Steinverwendung im GaLaBau

Den grünen Daumen bewahren

Jens Bielefeld weiß aus erster Hand, dass der Stein bei GaLaBau-Azubis mitunter be-liebter ist als die Pflanze. Foto: VGL Nordrhein-Westfalen

Steinarbeiten spielen in der landschaftsgärtnerischen Ausbildung eine größere Rolle, als ein Außenstehender zunächst denken mag. Bei uns am Bildungszentrum Gartenbau und Landwirtschaft in Münster-Wolbeck macht die Bautechnik rund 60 Prozent der Kursinhalte aus. Gerade bei den Jungs ist der Stein oft beliebter als die Pflanze. So schön es auch ist, dass sich die Azubis für den Bau von Trockenmauern oder das Setzen von Randsteinen begeistern – aus landschaftsgärtnerische Sicht ist die Neigung zum Stein ein zweischneidiges Schwert.

Bleiben wir realistisch: Gerade in Ballungsräumen gibt es genügend GaLaBau-Betriebe, die sich auf Pflaster- und Parkplatzprojekte spezialisieren und damit im Geschäftsbereich des Straßenbaus unterwegs sind. Pflanzarbeiten treten bei solchen Firmen oft in den Hintergrund. Das sollte uns zu denken geben.

In der Ausbildung werden bereits die Grundlagen der Vegetationstechnik und Pflanzenkunde gelehrt. Wer diese in der Ausbildung nicht erlangt, ist kein Landschaftsgärtner. Ja, Vegetationskunde ist für viele Azubis ein beschwerlicher Teil der GaLaBau-Ausbildung – schließlich müssen sie das Aussehen, die Eigenschaften und die Namen unzähliger Pflanzen kennen, und das gelingt nur mit Fleiß. Aber wer sich Gärtner nennen will, steht auch in einer Bringschuld gegenüber dem Beruf – es ist wichtig, die Pflanze als positives Gestaltungselement zu sehen und zu nutzen.

Der Klimawandel erfordert, dass wir alle sensibler gegenüber unserer Umwelt werden – was uns gewiss kaum gelingen wird, indem wir Parkplätze bauen und Flächen versiegeln. Ganz zu schweigen von dem Kies/Splitt-Trend, der sich immer noch vielerorts hält. Natürlich kann man einen Solitär in den Vorgarten setzen und drum herum nur Kies aufschütten, aber eine landschaftsgärtnerische Höchstleistung ist das nicht.

Dabei sind GaLaBau-Betriebe ganz besonders in der Pflicht, etwas gegen das Artensterben zu tun: Schließlich können wir den Kunden für dieses Thema begeistern und weitere Geschäftsfelder öffnen. Um sie für eine nachhaltige Form der Gartengestaltung zu sensibilisieren, müssen wir uns jedoch auf unsere gärtnerische Kernkompetenz besinnen. Ja, Steinarbeiten sind lukrativ und gehören zu unserem Job dazu. Im Zweifel muss jedoch „Grün vor Grau“ die Losung für jeden Landschaftsgärtner sein.

Gerade in Städten sind Pflasterprojekte ein lukratives Standbein für viele GaLaBau-Betriebe. Mitunter geht das zu Lasten der Pflanzarbeiten, so Bielefeld. Foto: Wiltrud Lütge, Patzer Verlag

ZUR PERSON

Jens Bielefeld, Jahrgang 1976, ist staatlich geprüfter Techniker im Garten- und Landschaftsbau. Seit 2017 arbeitet er als Ausbilder für den VGL Nordrhein-Westfalen am Bildungszentrum Gartenbau und Landwirtschaft Münster-Wolbeck, wo er sich um die überbetriebliche Ausbildung kümmert. Beim Landschaftsgärtner-Cup NRW ist Bielefeld alljährlich für Planung und Vorbereitung der Bautechnischen Aufgabe verantwortlich. www.galabau-nrw.de

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Exkurs 02/2019 .

NEUE LANDSCHAFT Stellenmarkt

http://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[division]=2&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=253++230&no_cache=1

Wie kann ich mein Stellenangebot hier veröffentlichen? Weitere Informationen
http://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[division]=2&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=253++230&no_cache=1