Ausgegraben

Die Coronakrise

Die Coronakrise hat Tiefkühlpizzen, Hofläden und Videosprechstunden einen enormen Boom beschert. Vom Toilettenpapier-Boom zu Beginn der medizinischen Notlage wollen wir hier gar nicht reden. Nun hat der Boom auch Deutschlands Friedhöfen zu neuem Ruhm verholfen. Weil es in den Parks in diesem Frühjahr schnell gefährlich voll wurde, suchten sich die Menschen andere Grünflächen zur Erholung.

Unweit der Grabmäler für die Generäle Scharnhorst, Winterfeldt und Witzleben auf dem Berliner Invalidenfriedhof rollen die Menschen nun Yogamatten aus, machen Sonnengrüße, joggen über die Wiese, schieben Kinderwagen, lesen, hören Musik, sonnen die nackten Oberkörper und prosten sich mit Bierflaschen zu. So verbürgt es die "Süddeutsche Zeitung". Wenn jedoch Radfahrer Trauergesellschaften bitten, ihnen aus dem Weg zu gehen, geht das manchem Verwalter zu weit. Einzelne Gottesäcker schlossen vorübergehend.

Dabei ist die Idee, Friedhöfe als Parkanlagen zu nutzen, uralt. Viele New Yorker Parks dienten früher als Begräbnisstätten. Allein unter dem Rasen des Washington Square Parks ruhen geschätzt zwischen 20 000 und 125 000 Tote aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Kein Grund zur Trauer also, sondern einfach der Lauf der Dinge. Das Leben gewinnt immer und öffentlich zugängliche Grünflächen gehören dazu.

Christian Münter

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 05/2020 .

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