FLL-Verkehrssicherheitstage in Falkensee

Branche hat zukünftig riesige Aufgaben zu bewältigen

Volles Haus bei den FLL-Verkehrssicherheitstagen in der Stadthalle Falkensee. Foto: Ines Lauzat, Neue Landschaft

Kaum ein Platz blieb unbesetzt bei den FLL-Verkehrssicherheitstagen in Falkensee Ende November. Die Veranstalter boten den rund 270 Teilnehmern ein dreitägiges Vortragsprogramm sowie eine Austellermesse. Die dominierenden Themen innerhalb der Referate und Diskussionen waren die Auswirkungen des Klimawandels auf den Arbeitsalltag, eine zu träge Rechtsprechung sowie die Verschärfung des Fachkräftemangels innerhalb der Grünen Branche.

Stark gestiegener Arbeitsaufwand durch Klimaveränderungen

Ralf Kreutz, Bereichsleiter des Potsdamer Parks Sanssouci, gab allen Zuhörern einen dramatischen Zustandsbericht zum Baumbestand des UNESCO-Welterbe Parks. Nach mehrjähriger Trockenheit mit extremen Dürrephasen, hohen Sommertemperaturen, anhaltend fehlender Luftfeuchtigkeit, zu intensiver Sonneneinstrahlung und Ozonbelastung leidet der Baumbestand in großem Maße.

"Die Vitalität der Bäume ist so schlecht wie nie", sagt Kreutz. Besonders Rotbuchen sowie die verschiedenen Eichenarten trockenen ein. Das betrifft Altbäume aber auch jüngere Exemplare im Alter von 40 bis 60 Jahren. Birken und Eschen sind inzwischen fast ganz aus dem Parkbild verschwunden. Alle weiteren Baumarten schwächeln und die Kronen trocknen ein. "Der Park befindet sich in einem starken Wandel", so Kreutz. Ob das Gartendenkmal grundsätzlich erhalten werden kann, blieb offen. Klar formulierte der Parkleiter hingegen, den stark gestiegenen Arbeitsaufwand und fehlendes Personal zur Bewältigung aller Aufgaben. Dennoch gibt es unermüdliche Maßnahmen und Versuche seitens der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg (SPSG) durch Maßnahmen wie Naturverjüngung, eigene Baumschulen und Forschung den extremen Bedingungen zu trotzen.

Andreas Wüstenhagen, Baumsachverständiger aus Berlin, erläuterte das Vorgehen und den Nutzen von Exoskeletten aus Carbon zur Sicherung von Habitatbäumen. Durch die im Boden verankerte Konstruktion aus Carbonstäben, können Baumteile unterstützt werden. Es sei so möglich, korrosionsbeständige und schlanke Stützstrukturen für nicht mehr ausreichend verkehrssichere Bäume zu schaffen. So sei der längere verkehrssichere Erhalt von für den Artenschutz wichtigen absterbenden Bäumen und Baumtorsi möglich. Das Exocarbonskelett könne nach seiner Nutzung schädigungsfrei zurückgebaut, fast vollständig recycelt und dann wiederverwendet werden, so Wüstenhagen.

Zusammenarbeit aller Fachgebiete nötig

Zur Thematik Naturdenkmale sprach Philipp Funck von der Firma Baumpflege Funck in Schwalmstadt. Der Baumexperte forderte alle Gewerke zur Zusammenarbeit auf. In seinem Vortrag beklagt er, dass der Erhalt von wertvollen, alten Bäumen rückläufig sei. Er zeigte Möglichkeiten, wie der Gesetzgeber, die Naturschutzbehörden und die ausführenden Baumpflegefirmen zum langfristigen Erhalt der wertvollen alten Bäume beitragen können. Wohingegen früher die Pflege und Entwicklung im Vordergrund stand, werden heute nur noch sehr selten Maßnahmen für Pflege und Erhalt von Naturdenkmalen beauftragt, so Funck.

"Wir brauchen wieder eine Rechtsgrundlage, mit der die Naturschutzbehörden verpflichtet werden, entsprechende Entwicklungspläne aufzustellen", forderte Funck. Ein erster Schritt seien verbindlich vorgeschriebene Baumkataster, in denen den Ausführenden nicht nur der aktuelle Zustand, sondern auch die Historie mit erfolgten Maßnahmen, Bildern und Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden. Funck plädierte zudem für eine langfristige Betreuung und Dokumentation von Fachpersonal einer Behörde und nicht durch wechselnd externe Beratungsbüros. ILa

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 12/2022 .

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