SVLFG zieht Bilanz des vergangenen Jahres

Die Unfallzahlen im GaLaBau sind 2020 gestiegen

Ein hohes Unfallpotenzial birgt auch der Einsatz von Trennschleifern. 232 Landschaftsgärtner haben sich damit verletzt. Foto: Wiltrud Lütge, Neue Landschaft

13 404 meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle bei Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten hat die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) im vergangenen Jahr verzeichnet. Acht der Unfälle hatten einen tödlichen Ausgang.

Rückgang schwerer Unfälle

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der GaLaBau-Unfälle damit um 664, die Zahl der tödlichen Unfälle um zwei gestiegen. Insgesamt verzeichnete die SVLFG 64 060 Unfälle im Jahr 2020, davon 113 tödliche. Die Zahl der Unfälle ist damit um 4004 (6 %) gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, die Zahl der tödlichen Unfälle um 19 (14 %).

Die meisten Verletzten im Garten- und Landschaftsbau gehören mit rund 18 Prozent der Altersgruppe der 19- bis 25-jährigen an. Erfreulich ist der Rückgang der neuen Unfallrenten von 126 auf 119. Die Zahl der neuen Unfallrenten ist ein Hinweis auf besonders schwere Unfälle, deren Folgen trotz des besonderen berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens nicht vollständig beseitigt werden konnten. Der Rückgang dieser Unfälle ist ein sehr positives Zeichen.

Meiste Vorfälle auf Baustellen

8744 Unfälle - und damit 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr - ereigneten sich 2020 auf Garten- und Landschaftsbaustellen. Das gestiegene Unfallgeschehen korreliert mit dem Auftragshoch im Garten- und Landschaftsbau während der Corona-Pandemie. Wie in den vergangenen Jahren ist das Verletzungsrisiko bei Arbeiten auf Grünflächen und in Parkanlagen mit 1.010 Unfällen ebenfalls sehr hoch. Auf Friedhöfen und in Gärten lag die Zahl der Verletzten bei 877. Bei Tätigkeiten im Straßenbegleitgrün verletzten sich 289 Menschen.

Innerhalb der Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten weisen Baumarbeiten, insbesondere Arbeiten im Schadholz, ein besonderes Gefährdungspotenzial auf. Bei Baumpflege- und Fällarbeiten, bei der Holzaufarbeitung und Schnittgutverarbeitung ereigneten sich im Berichtsjahr 2188 Arbeitsunfälle, darunter vier tödliche. Mit 1864 Unfällen, von denen einer tödlich endete, zählt der Strauch- und Heckenschnitt ebenfalls weiterhin zu den risikoreichen Tätigkeiten.

1791 Menschen verletzen sich bei Stürzen oder weil sie auf natürlichem Boden gestolpert sind. Dass Arbeiten in Böschungen und an Hängen gefährlich sein können, zeigt die Statistik ebenfalls: 275 Personen verunglückten, weil sie dort ausrutschten.

Besonders unfallträchtig war im vergangenen Jahr der Umgang mit Heckenscheren. Die SVLFG registrierte 695 Unfälle mit diesem Gartengerät. Foto: encierro, AdobeStock

Heckenschere besonders gefährlich

Als besonders gefährlich erweist sich der Einsatz von Heckenschere (695 Verletzte) und Hammer (680). Auch der Umgang mit Handsägen (296 Verletzte), Motorsägen (289), Trennschleifern (232) und Baggern (231) birgt ein hohes Unfallpotenzial. Außerdem verletzten sich 650 Personen an Ästen, weitere 496 an Dornen und Stacheln.

Für 2020 weist die SVLFG-Statistik insgesamt 4666 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit aus. 1176 davon entfallen auf den Gartenbau. Insgesamt wurden der SVLFG 2552 Anzeigen auf Verdacht einer Hautkrankheit angezeigt. Hautkrankheiten, insbesondere Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung, sind die mit Abstand am häufigsten gemeldeten Erkrankungen. Auf Platz zwei der Statistik folgen 581 Anzeigen auf Verdacht einer Lärmschwerhörigkeit.

SVLFG

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 09/2021 .

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