37. Fachtagung des FGL Hamburg zum Klimawandel

Die Stadt neu denken - als Allianz von Natur und Architektur

Rund 300 Vertreter der Politik und der grünen Branche diskutierten über die Folgen des Klimawandels für die urbanen Lebensräume. Foto: Antje Kottich, FGL Hamburg

Die 37. Fachtagung des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (FGL) Hamburg im Februar stand mehr denn je im Zeichen des Klimawandels und seiner Auswirkungen auf die Städte. Bei dem Expertentreff, der an der Handwerkskammer Hamburg über die Bühne ging, kristallisierte sich eine unmissverständliche Botschaft heraus: Die Stadt muss von Grund auf neu gedacht werden. Nicht mehr als zweckmäßige Ansammlung von Stahlbetonbauten, sondern als bewusste Allianz von Natur und Architektur.

Brandbrief an die Politik

Der FGL-Vorsitzende Thomas Schmale scheute nicht davor zurück, den Status quo in der Elbmetropole und somit die politischen Entscheidungsträger scharf zu kritisieren: "Hamburg gilt als grüne Metropole, aber seit Jahren zitieren wir immer wieder dieselben Probleme: Flächenkonkurrenz, Klimastress und Pflegemängel. Und leider finden wir kaum Verbesserungsansätze im derzeitigen Klimaplan der Stadt." Aus diesem Grund, so Schmale weiter, hätten sich die fünf führenden grünen Verbände Hamburgs zur Initiative "Green 5" zusammengeschlossen und zur Wahl ein gemeinsames Forderungspapier an die Hamburger Fraktionen und zuständigen Senatoren geschickt. In dem Schriftstück werden zentrale Gründefizite in der Hansestadt angeprangert, wie beispielsweise die seit Jahren negative Baumbilanz. Das sei aber nur Symptom eines grundsätzlichen Denkfehlers in der Hamburger Landespolitik, wie Schmale deutlich machte: "Im Hamburger Klimaplan findet sich bis auf bereits initiierte Projekte keine einzige Klimaschutzmaßnahme, die sich mit Grün oder Pflanzen befasst."

Der FGL-Vorsitzende Thomas Schmale mit Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Wohnen und Stadtentwicklung. Foto: Antje Kottich, FGL Hamburg

Gesetze pro Grünflächen gefordert

Ins gleiche Horn stieß die Hamburger Stadtplanerin Alexandra Czerner: "Zur lebensnotwendigen Klima-und Luftverbesserung benötigen hochverdichtete Stadtstrukturen viel mehr Grünflächen. Um dies zu erreichen, ist es zwingend notwendig, die Vorstellung von Stadt in unseren Köpfen umzubauen und alle Bausteine in Architektur und Stadtplanung grün zu denken."

Als Maßnahme forderte Czerner unter anderem eine gesetzlich vorgerschriebene Grünflächenzahl für alle Gebäude und alle Straßenräume - und das nicht nur in Hamburg, sondern bundesweit. Zudem plädierte die Stadtplanerin dafür, Grenzbebauungen, also die Errichtung von Häusern ohne Grünzone zwischen Haus und Bürgersteig, künftig durch entsprechende Regelungen zu verhindern. Per Gesetz voranschreitender Versiegelung Einhalt zu gebieten sei aber immer noch nicht genug. Czerner forderte auch ein rigoroses Rückgängigmachen stadtplanerischer Entscheidungen, indem sie vorschlug, versiegelte Flächen konsequent aufzubrechen und klimaintensiv zu begrünen. hb

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 03/2020 .

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