Große Koalition setzt Weißbuch "Stadtgrün" um

Bundesumweltministerin Svenja Schulze legt "Masterplan Stadtnatur" vor

Dem Weißbuch „Stadtgrün“ folgt jetzt ein „Masterplan Stadtnatur“. Mit einem Maßnahmenbündel will der Bund die Arten- und Biotopvielfalt in den Städten fördern. Foto: Lichtschwärmer, Grün Berlin GmbH

Mit einem "Masterplan Stadtnatur" will die Große Koalition das im vergangenen Jahr veröffentlichte Weißbuch "Stadtgrün" jetzt umsetzen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze legte dazu in Berlin einen 17-seitigen Entwurf vor. Darin schlägt sie ein Maßnahmenbündel vor, mit denen der Bund die Arten- und Biotopvielfalt in den Städten fördern soll. Der Entwurf muss noch innerhalb der Bundesregierung abgestimmt werden. Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) hat den Plan begrüßt.

Er sieht unter anderem vor, beim Bundesumweltministerium einen "Förderschwerpunkt Stadtnatur" zu schaffen und die grüne Infrastruktur in der Städtebauförderung zu stärken. Im Baugesetzbuch sollten Naturerfahrungsräume und im Bundesnaturschutzgesetz eine verbindliche Landschaftsplanung auf kommunaler Ebene verankert werden.

Naturerfahrungsräume ins Baugesetzbuch

Außerdem solle die Biodiversität in das "Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen" (BNB) des Bundes und das Stadtgrün in die Programme der Gesundheitspolitik integriert werden, heißt es in dem Papier. Die Ministerin plädiert darin zugleich für eine bundeseinheitliche Konvention zu Grünraumversorgung und Erholungsvorsorge. Der Bund müsse durch mehr Natur auf den eigenen Liegenschaften und bei der Gebäudesanierung mit gutem Beispiel vorangehen.

Umweltministerin Svenja Schulz will in ihrer Behörde einen Förderschwerpunkt Stadtnatur schaffen und die grüne Infrastruktur in der Städtebauförderung stärken. Foto: BMU, Sascha Hilgers

Modellvorhaben für neue Formen der Stadtnatur

Auch die bundesweite Datengrundlage zur Naturausstattung der Städte will der neue Masterplan verbessern. Zur Erreichbarkeit städtischer Grünflächen sei ein Indikator zu etablieren. "Modellvorhaben für neue Formen der Stadtnatur" sollten zukünftig vom Bund gefördert werden. Die Stadtnatur gehöre in die Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative. Für kommunale Naturschutzmaßnahmen sei ein "Werkzeugkasten" zu entwickeln.

"Der heiße Sommer 2018 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Grün für das Leben in unseren Städten ist", erläuterte die Bundesministerin. Selbst kleinere Grünanlagen könnten die Temperaturen im Vergleich zur bebauten Umgebung bereits um 3 bis 4 °C senken und so Hitzewellen abmildern.

Urbanes Grün biete zudem wichtige Lebensräume für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Der neue Masterplan wolle nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt in den Städten leisten, sagte Schulze, sondern auch die Lebensqualität für die Menschen verbessern.

15 Mio. Euro aus dem Bundeshaushalt

Für die Zwecke des Masterplans will das Bundesumweltministerium zunächst 15 Mio. Euro einsetzen. Schulze will damit den "Förderschwerpunkt Stadtnatur" finanzieren und das Bundesprogramm Biologische Vielfalt aufstocken.

"Der Entwurf ,Masterplan Stadtnatur' stärkt den Stellenwert von Stadtgrün", lobt BGL-Präsident Lutze von Wurmb. Foto: BGL

Neben Kommunen sollen von den Mitteln aber auch Verbände, Vereine, Schulen und Kindergärten profitieren. Sie könnten sie für die Einrichtung von Naturerfahrungsräumen, grünen Klassenzimmern, Schulgärten oder Kindergartenaußengeländen verwenden.

"Der Entwurf ,Masterplan Stadtnatur' stärkt den Stellenwert von Stadtgrün für eine moderne und klimawandelgerechte Stadtentwicklung außerordentlich", lobte BGL-Präsident Lutze von Wurmb. Ein Perspektivwechsel hin zu einer Stadtentwicklung, die auf mehr lebendiges Grün setzte, sei alternativlos. "Die Entwicklungen der letzten Jahre mit dem Weißbuch ,Stadtgrün' und dem Fördermittelprogramm ,Zukunft Stadtgrün' unterstreichen eindrucksvoll, dass die Politik verstanden hat, dass es sich lohnt in Stadtgrün zu investieren", so der BGL-Präsident.

Nabu: Grün in der Stadt "entscheidend"

Auch der Nabu begrüßte den neuen Masterplan. Grün in der Stadt sei "entscheidend" dafür, den Folgen des Klimawandels begegnen zu können. "Grünflächen tragen zur Kühlung und zur Sauerstoffproduktion bei." Allerdings müssten vorhandene Grünflächen in den Städten nicht nur erhalten sondern auch naturnah gepflegt werden. "Wer Artenvielfalt fördern will, darf in Parks nicht so viel aufräumen", sagte Jutta Sandkühler, Nabu-Sprecherin für Berlin.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 11/2018 .

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