Durchführungsvertrag unterschrieben

Die IGA 2027 wird dezentral im Ruhrgebiet stattfinden

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Auch der Nordsternpark, ein Landschaftspark auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen, wird zum Schauplatz der Gartenausstellung werden. Bereits 1997 war er Austragungsort der Bundesgartenschau gewesen. Foto: Stadt Gelsenkirchen

Die Weichen für die Internationale Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027 sind endgültig gestellt: Nachdem die nordrhein-westfälische Landesregierung bereits im Juli vergangenen Jahres ihre Unterstützung zugesagt hatte, ist nun auch der Regionalverband Ruhr (RVR) verbindlich mit an Bord.

Die Unterschriften von RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel und Jochen Sandner, Chef der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG), unter dem Durchführungsvertrag besiegelten den Beschluss. Bis März soll auf Grundlage des Kontrakts eine Gesellschaft gegründet werden.

Drei Ausstellungsebenen

Somit wird die Metropole Ruhr die Nachfolge von Berlin als IGA-Gastgeberin antreten. Zwar besteht auch im Westen der Republik der Anspruch, eine landschaftsgärtnerische Leistungsschau von bundesweiter Strahlkraft zu realisieren. Das dortige IGA-Konzept wird sich von dem 2017er-Ansatz in der Bundeshauptstadt jedoch grundlegend unterscheiden. Während die Berliner Gartenausstellung vor zwei Jahren ihr gesamtes Angebot an einem Ort - dem Randbezirk Marzahn-Hellersdorf - bündelte, soll die IGA 2027 ein dezentrales Großereignis werden, das sich an drei Hauptstandorten abspielt. Drei ist auch die Schlüsselzahl der IGA, denn das Ausstellungskonzept soll auf drei Ebenen verwirklicht werden: "Hotspots", "Unsere Gärten" und "Mein Garten".

Einer der drei eintrittspflichtigen Hotspots der IGA 2027 wird der Duisburger RheinPark sein, dessen Graffiti-Mauern vom industriellen Erbe der Region künden. Foto: Uwe Köppen, Stadt Duisburg

Der Duisburger "RheinPark", die Gelsenkirchener "Zukunftsinsel" (Nordsternpark und Emscherinsel) sowie "Emscher Nordwärts" in Dortmund bilden die besagten, eintrittspflichtigen Hotspots der IGA 2027. Sie alle sind bereits beliebte Naherholungsgebiete, die einerseits viel Grün bieten, andererseits aber ihre industrielle Vergangenheit nicht verhehlen. Im Gegenteil: Den Charakter des RheinParks etwa prägen nicht nur einladende Grünflächen, sondern auch Mauerreste ehemaliger Fabriken, die dank flächendeckender Graffitis zum Blickfang werden.

Über die drei Hotspots hinaus sollen auf der zweiten Ebene "Unsere Gärten" regional relevante Parks und Gärten im Pott präsentiert werden, die eigens dafür über neue Themenrouten miteinander verbunden werden. Die dritte Ebene "Mein Garten" ist auf das Engagement der Einheimischen ausgerichtet. Vereine werden ausdrücklich dazu eingeladen, nachbarschaftliche Grün-Initiativen zu präsentieren. Besucher sollen so das Identifikationspotenzial der Region voll ausschöpfen können.

Bis zu fünf Millionen Besucher möglich

Nachdem die letzten Internationalen Gartenschauen in Hamburg (2013) und Berlin (2017) enttäuschende Besucherzahlen einfuhren, könnte der Ruhrpott eine Trendwende schaffen. Schließlich verfügt er über zwei relevante Standortvorteile: Der Pott liegt nicht nur im bevölkerungsreichsten Bundesland, sondern ist mit benachbarten Metropolen wie Essen, Bochum und Dortmund auch der größte Ballungsraum der Republik.

Mit anderen Worten: Es sind genügend Menschen in der Region ansässig, um starke Besucherzahlen zu realisieren; sie müssen lediglich mobilisiert werden. Derzeit gehen konservativ gerechnete Prognosen von etwa 2,6 Mio. Besuchern aus, laut Machbarkeitsstudie liegen aber sogar bis zu 5 Mio. im Bereich des Möglichen.

Der Durchführungsvertrag ist unterschrieben: RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel, DBG-Geschäftsführer Jochen Sandner und die RVR-Beigeordnete Nina Frense (v.l.n.r.) freuen sich auf die IGA Metropole Ruhr 2027. Foto: RVR/Wiciok

Die Finanzierung der IGA 2027 erfolgt über den Durchführungshaushalt von rund 85 Mio. Euro. 48 Mio. davon sollen durch die Ticket-Erlöse finanziert werden, die restlichen 36 Mio. werden von dem RVR und den Mitgliedsstädten- und kreisen über zehn Jahre angespart und dann bezuschusst. "Wir werden mit der IGA 2027 Metropole Ruhr gemeinsam mit dem Land NRW Investitionen in die Zukunft anstoßen, neue Arbeitsplätze schaffen und unser Image nachhaltig verbessern", kündigte RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel an. Konkret sind rund 200 Mio. Euro für Investitionen in die regionale Infrastruktur vorgesehen.

Hendrik Behnisch

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 01/2019 .

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