goetheplatz- Rathenauplatz war Jahre vorher mit sehr großen Mengen (türkischem) Basaltkleinpflaster 9/11 in Segmentbögen verlegt worden, nachdem diese Belagsform lange als altmodisch galt.
Erlebt die Basaltverwendung nun eine Art Renaissance? Vielleicht, aber neben seinem Einsatz in traditioneller Art kommt Basalt mehr und mehr auch in moderner Formensprache zum Einsatz. Dabei bleibt er stets ein hartes und widerstandsfähiges, durch seine erfrischende Lebendigkeit und die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten aber immer auch ein herzliches Natursteinprodukt.
Weitere Informationen:
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