Der Kommentar

Der Landschaftsbau ist Corona-Gewinner

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Die Erfolge reißen einfach nicht ab. Der Landschaftsbau vermeldet erstmalig über 9 Milliarden Euro Branchenumsatz. Nachdem im vergangenen Monat die erfolgreichen Ausbildungszahlen im Landschaftsbau bekannt wurden, kann jetzt ein Umsatzplus von gut 5 Prozent vermeldet werden.

Irgendwie war schon vor einem Jahr zu erkennen, dass der Landschaftsbau - wenn er sich gut positioniert - Bedürfnisse rund um die eigenen vier Wände befriedigen kann. Die Befürchtungen aus dem haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Beim Führungspersonal gab es viel weniger Kurzarbeit und weniger Sorgen um den gut bezahlten Arbeitsplatz als erwartet wurde.

Auch heute sind wohl nur wenige Branchen grundlegend gefährdet. Selbst der Kurs der TUI-Aktie steigt, weil alle wieder reisen wollen. Im Bereich Schwimmteichbau, so war zu hören, ist der Markt im letzten Sommer unter der Nachfrage praktisch zusammengebrochen. Es soll sogar schon ausreichend Überhang für Aufträge in diesem Jahr geben. Ob das so bleibt, wenn die Flieger wieder in Richtung wirklich warmer Regionen abheben, wird sich zeigen.

Nach den Angaben der GaLaBau Service GmbH ist laut GaLaBau Statistik 2020 der prozentuale Anteil privater Auftraggeber gleichgeblieben (58 Prozent), absolut um rund 260 Millionen gestiegen. In 2020 war aber nicht nur der Privatgarten ein Umsatztreiber. In absoluten Zahlen ist der Bereich der öffentlichen Aufträge sogar um 264 Millionen gestiegen und bezogen auf den Anteil zum Branchenumsatz von 17 auf 19 Prozent angewachsen. Der Umsatz mit der Wohnungswirtschaft ist jedoch um knapp 130 Millionen, der Umsatz mit Industrie, Generalunternehmern und Sonstigen ist um rund 30 Millionen gesunken.

Die Nachfrage im Hausgarten ist sicher durch Home-Office, Home-Schooling und Home-Holiday gestiegen. Ein klarer Fall von Corona-Gewinner. Auch die Öffentliche Hand hat - entgegen den Erwartungen - das Programm durchgezogen und nominell sogar am meisten zum Umsatzplus im Landschaftsbau beigetragen.

Aber nicht nur der Landschaftsbau ist gut durch das Pandemiejahr 2020 gekommen. Auch das Baugewerbe hat Zuwächse von über 5 Prozent im Vergleich der ersten drei Quartale 2019 zu 2020 gemeldet. Der Bau ist ein großer Motor der aktuellen Konjunktur. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes sieht aber 2021 "verhalten" und prognostiziert, dass die Geschäftserwartungen im negativen Bereich liegen.

Überraschend ist dagegen, dass der Umsatz im Wohnungsbau für den Landschaftsbau recht deutlich zurückgegangen ist, denn Wohnraum ist in Deutschland knapp. Der Bundesbauminister hat gerade die Erfolge seine Wohnraumoffensive gefeiert. Auch das Statistische Bundesamt hat ein Umsatzplus im Wohnungsbau von über 8 Prozent in den ersten drei Quartalen 2020 zu 2019 festgestellt. Dieses Plus und der weiter hohe Bedarf an Wohnraum muss auch im Landschaftsbau ankommen. Wenn die Pandemie zu Ende ist, steht sicher der Klimawandel ganz oben auf der Agenda. Auch da ist der Landschaftsbau eine Branche, die für Abkühlung, Wasserrückhaltung und Natur in den Städten sorgt. Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, darf man für 2021 wohl auf über 10 Milliarden Branchenumsatz und das Ende von Covid-19 hoffen.

Ihr Martin Thieme-Hack

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 03/2021 .

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