Umsetzung des Weißbuchs von 2017

Bundespreis Stadtgrün an sechs Städte verliehen

In Paderborn wurde die Pader teilweise renaturiert und Flächen entlang des Flusses aktiviert. Foto: Verkehrsverein Paderborn

Die Preisträger des erstmals ausgelobten Bundespreises Stadtgrün stehen fest. Eine interdisziplinäre, unabhängige Jury hat im Auftrag des Bundesinnen- und Bauministeriums sechs gleichrangige Preise und sieben Anerkennungen vergeben. Der Preis ist ein wichtiger Baustein in der Umsetzung des Weißbuchs Stadtgrün. Er würdigt außergewöhnliches Engagement für urbanes Grün, vielfältige Nutzbarkeit, gestalterische Qualität, innovative Konzepte und integrative Planungsansätze. Dotiert ist er mit insgesamt 125 000 Euro.

In der Kategorie "gebaut" geht der Bundespreis an die Stadt Paderborn in Nordrhein-Westfalen. Ausgezeichnet wurde das Projekt "Mittleres Paderquellgebiet". Im innerstädtischen Bereich der ostwestfälischen Großstadt wurde der Fluss teilweise renaturiert und Flächen entlang der Pader aktiviert. Es entstand eine neue Parkanlage, der Haxthausengarten. "Die ökologische Aufwertung und Renaturierung des innerstädtischen Grünraums geht einher mit stadtklimatischen Verbesserungen und mit der Aufwertung des innerstädtischen Grüns zum Naturerlebnisraum mit hoher Aufenthaltsqualität", lobte die Jury.

Paderborn: Fluss renaturiert und Park gebaut

In der Kategorie "gepflegt" teilen sich den Preis die Städte Hamburg und Brandenburg an der Havel. Hamburg siegte mit dem Projekt "Multifunktionale Klima-Baumstandorte". Es wurde im Verbundprojekt BlueGreenStreets entwickelt. Darin arbeiten Universitäten, Kommunen und Planungsbüros gemeinsam an Lösungen für gestresste städtische Baumstandorte. Mit dem Projekt wird eine WinWin-Lösung erprobt: Standorte für Straßengehölze werden mit einem Wasserrückhaltevolumen versehen und können daraus gleichzeitig in Trockenperioden gespeist werden. Das Projekt wird im Betrieb wissenschaftlich begleitet.

Brandenburg: Ein Gartendenkmal restauriert

Brandenburg an der Havel erhält den Preis in der Kategorie "gepflegt" für das Projekt "Bürgerpark und Gartendenkmal Marienberg". 2015 war die Parkanlage Teil der Bundesgartenschau 2015. Nun wurde sie restauriert und als zentraler Erholungs-, Kultur- und Begegnungsraum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen erweitert. Das BUGA-Nachnutzungskonzept wurde durch das städtische Integrationsprojekt "Team Marienberg" für Menschen mit und ohne Behinderung umgesetzt.

In der Kategorie "genutzt" teilen sich die Städte Leipzig und Schramberg im Schwarzwald den Bundespreis. Leipzig errang den Preis mit dem Projekt "Bürgerbahnhof Plagwitz". Das Gelände des ehemaligen Industrieverladebahnhofs Plagwitz wurde in einem langen Entwicklungsprozess zu einem öffentlichen Grünzug. In der Einreichung werden die Koproduktion auf Augenhöhe von Verwaltung und zivilgesellschaftlich Engagierten betont. Im Ergebnis ist ein Park mit vielfältigen Nutzungen und bürgergetragenen Einzelprojekten entstanden, getragen auch von einer Stiftung als Rechtsperson.

In Brandenburg an der Havel wurde der Bürgerpark Marienberg, Teil der BUGA 2015, restauriert und zum zentralen Erholungs-, Kultur- und Begegnungsraum erweitert. Foto: Neue Landschaft

Schramberg: Statt Freibad ein neuer Strand

Schramberg erhält den Bundespreis Stadtgrün für das Projekt "Freizeitgelände Berneckstrand". Ausgangspunkt für das Projekt war, dass das beliebte Freibad am Fluss Schiltach nicht mehr sanierungsfähig war. Der Freibadrückbau ermöglichte jedoch die Revitalisierung des Flusses. Der gesamte Schiltachabschnitt in Schramberg wurde genutzt, um neben Retentionsräumen und Hochwasserschutz eine innerstädtische Freifläche, den Berneckstrand, mit vielen Nutzungsmöglichkeiten für Freizeit und Erholung zu schaffen.

In der Kategorie "gemanagt" geht der Bundespreis an die Stadt Andernach. Ihr Projekt "Essbare Stadt" nutzt städtische Grünflächen zur Gestaltung mit Nutzpflanzen, die jeder ernten darf. Aspekte wie der Erhalt der Biodiversität und des Artenschutzes verbinden sich mit Bildungs- und Beschäftigungsaspekten, indem verschiedene Bürgergruppen an das Thema herangeführt werden und auch Pflegearbeiten übernehmen.

In Schramberg wurde der gesamte innerörtliche Abschnitt des Flusses Schiltach zum Freizeitgelände entwickelt. Foto: Stadt Schramberg

Sieben Städte erhalten eine Anerkennung

Anerkennungen gingen an die Städte Burg (Projekt "Stadt Landschaft Burg"), Bremen ("Strandpark Waller Sand") und Wittenberge ("Schule schafft Vorgarten"). Auch die Städte Münster ("Grünschleife - der Anwohnerpark im sozialen Brennpunkt"), Hamburg ("Alster-Bille-Elbe Grünzug"), Dorsten ("LippePolderPark & Bürgerpark Maria Lindenhof") sowie Halberstadt (nachhaltig.mitmachen - Bürgerengagement für mehr Nachhaltigkeit") wurden mit einer Anerkennung geehrt.

Bundesinnen- und Bauminister Horst Seehofer kündigte an, den Preis zukünftig alle zwei Jahre zu vergeben. "Grüne Freiräume sind Teil unserer Lebensqualität", betonte er. "Sie sind wichtig für unser Miteinander, unsere Gesundheit und unser Klima." Die Vielzahl anspruchsvoller und innovativer Grün-Projekte in den Städten habe ihn begeistert. Der Erfolg des Bundespreises Stadtgrün bestärke ihn in den Bemühungen für die Entwicklung grüner Freiräume in den Städten.

Preisverleihung am 2. Oktober in Berlin

Die Auslobung des Bundespreises rief mit 237 gültigen Einreichungen eine große Resonanz in Städten und Gemeinden hervor. Die Jury setzte sich aus Experten aus den Bereichen Garten- und Landschaftsarchitektur, Stadtentwicklung und Stadtplanung, Vertretern des Deutschen Städtetags, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, des Deutschen Landkreistags sowie Vertretern aus Bundesministerien zusammen. Die Preisverleihung wird am 2. Oktober in Berlin stattfinden. cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 09/2020 .

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