Insektenrückgang

Bundesregierung beschließt „Aktionsprogramm Insektenschutz

Wildbienen wie die Rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva) leben in Parks, Gärten und in der freien Natur. Foto: Pauln, Wikimedia Commons,

Das Bundeskabinett hat auf Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze das "Aktionsprogramm Insektenschutz" beschlossen. Es handelt sich um das bisher umfangreichste Maßnahmenpaket der Bundesregierung zum Schutz von Insekten und ihrer Artenvielfalt. Der Bund will dafür jährlich 100 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Glyphosat und Schottergärten sollen ein Enden finden.

Das Aktionsprogramm betrifft sowohl die Agrarlandschaft als auch den Siedlungsbereich. Die Kommunen sollen im Rahmen des Masterplans Stadtnatur bei einer insektenfördernden Grünflächenpflege, der Verwendung standortgerechter, insektenfreundlicher Pflanzen und Gehölze sowie der Anlage von Nistmöglichkeiten unterstützt werden.

In Städten und Dörfern ruhe viel Potential zum Schutz von Insekten, heißt es in dem Programm. Naturnah sowie struktur- und artenreich gestaltete Gärten, Parks und Verkehrsinseln könnten wichtige Lebensräume für Insekten im Siedlungsraum sein. Durch ein naturnahes und dadurch insektenförderndes Grünflächenmanagement und eine entsprechende Pflege, wie durch ein insektenfreundliches Mähregime und die Nutzung insektenverträglicher Mähtechniken, könnten Lebensräume für Insekten in und um Siedlungen aufgewertet werden.

Die Bundesregierung beabsichtigt, im Rahmen des Masterplans Stadtnatur Maßnahmen zur Förderung der Insektenvielfalt im Siedlungsbereich anzustoßen. Ende 2023 wird die Verwendung von Glyphosat auch in Privatgärten komplett beendet. Bereits während der kommenden drei Jahre soll der Einsatz des umstrittenen Herbizids um drei Viertel verringert werden. Gemeinsam mit den Bundesländern will der Bund nationale Aktionspläne für ausgewählte Insektenarten erarbeiten. Bei Planungsverfahren soll der Insektenschutz gestärkt werden. Die Verbesserung von Vermeidungs- und Kompensationsmaßnahmen will die Regierung im Hinblick auf ihre Wirksamkeit für den Insektenschutz unterstützen.

Die von der Umweltministerkonferenz der Länder (UMK) bereits im Mai angeregte Kampagne "Insektenfreundliche Privatgärten" wird nun umgesetzt. "Die Gärten des Grauens, also die Schottergärten, das muss nicht sein", erläuterte die Bundesumweltministerin.
cm/BM

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 10/2019 .

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