BUGA mit "Goldenem Rollstuhl" ausgezeichnet

Bundesgartenschau Heilbronn wird barrierefreies Ausflugsziel

Das Holzdeck am Floßhafen ist mit Aufmerksamkeitsfeldern bestückt. Dabei handelt es sich um Noppen aus Metall, die vor der Absturzkante warnen. Foto: BUGA Heilbronn 2019

Wenn am 17. April die Bundesgartenschau in Heilbronn beginnt, sind auch Menschen mit Handicap herzlich willkommen. Die Themenfelder Inklusion und Barrierefreiheit begleiteten die Planungen für das 173 Tage lange Gartenevent von Anfang an, so dass sich das Gelände als barrierefreies Ausflugsziel präsentiert. Im Januar wurde die BUGA vom Zentrum selbstbestimmtes Leben - Aktive Behinderte in Stuttgart mit dem "Goldenen Rollstuhl" als barrierefreies Reiseziel ausgezeichnet.

Abgesenkte Kassen am Eingang

"Wir legen großen Wert darauf, dass Menschen mit Behinderung genauso wie Menschen ohne Behinderung die Vielfalt unserer BUGA entdecken und genießen können. Wir möchten, dass sie auch teilhaben können und ermöglichen es Menschen mit Behinderungen bei uns zu arbeiten", sagte Hanspeter Faas, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH. Die BUGA Heilbronn 2019 GmbH hat eigens eine Projektstelle zur Betreuung und Umsetzung der Themen rund um Inklusion und Barrierefreiheit geschaffen und mit einem Diplom-Sozialpädagogen besetzt. Dieser kümmert sich um die speziellen Belange von Menschen mit Handicap und arbeitet dabei eng mit der Inklusionsbeauftragten der Stadt Heilbronn, mit Behindertenverbänden sowie Vereinen und Trägern verschiedener Einrichtungen aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn zusammen.

Barrierefreiheit auf der BUGA fängt damit an, dass in direkter Nähe zum Eingang Wohlgelegen Parkplätze für Menschen mit Behinderung zur Verfügung stehen. An den Kassen befinden sich abgesenkte Schalter, die Rollstuhlfahrer bequem anfahren können. An den Eingängen Wohlgelegen und Innenstadt können Rollstühle und Rollatoren ausgeliehen werden. Taktile Lagepläne im Eingangsbereich erleichtern Menschen mit Sehbehinderung die Orientierung auf dem Gelände. In der Gastronomie stehen Theken und Tische zur Verfügung, die sich in der Höhe anpassen lassen und auch unterfahren werden können. Barrierefreie Toiletten sind an allen WC-Standorten vorhanden.

Die BUGA Heilbronn hat den Goldenen Rollstuhl erhalten. Ihr Inklusionsbeauftragter Karl Reinwald erhielt ihn als Mini-Modell im Blumenstrauß. Foto: BUGA Heilbronn 2019

Besondere Rollstuhlwege im Gelände

Wer mit Rollstuhl oder Rollator die BUGA kennenlernen möchte, kann das einfach tun. Die meisten Wege auf dem Gelände sind eben. Um zum höher gelegenen Hafenpark zu gelangen, von wo aus man einen wunderbaren Überblick über das Gelände mit seinen Seen und den Gartenkabinetten hat, können Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Rollator einen eigens angelegten Weg nutzen, der für sie leichter zu bewältigen ist als die Hauptwege. Auch die wenigen Treppen, die auf dem Gelände eingebaut sind, können bequem umfahren werden.

Barrierefrei zugänglich ist auch der Fruchtschuppen, eine ehemalige Stückguthalle der Bahn, wo die beliebten Blumenschauen zu sehen sind, die sich jede Woche zu einem anderen floralen Thema präsentieren. Auch verschiedene gastronomische Angebote sind dort untergebracht. Die Wege zu den Gartenkabinetten im Inzwischenland sind ebenfalls barrierefrei ausgebaut. Dort gibt es Themenwelten zu Bienen, dem Heilbronner Salz, alten Obstsorten und Heilkräutern zu entdecken.

Die benachbarten Schaugärten, wo sich die Besucher Anregungen für den eigenen Garten holen können, sind ebenfalls barrierefrei.

Aufmerksamkeitsfelder für Sehbehinderte

Zwei Seen sind inmitten des BUGA-Geländes neu angelegt. Der Holzsteg am Karlssee sowie das Holzdeck am Floßhafen sind mit Aufmerksamkeitsfeldern bestückt, Noppen aus Metall, die vor der Absturzkante warnen. Randbereiche zum Wasser hin sind aufsteigend abgeschrägt. Sie sind ein klarer Hinweis, dass hier erhöhte Aufmerksamkeit geboten ist. Zur BUGA Heilbronn gehört erstmals eine ins Gelände integrierte Stadtausstellung, die den ersten Bauabschnitt eines neuen Stadtquartiers markiert und deren Wohnungen bereits bezogen sind. Verschiedene inklusive Wohn- und Betreuungsprojekte sind dort bereits realisiert. Das von der evangelischen Stiftung Lichtenstern für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung betriebene Café Samocca in der Stadtausstellung bewirtschaften Menschen mit und ohne Behinderungen. Während der BUGA ist in einem der Gebäude eine barrierefreie Musterwohnung eingerichtet, die Menschen mit Behinderung den Alltag erleichtern helfen.

BUGA Heilbronn 2019

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 02/2019 .

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