Podiumsgespräch mit Politik und Verbänden

Bremen: Charta "Zukunft Stadt und Grün" erstmals vorgestellt

Diskussion in der Botanika (v .l. n. r.): Heiner Baumgarten, Dr. Georg Grunwald, Arno Gottschalk, Ulf Jacob, Rainer Kavermann, Dr. Maike Schaefer und Peter Menke. Foto: DGS

"Wir brauchen eine breite Allianz zur Sicherung unserer Lebensqualität in Zeiten des Klimawandels", so lautet ein Fazit der Veranstaltung "Zukunft Stadt und Grün", die der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) und die Stiftung "Grüne Stadt" gemeinsam mit dem Bündnis "Grünes Bremen" im Naturerlebniszentrum Botanika organisiert hatten.

Die von über 20 Verbänden, Stiftungen und Unternehmen aufgestellte Charta "Zukunft Stadt und Grün" wurde mit einem Podiumsgespräch erstmals in der Hansestadt vorgestellt.

Es diskutieren Heiner Baumgarten, langjähriger Präsident der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz und Chef des Gartenbauamtes in Hamburg, Rainer Kavermann vom Bundesverband Garten-Landschafts- und Sportplatzbau, Dr. Maike Schaefer und Arno Gottschalk, umweltpolitische Sprecher der Grünen- und der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Ulf Jacob, Sprecher Bündnisses "Grünes Bremen" sowie Dr. Georg Grunwald, Geschäftsführer des Umweltbetriebs Bremen.

Baumgarten beklagt ständige Reorganisation der Ämter

Baumgarten beklagte die permanente Reorganisation von Grünflächenämtern in Deutschland. Dabei gingen immer mehr Wissen, Kompetenz und Daten verloren. Statt einer weiteren Aufsplitterung sei eine Bündelung der Zuständigkeiten für Grün nötig. Übertragen auf Bremen, so das Bündnis "Grünes Bremen", müssten dem zuständigen Umweltbetrieb in Bremen mehr eigenverantwortliche Steuerung und strategische Freiräume für Planung, Entwicklung und Pflege des Stadtgrüns zugestanden werden.

Grün- und Freiräume klima- und sozialgerecht weiterzuentwickeln, seien trotz finanzieller Engpässe Kernthemen jeder zukunftsfähigen Stadt und Stadtentwicklung. Grün in der Stadt fördere die Gesundheit die Artenvielfalt, reduziere die Feinstaubbelastung, mildere die Folgen des Klimawandels und übernehme wichtige soziale Funktionen.

Eine gute Grünentwicklung sei daher auch ein soziales, kulturelles und standortpolitisches Projekt der Stadt. Weitere Kürzungen bei der Pflege und Entwicklung des Grüns in Bremen seien unverantwortlich und nicht hinnehmbar, sagte Ulf Jacob, Sprecher des Bündnisses "Grünes Bremen". Stattdessen sei die Grünausstattung dort zu sichern und zu stärken, wo es besonders nötig sei: In den unterversorgten und sehr dicht bebauten Stadtteilen. Der Experte ist sich sicher:

Künftig werden in Bremen mehr extreme Starkregen auftreten, aber auch mit zunehmenden Trocken- und Hitzeperioden im Sommer ist zu rechnen, mit ganz erheblichen Folgen für Gesundheit, Verkehr, Wirtschaft und Gebäude sowie die Umwelt in der Stadt.

Urbanes Grün löst viele Klimaprobleme

Urbanes Grün, also Parks, Bäume, Wiesen und Freiflächen, sind nach Auffassung aller Charta-Unterzeichner als natürliche Klimaanlage der Schlüssel zur Lösung vieler Klimaprobleme. Nur mit einer guten Grünversorgung könne Bremen die Lebensqualität in der Stadt langfristig sichern, hieß es an diesem Abend. Erhalt und Weiterentwicklung von städtischem Grün sei daher als zentrales Ziel auch in Zeiten klammer Kassen unverzichtbar. VGL Niedersachsen-Bremen

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 09/2014 .

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