Besuchszahlen spiegeln den Tribut an die Corona-Pandemie

BUGA Erfurt schließt mit etwa 2 Millionen Euro Defizit

Trotz Defizits zufrieden (v. l. n. r.): Lutze von Wurmb (BGL-Präsident), Peter Kurz (OB Mannheim), Andreas Bausewein (OB Erfurt), Helmut Selders (BdB-Präsident), Bodo Ramelow (Ministerpräsident Thüringen), Kathrin Weiß (BUGA-Geschäftsführerin) bei der Abschlussfeier auf dem Erfurter Petersberg. Foto: Bauerschmidt

Ihr vor der Corona-Pandemie gestecktes Ziel von knapp 1,9 Millionen Besuchen hat die Bundesgartenschau Erfurt 2021 um rund 400 000 Besuche verfehlt. Verkauft wurden bis zum Abschluss der Veranstaltung am 10. Oktober lediglich 1,5 Millionen Tickets. Als Erfolg werten die Verantwortlichen die BUGA dennoch: Sie hat die thüringische Landeshauptstadt in diesem Sommer auf der touristischen Landkarte verankert. Ab 2023 soll es ein regelmäßiges Gartenfestival auf dem Petersberg geben.

BUGA startete mit strengen Corona-Regeln

Bei den Einnahmen aus Eintrittsgeldern rechnet Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein mit 24 Millionen Euro statt der vor Corona anvisierten 27 Millionen. Dass die BUGA ein Minus eingefahren hat, steht danach fest. Der Oberbürgermeister erwartet ein finanzielles Defizit von etwa 2 Millionen Euro. "Gemessen an den Rahmenbedingungen stehen wir dennoch gut da", sagte er gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). "Mancher hatte schon orakelt, wir würden ein zweistelliges Minus einfahren." Bausewein verwies darauf, dass die Bundesgartenschau mit einem strengen Corona-Reglement gestartet war. Die Bestimmungen erlaubten weder Ausstellungen, noch Hallenschauen noch touristische Reisen oder Übernachtungen. Die BUGA-Restaurants waren zunächst geschlossen und Konzertveranstaltungen nicht gestattet. Die Beschränkungen wurden nur langsam abgebaut. Das Wüsten- und Urwaldhaus Danakil sowie die BUGA-Klassenzimmer öffneten erst Anfang Juni. In einem normalen Jahr, so der Oberbürgermeister, hätte Erfurt die avisierten Besucherzahlen von knapp 1,9 Millionen mit Sicherheit erreicht, vielleicht sogar überboten.

Ramelow: "BUGA war wie eine Werbebroschüre"

"171 Tage lang stand Thüringen, die Wiege des Gartenbaus, auf der bundesdeutschen Bühne", freute sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow. "Die BUGA war und ist unsere internationale Werbebroschüre für den Freistaat." Sie habe der Ega eine Kompletterneuerung verschafft, den Petersberg aus dem Dornröschenschlaf erweckt und mit der völlig neu gestalteten Gera-Aue das Erfurter Stadtgebiet enorm aufgewertet. Thüringen könne über Jahre von den Investitionen zehren, auch für den Tourismus und das Image Thüringens als Reiseland, sagte Ramelow gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Die BUGA hat Thüringens Landeshauptstadt in diesem Sommer auf der touristischen Landkarte verankert. Fotos: Bundesgartenschau Erfurt 2021

Weniger als 10 Prozent der BUGA wird zurückgebaut

Im Egapark verschwinden allein die GaLaBau-Themengärten und der Ausstellungsbereich der Friedhofsgärtner. Der finanzielle Zuschussbedarf dort werde von 5,8 bis 6 Millionen Euro in den Jahren vor der BUGA auf 4,8 Millionen Euro im kommenden Jahr sinken, rechnete BUGA-Geschäftsführerin Kathrin Weiß vor. Allein im Rosengarten und im großen Blumenbeet würden 30 Prozent Wasser durch eine unterirdische Bewässerung gespart. Zum geringeren Zuschussbedarf wird aber auch ein höherer Eintritt im Egapark beitragen: 2022 soll die Tageskarte von acht auf 15 Euro angehoben werden. Die Jahreskarte kostet dann 59 Euro statt 35 Euro.

Am Petersberg werden die Rutschen und die Pflanzen im Festungsgraben entfernt. Aus den Gärten der Epochen wird eine Wiese. Der barrierefreie Aufstieg vom Domplatz über die Serpentinen des Panoramawegs, mit gläsernem Aufzug und zwei Brückenstegen an der Bastion Leonhard aber bleiben. Das gilt auch für die Hochbeete und den Springbrunnen auf dem Plateau sowie das touristische Empfangsgebäude und die Ausstellung im Kommandantenhaus. 2022 findet dort die bundesweite Feier zum Tag der deutschen Einheit statt.

Die Bundesgartenschau endete mit einem farbenfrohen "Flower Walk" vom Egapark zum Petersberg sowie einem Feuerwerk. Die historische BUGA-Fahne wurde vor geladenen 800 Gästen an Mannheim weitergereicht. Dort findet vom 14. April bis 8. Oktober 2023 die nächste Bundesgartenschau statt. Auf dem Petersberg soll ab 2023 ein Gartenfestival stattfinden, kündigte Oberbürgermeister Bausewein an. Die Idee stammt vom Leiter des Garten- und Friedhofsamts, Dr. Sascha Döll. Künstler, Kreative, Architekten und Wissenschaftler sollen dort grüne Impulse geben.

cm/DBG/BUGA Erfurt 2021

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 11/2021 .

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