"Dicke Marie": Berliner Stiel-Eiche wird Nationalerbe-Baum

"Dicke Marie". Der Leiter des Kuratoriums Nationalerbe-Baum, Prof. Dr. Andreas Roloff, würdigte sie unter anderem mit einem musikalischen Beitrag. Foto: Danilo Ballhorn

Mit 16 Metern Höhe und mehr als 6 Metern Stammumfang ist die "Dicke Marie" der älteste Baum Berlins. Im Juli wurde die 600 Jahre alte Stiel-Eiche als Nationalerbe-Baum feierlich ausgerufen. Ihren Namen erhielt die Eiche von den Humboldt-Brüdern, die sie liebevoll in Anlehnung an ihre korpulente Köchin "Dicke Marie" tauften. Ursprünglich auf einer Wiese als Grenzbaum gepflanzt, steht der Baum heute im Tegeler Forst im Berliner Bezirk Reinickendorf.

"90 Prozent des Stammes sind hohl, aber das Kernholz ist aktiv", vermutet der Leiter des Kuratoriums Nationalerbe-Baum, Prof. Dr. Andreas Roloff. Die Eiche produziere pilzhemmende Stoffe im Kernholz. Nur Eiben hätten ein besseres Kernholz als Eichen. Seit etwa 570 Jahren hängt die Eiche am Grundwasser des Tegeler Sees, was sich an den breiten Jahrringen erkennen ließe. Das genaue Alter der Eiche könne aber nicht bestimmt werden, erklärte Roloff. Die Hüftpolster am Stamm seien besonders. "Die Dicke Marie ist ein Charakterbaum. Es gibt auf der ganzen Welt keine Eiche, die ihr ähnlich sieht", zeigte sich der Professor fasziniert.

Die "Dicke Marie" ist der erste Nationalerbe-Baum in einem Waldgebiet. Alle anderen Bäume von diesem Status stehen im Freiland, wo die Bedingungen für das Altern von Gehölzen günstiger wären, erklärte Roloff. In den letzten 120 Jahren hätte die "Dicke Marie" mit massiven Astbrüchen zu kämpfen gehabt. Aktuell würde sie bei Trockenheit ihre Zweige abwerfen. Die Zweige würden aber noch treiben und Eichen wären sehr trockenheitsverträglich, gab sich Roloff zuversichtlich. "Deshalb gehört die Dicke Marie in die Elite der deutschen Bäume aufgenommen", schlussfolgerte Roloff.

Reinickendorfs Bezirksbürgermeister Frank Balzer, Prof. Dr. Andreas Roloff und der Amtsleiter Berliner Forsten, Gunnar Heyne, weihen die Infotafel der "Dicken Marie" ein. Foto: Danilo Ballhorn

Mit dem Titel als Nationalerbe-Baum wird die Finanzierung künftiger Pflege- und Schutzmaßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Tegel gewährleistet. In den nächsten 20 bis 30 Jahren müsse die Krone langsam zurückgebaut werden. Die Eiche ist empfindlich und müsse vorsichtig freigeschnitten werden. Der Wurzelbereich solle nicht betreten werden, so Roloff weiter. Es könnten auch neue Äste aus dem Stamm wachsen, da sich in der Borke schlafende Knospen befänden. Die Totäste der Dicken Marie werden nicht entfernt. "Sie darf in Würde altern", verkündete der Professor feierlich. Danilo Ballhorn

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe ProBaum 03/2021 .

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