Jahresgutachten der EFI
Bürokratie und Fachkräftemangel hemmen Innovationen

Da mittelständische Unternehmen, also Unternehmen, bei denen Eigentum und Geschäftsführung zusammenfallen, den Großteil der Unternehmen in Deutschland ausmachen, sei ihre Innovationstätigkeit für die Innovationslandschaft in Deutschland maßgeblich, so die Expertenkommission.
Unter Berücksichtigung von Eigenschaften wie Unternehmensgröße oder Branchenzugehörigkeit gelinge es mittelständischen Unternehmen häufiger als vergleichbaren nicht-mittelständischen Unternehmen, Produkt- oder Prozessinnovationen einzuführen.
Bemerkenswert ist nach Auffassung der Kommission außerdem, dass mittelständische Unternehmen trotz geringerer Innovationsausgaben höhere Umsatzanteile mit Produktinnovationen erzielen können. Ihre Innovationsfähigkeit wird jedoch durch Hemmnisse wie Fachkräftemangel oder Bürokratie ausgebremst.
"Mittelständische Unternehmen stoßen bei der Umsetzung innovativer Ideen an administrative und personelle Grenzen. Für eine Stärkung der Innovationskraft müssen Maßnahmen zur Innovationsförderung, zum Abbau bürokratischer Belastungen und zur Fachkräftesicherung umgesetzt werden", erläuterte die EFI-Vorsitzende, Prof. Dr. Irene Bertschek vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim.
Eine Reihe staatlicher Fördermaßnahmen, darunter die 2020 eingeführte Forschungszulage, erfreuten sich im Mittelstand großer Beliebtheit. Doch eine Nutzung sei häufig mit bürokratischen Erfordernissen verbunden, die gerade für kleinere Unternehmen eine Hürde darstellten.
Prof. Dr. Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) und EFI-Mitglied, verlangte daher mehr Vereinfachung und Automatisierung beim Zugang zu Föderprogrammen.
Bertschek plädierte zudem für eine einfachere Einwanderung qualifizierter Fachkräfte. Dabei helfe eine digitale Plattform nach dem Once-Only-Prinzip. Unternehmen, Fachkräfte und Studierenden müssten entlastet werden.
cm/IfM/ EFI
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