BDLA-Pflanzplanertage zur Gehölzverwendung der Zukunft

"Die am besten angepassten Klimabäume sind Auenwald- und Ufergehölze"

Da Auenwald- und Ufergehölze in ihren natürlichen Biotopen starken Schwankungen ausgesetzt seien, hätten sie als Klimabäume einen Vorteil gegenüber heimischen Waldarten. Dieses Potenzial geltes es zu nutzen. Foto: DL80WES, Adobe Stock

Der Bund deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) richtete diesen Herbst zum fünften Mal die Pflanzplanertage aus. Rund 350 Fachleute nahmen an der Online-Veranstaltung teil. Im Fokus der Fortbildung standen die Gehölzverwendung und -pflege sowie nachhaltige Ansätze im Umgang mit Regenwasser. Heimische Baumarten schnitten bei den neuesten Forschungsergebnissen zur Anpassung an den Klimawandel schlechter ab als fremdländische Bäume aus Auenwäldern und Uferlebensräumen.

"Heimische Baumarten eignen sich nicht mehr für die Begrünung unserer Städte", erklärte der Experte für Pflanzenverwendung Dr. Philipp Schönfeld. Vor allem die heißen und trockenen Witterungen würden von dem Waldklima, aus dem viele heimische Bäume kommen, abweichen. Die Bäume seien in den Städten nicht mehr funktionsfähig. Die Zahl von Baum-Sterbefällen steige seit Jahren. Der sogenannte Temperatur-Peak bezeichne dabei den Höhepunkt von Bäumen, die an einem Tag abgestorben seien. Altgediente Arten wie Bergahorn wäre das Klima zu heiß und zu trocken, sodass diese nicht mehr empfohlen werden können, so Schönfeld weiter.

Potenziale von Auenwald- und Ufergehölzen nutzen

"Die am besten angepassten Klimabäume sind Auenwald- und Ufergehölze", erläuterte Schönfeld. Das liege daran, dass sie in ihren natürlichen Biotopen starken Schwankungen ausgesetzt seien. Die wechselhaften Bedingungen in den Lebensbereichen würden den Bäumen einen Vorteil gegenüber den heimischen Waldarten verschaffen. "Diese Potenziale müssen wir Fachplaner in der Pflanzenverwendung uns zu Nutze machen", appellierte Schönfeld. Die Flaumeiche sei demnach eine europäische Baumart, deren Potenzial unterschätzt werde.

Die Baumarten müssen nachgefragt und verwendet werden, dass die Baumschulen sie auch in ihren Sortimenten großziehen und bei der Nachfrage reagieren können, erklärte Schönfeld. Es bringe nichts, die besten Klimabäume zu kennen, wenn diese nicht gepflanzt werden können. Der Eisenholzbaum würde nur langsam einen kronenbildenden Leittrieb ausbilden. Daher müssten Sortimente der Baumschulen langfristig angelegt werden, um solche Bäume bei entsprechendem Bedarf in der geforderten Qualität liefern zu können. Bei dem Amberbaum würde sich hingegen sehr schnell ein Leittrieb bilden. Für die Baumschulen empfehle Schönfeld, für keine Baumart mehr als fünf und keine Gattung mehr als zehn Prozent der Anzuchtflächen zu verwenden, um ein ausgewogenes Angebot zu schaffen.

Anzucht in städtischen Baumschulen für mehr Klimaresilienz

Für die erfolgreiche Etablierung junger Bäume in der Stadt sei ein fachgerechter Standort zu 60 Prozent ausschlaggebend, während die Auswahl der Baumart etwa 40 Prozent ausmache, so Schönfeld. Nach der Pflanzung seien mindestens fünf Jahre, besser zehn Jahre Pflege notwendig, dass der Baum zielführend anwachsen könne. Die trockenheißen Witterungen in den Sommermonaten würden den Jungbäumen lebensgefährlich zusetzen. Damit steige künftig auch die Bedeutung für Baumschulen in der Stadt, da in urbanen Plantagen die Gehölze effektiver zur Klimatauglichkeit erzogen werden können, ergänzte Schönfeld.

Um eine ausgewogene Balance zwischen Schädlingen und Fressfeinden herzustellen, sei Artenvielfalt in der Pflanzenverwendung die beste Methode. Die höchste Biodiversität würde durch Mischalleen aus heimischen und fremdländischen Bäumen geschaffen werden, fügte Diplombiologin Dr. Susanne Böll vom Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau hinzu. Dabei seien blühende Grünstreifen als Teillebensbereiche unter Bäumen von großer Bedeutung für die Insektenvielfalt in der Stadt, so Böll weiter.

Danilo Ballhorn

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 12/2022 .

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