Forschung und Entwicklung

Die Hälfte aller Blütenpflanzen braucht tierische Bestäuber

Zur Fortpflanzung auf Bestäuber angewiesen sind beispielsweise die einjährigen Gänseblümchenarten, die im Frühjahr in Südafrika die Massenblüte dominieren. Foto: Prof. Alan Ellis/ Stellenbosch University

Etwa 175.000 Pflanzenarten - die Hälfte aller Blütenpflanzen - sind für die Samenbildung und damit für ihre Fortpflanzung überwiegend oder vollständig auf tierische Bestäuber angewiesen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die ein globales Forschungsnetzwerk unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Konstanz in der Zeitschrift "Science Advances" veröffentlicht hat. Ein Rückgang in der Zahl der Bestäuber könnte zu erheblichen Störungen der natürlichen Ökosysteme führen - einschließlich eines Verlusts der biologischen Vielfalt.

Indikator für die Bedeutung der Bestäuber

Zwar werden viele Pflanzen von Tieren bestäubt, aber die meisten Pflanzen haben auch eine gewisse Fähigkeit zur Selbstbefruchtung. Das heißt, sie können zumindest einige Samen ohne Bestäuber bilden. Bisher gab es jedoch auf die Frage, wie wichtig Bestäuber für Wildpflanzen sind, auf globaler Ebene keine eindeutige Antwort.

Als Indikator für die Bedeutung der Bestäuber für die Pflanzen diente den Forschenden ihr Beitrag zur Samenproduktion - ermittelt durch den Vergleich der Samenproduktion in Abwesenheit von Bestäubern gegenüber der Samenproduktion in Anwesenheit von Bestäubern. Daten hierzu gab es zwar bereits, diese waren jedoch auf Hunderte einzelner Forschungsarbeiten verteilt, die sich wiederum auf verschiedene Pflanzenarten konzentrierten. Um dieses Problem zu lösen, begannen 21 Forscher auf fünf Kontinenten ihre gesammelten Informationen in Datenbanken zusammenzufassen. Zu ihnen zählen die "Stellenbosch Breeding System"-Datenbank (James Rodger, Universität Stellenbosch), die "GloPL"-Datenbank (Prof. Dr. Tiffany Knight, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Prof. Dr. Tia-Lynn Ashman, University of Pittburg, Dr. Janette Steets, Oklahoma State University) und die "Konstanz Breeding System"-Datenbank (Prof. Dr. Mark van Kleunen, Dr. Mialy Razanajatovo, Universität Konstanz). Für die Studie wurden alle drei Datenbanken zu einer neuen Datenbank zusammengefasst. Sie enthält Daten aus 1.528 separaten Experimenten, die 1.392 Pflanzenpopulationen und 1.174 Arten aus 143 Familien von allen Kontinenten außer der Antarktis repräsentieren.

Tierische Bestäuber sind essenziell

Die Ergebnisse dieser Zusammenführung zeigen, dass ohne tierische Bestäuber ein Drittel der Blütenpflanzen keine Samen produzieren würde und die Hälfte einen Rückgang der Fruchtbarkeit um 80 Prozent oder mehr erleiden würde. Auch wenn die Selbstbefruchtung weit verbreitet ist, gleicht diese den Wegfall der Fremdbestäubung durch Tiere bei den meisten Pflanzenarten also keineswegs vollständig aus. Universität Konstanz

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 07/2022 .

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